Im Gespräch mit Kerstin Held - Ein Kind ist ein Kind, ob mit oder ohne Behinderung

Shownotes

In dieser Episode sprechen Dirk Schäfer und Kerstin Held über Fragen von Normalität, Inklusion und was es heißt, Kindern mit Behinderung wirklich gerecht zu werden - jenseits von Mitleid, Systemhürden und gesellschaftlichen Vorurteilen. Kerstin teilt berührende persönliche Geschichten, spricht offen über Grenzerfahrungen zwischen Glück und Trauer und zeigt, wie viel wir alle von Kindern mit Behinderung und ihren Familien lernen können.

Wir diskutieren, warum Kinderrechte universell gelten sollten, wie strukturelle Barrieren Familien ausbremsen und was echte Teilhabe im Alltag bedeutet. Wer wissen will, wie radikale Entdramatisierung und gelebte Vielfalt aussehen, warum das nicht glorifiziert, sondern selbstverständlich sein sollte, findet in diesem Gespräch tiefe Einblicke, neue Perspektiven und jede Menge Inspiration.

Kerstin Held

https://www.kerstinheld.com

Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V.

https://www.bbpflegekinder.de/

Familie ist ein Gefühl (Buch von Kerstin Held)

https://www.familieisteingefuehl.de

Geben Sie uns gerne eine Rückmeldung zur Folge per E-Mail an „qualitaetsoffensive@perspektive-institut.de“. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Zuhören!

Das Perspektive-Institut in Bonn wurde im Rahmen der „Qualitätsoffensive Pflegekinderhilfe“ von den Landesjugendämtern in NRW beauftragt und gefördert vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.perspektive-institut.de https://www.perspektive-institut.de/projekte/qualitaetsoffensive-pflegekinderhilfe-nrw

Transkript anzeigen

00:00:02: Für mich ist immer klar, ein Kind ist ein Kind.

00:00:04: Ein Mensch ist ein Mensch und dann kommt irgendwann seine Behinderung.

00:00:07: Dann ist es so, dass so ein ganzes Tipi-Dorf da drum herum ist und jeder übernimmt die Teile für dieses Leben und die Begleitung des Kindes, die ja am besten kann, weil das muss nicht immer einer alles können.

00:00:21: Es liegt niemals an den Kindern, niemals!

00:00:24: Sondern es war immer ... und Lebensenttäuschung der Großen.

00:00:34: Das ist so selbstverständlich anders normal, dass es erst im Außen auffällt in der Gesellschaft, im Urlaub egal wo wir sind aber auf unserem Wohnbereich hier oder dem Feld fällt das nicht auf.

00:00:55: Heute habe ich die große Freude mit Kerstin Held zu sprechen.

00:00:58: Für mich gehört sie zu den profiliertesten Expertinnen in Deutschland, wenn es um Kinder und Jugendliche mit Behinderung geht, die Inpflegefamilien aufwachsen.

00:01:09: Und genau darüber möchten wir heute sprechen!

00:01:12: Wir führen dieses Gespräch in einer Zeit, in der der Eindruck entstehen könnte dass die sogenannte inklusive Lösung also die Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig davon ob sie eine Behinderung haben oder nicht politisch an Bedeutung verliert.

00:01:32: Gerade deshalb möchten wir heute den Blick auf das richten worum es im Kern geht um Kinder mit Behinderung, die zuallererst Kinder und Jugendliche sind.

00:01:45: Sie haben dieselben Rechte, dieselben Schutzansprüche und dieselben Ansprüche auf Förderung Teilhabe und auch ein gutes Aufwachsen wie alle anderen jungen Menschen.

00:01:56: Diese Rechte gelten unabhängig von politischen Debatten oder angespannten Haushaltslagen – und genau darüber wollen wir heute sprechen!

00:02:06: Herzlich willkommen!

00:02:07: Ich freue mich wirklich sehr, dass wir heute einen ganz besonderen Gast.

00:02:11: Eine Gästin hier haben die Kerstin Heldt Die uns gleich ein bisschen genauer erzählt wer sie ist und was sie macht.

00:02:18: ich kenne Kerstine schon richtig lange.

00:02:20: auch darüber können wir gleich noch ein bisschen reden.

00:02:22: Und Kerstinn, ich freue mich auf jeden Fall wahnsinnig Dass du heute hier bist dir Zeit genommen hast das wir eine Episode aufnehmen können.

00:02:31: Wir haben im Vorfeld bisschen hin und her geschrieben, ein bisschen miteinander gesprochen.

00:02:35: Ich kenne dich ja in sehr unterschiedlichen Rollen die du ausfüllst so zwischen privat und beruflichem und ich will mit dir heute natürlich also wer dich kennt natürlich über das Thema Kinder mit Behinderung in Pflegefamilien sprechen und alles was uns dazu so einfällt.

00:02:52: und bevor wir loslegen möchte ich einfach nochmal sagen wie schön dass du da bist wunderbar Herzlich willkommen.

00:02:59: Vielen Dank, Dirk!

00:03:00: Ich mach das total gerne und wir haben endlich ein Termin gefunden.

00:03:03: Super.

00:03:04: Ja... Und Kerstin ich würde dich gerne zu Beginn einmal fragen was wäre dir wichtig was die Zuhörenden von dir wissen sollten?

00:03:12: Also was findest du sollten die aus deinem Leben, aus deinim Wirken möglichst direkt zu beginnen wissen?

00:03:21: Dass jeder ein eigenes Normal hat und eine eigene Selbstverständlichkeit.

00:03:25: Das finde ich total wichtig.

00:03:27: dass das was ich mache nicht besonders zu glorifizieren ist oder heroisches, sondern das einfach mein normales und dass andere die etwas anderes gerne tun.

00:03:39: Und da besonders gut drin sind, deren normal es wird nicht werten und gegeneinander auch aufwärten.

00:03:45: Das ist mir total wichtig, dass wir uns als gleichwertige Menschen der Gesellschaft wahrnehmen.

00:03:52: Das ist ja direkt sozusagen ein fettes Haltungsthema, was du da jetzt mit rein bringst.

00:03:57: Vielleicht kannst du einmal zumindest aus deiner Sicht noch beschreiben, was sind denn die Rollen, die du in deinem Leben so ausfüllst?

00:04:04: Also das sind mehrere Rüte.

00:04:07: Das sind viele!

00:04:08: Also warum ich von dieser Selbstverständlichkeit und diesem Normalsprecher ist... Inklusion für viele zum Beispiel gar nicht normal ist.

00:04:15: Die Hochabstrakt dieser Begriffe ist total abstrakt und für mich ist es so total normal, deshalb wirkt das mit einer gewissen Leichtigkeit.

00:04:23: diese Leichtigheit ist für viele Menschen auch einschüchternd oder wow!

00:04:29: Das ist ein ganz besonderer Mensch.

00:04:30: oder die ist mit einem Künstler gleich zu setzen der besonders schön singen kann und irgendwie kann doch jeder singe und ich glaube dass das ganz wichtig ist und verschiedene Rollen bedeutet.

00:04:41: Die hat jeder Mensch in unterschiedlichen Intensitäten, nur die sind unterschiedlich sichtbar.

00:04:46: Und ich hab ganz viele Rollen zwischen ... ja, Pflegeperson damit, Pflegemutter mit staatlichem Auftrag aber innen fühlt sich das nach Mama an.

00:04:56: Das sind schon zum Beispiel große Kontroversen eigentlich, die da so stehen.

00:05:02: Ich bin Vorsitzende vom Bundesverband Aber eigentlich auch Mitglied als Pflegefamilie da und gehe auch zum Familien treffen mit meinen Kindern und bin dann irgendwie Familie.

00:05:11: Und ich bin Autorin und Rednerin, auf Neu-Deutsch heißt Inkluencerin oder Sinfluencer.

00:05:23: Gleichzeitig erzähle ich doch nur was ich jeden Tag mache und was ich am besten kann.

00:05:26: Ich kann da für viele andere Dinge nicht.

00:05:28: Diese verschiedenen Rollen sind für mein Gegenüber unterschiedlich bewertet.

00:05:39: Sie einzunehmen in meinen unterschiedlichen Situationen macht es manchmal so schwierig, dass ich dann wenn ich nach Hause komme und denke okay.

00:05:46: Jetzt war ich irgendwie fünf verschiedene Leute und habe fünf verschiedene Dinge getan und fünf verschiedene Felder bedient.

00:05:52: wer bin ich eigentlich?

00:05:53: Also wer bin Ich?

00:05:54: Ich?

00:05:55: Kerstin Heldt Frau Mama.

00:05:57: So weil ja weil wenn ich Nachhause kommen bin nicht die Arbeitgeberin weil da auch noch Pflegepersonal rumhäuft und Da muss sich denn schon immer sagen Ich hätte gern mal Urlaub von meinen Rollen.

00:06:10: Das kennt aber, glaube ich, jeder der vor allen Dingen pflegender Angehöriger ist weil das bin ich auch wenn ich die Kinder nicht geboren habe.

00:06:19: Okay und das heißt was wir jetzt auf jeden Fall ja von dir kennengelernt haben ist es du... Pflegekinder hast und vielleicht können wir noch ein bisschen mehr erfahren davon, wer gehört denn zu eurer Familie dazu?

00:06:35: Wer ist das alles?

00:06:40: Familie in meinem Sinne.

00:06:43: Familie ist ja erstmal ein Gefühl.

00:06:45: also das möchte ich immer dazusagen.

00:06:47: Ich habe auch dieses Kinderbuch geschrieben, Familie ist ein Gefühl weil gerade im Kontext von Patchwork-Familien oder wenn man jemanden annimmt in seinem Leben und zur Familie macht, muss man nicht verwandt sein.

00:06:59: Ich bin seit dem Jahr zweitausend Pflegemutter von Kindern mit Behinderung, habe insgesamt fünfzehn Kinder begleitet eigentlich siebzehn.

00:07:07: aber manche Kinder zählt man ist auch ein Formel dazu und andere sind irgendwie dazugekommen ungefragt so sagt meine Adoptivtochter immer ich stand im Kleingedruckten.

00:07:15: das stimmt auch.

00:07:16: also mehr oder weniger Ja, und die Familie besteht z.B.

00:07:23: in meinem Fall nicht durch meine leiblichen Eltern.

00:07:26: zum Beispiel Ich bin mit einer behinderten Schwester groß geworden.

00:07:29: Das ist meine Selbstverständlichkeit im Leben Und die wurde zu meinem Lebensmodell.

00:07:34: Und ich bin halt seit zweitausend Pflegermutter von Kindern mit Behinderung Und habe einfach gemerkt dass es keine Lobby gibt Dass es keine Rechtsprechungen gibt und das so nicht bleiben kann Das Geschichten dazu da sind, um sie zu erzählen.

00:07:47: Und das war halt der Weg auch in die Öffentlichkeit und in das Engagement, dass ich gesagt habe diese Rechte für diese Kinder ... Die sowieso in Deutschland schwer oder nicht bestehen.

00:07:57: Kinderrechte dann noch für Kinder mit Behinderung.

00:08:00: Dann noch für Pflegekinder sind wir hier mehr als doppelte Benachteiligung.

00:08:06: Also Dinge, die unfair sind kann ich eh schwer aushalten.

00:08:08: Und es ist echt unfair!

00:08:10: Okay,

00:08:11: also da bin ich mir sicher.

00:08:13: Da kommen wir heute auf jeden Fall noch zu uns das ein bisschen genauer anzugucken weil da finde ich bist du auch eine wirklich total spannende Gesprächspartnerin um auch ein bisschen mal aus dem Alltag der Kinder und Jugendlichen dann zu berichten gar nicht nur auf so einer irgendwie formellen Ebene sondern dass wir wirklich mal gucken was bedeutet es für die Kinder tatsächlich in echt in ihrem Leben?

00:08:34: Du hast gerade gesagt ich bin ja auch aufgewachsen mit einer Schwester mit Behinderung.

00:08:38: ist wer prägender Moment in deiner eigenen Biografie, wo du sagen würdest der ist schon sehr entscheidend für das was dann sich daraus auch für mich entwickelt hat.

00:08:48: Würdest du das so sagen oder würdest du es anders beschreiben?

00:08:52: Ja Das Ding ist ja, es ist kein Moment, sondern mein Leben.

00:08:55: Also ich kenne keinen Leben ohne vier Räder neben

00:08:58: mir.".

00:08:59: Als ich meine Schwester mal fragte, hör mal Söke, möchtest du eigentlich gar nicht laufen können?

00:09:03: Dann hat sie gesagt, bist du verrückt!

00:09:04: Ich hab überhaupt keine Ahnung wie ihr auf so zwei dünnen Dinger stehen könnt und schon gar nicht, wie ihr die Kurven dreht.

00:09:10: Und dann habe ich gedacht na klar, sie hat einfach vermisst nichts.

00:09:13: Ja... Und hab irgendwie festgestellt, ihr Leben ist ja gar nicht so arm- und bemitleidenswert wie die Gesellschaft oder auch meine Eltern damals oder auch Freunde das wahrgenommen haben.

00:09:24: Wenn solche Geburtstag hatte, habe ich keine Geschenke gekriegt.

00:09:27: wenn ich Geburtstag hatte hat sie auch welche gekriegte weil sie kann ja nicht laufen.

00:09:31: und als ich dann den E-Rolli von meiner Schwester fahren wollte sagte er hat alle immer gesagt ach Quatsch das darf du nicht sein doch froh dass du laufen kannst war immer dieses Thema.

00:09:40: sehr froh das zu laufen kannst.

00:09:42: Meine Schwester hatte Muskelatrophie Die konnte sprechen, die war kognitiv wirklich also mir um Längen überlegen.

00:09:50: Und konnte halt nicht laufen hatte ein Elektrorollstuhl.

00:09:54: Weißt du Dirk?

00:09:55: und dann macht man so verrückte Sachen und sagt zu seinem Kindergartenkumpel im Alter von fünf Jahren kannst du mir mal den Gullideckel auf den Fuß werfen weil damit ich nicht mehr laufen kann?

00:10:03: Weil ich wollte diesen E-Rolli fahren und habe dann dafür bin ich dafür bestraft worden weil es einfach dumm ist sowas zu machen.

00:10:13: Du bist kein Opfer, du bist nicht traumatisiert.

00:10:16: Also ich hatte das Glück, dass nicht zu sein.

00:10:18: Du bist nicht ein Schattenkind!

00:10:19: Du bist schon sehr früh ein kleiner Funktionär in der Familie ohne Frage... ...du bist ganz früh groß und ich habe mich gerne um meine Schwester gekümmert.

00:10:32: Auch wenn ich die blöd fand, weißt du?

00:10:33: Ich hab immer gesagt, ich wollte meine kleine Schwester einfach mal scheiße finden.

00:10:37: Und es war mir verboten.

00:10:38: aber warum

00:10:39: denn?!

00:10:40: Sie ist mir verschiedenbein gefahren, die Bürokur und hat gesagt du darfst mich nicht hauen.

00:10:44: Ja natürlich fand ich die Scheiße!

00:10:47: Und mit dieser Selbstverständlichkeit, mit dem Blick auf diese jungen Menschen mit Behinderung, mit diesem klaren Verstand das die Großen es nicht gut gemacht haben auch nicht mit mir und auch nicht meiner Schwester Und dass meine Schwester zu keinem Zeitpunkt irgendeine Schuld trägt.

00:11:07: Sondern, dass sie einfach so wie sie ist eine coole Socke gewesen ist.

00:11:12: Bin ich mit sechszehn Jahren ins freiwillige soziale Jahr gegangen und hab in dem Kinderheim für zweiundneinzig binderte Kinder gearbeitet... ...und habe dort meinen ersten Pflegesohn kennengelernt.

00:11:21: Da war ich sechzehn!

00:11:23: Und den habe ich dann als ich fünfundzwanzig war mit meinem damaligen Mann zusammen aufgenommen weil ich den immer in der Ferien- oder im Wochenende da hatte Und deshalb gibt's für mich kein Moment, sondern das ist mein Leben.

00:11:38: Es liegt niemals an den Kindern und hat nie an meiner Schwester gelegen.

00:11:43: Sondern es war immer die Unbeholfenheit, Hilflosigkeit, Leid, Trauer... ...und Lebensenttäuschung der Großen.

00:11:53: Das war nie ein Thema meines Schwestern oder mir.

00:11:56: Danke, dass du uns da gerade mal so abgeholt hast.

00:11:59: Ich meine ich kenne jetzt schon einiges von dir.

00:12:01: aber die Beschreibung von was ist selbstverständlich in meinem Leben und wodurch entsteht mein normal?

00:12:07: Ist natürlich total leicht zugänglich wenn man das mal so hört aus deiner Sicht und hat ja etwas Faszinierendes, was uns glaube ich an anderer Stelle auch das Leben oft leichter machen würde nämlich eine radikale Entdramatisierung ... die wir ansonsten immer mit uns mitschleppen.

00:12:27: Und die ja... Die ja sowas wie authentische Regungen, Gefühle,... ... Interaktion und Kommunikation fast verunmöglicht so wenn man... Wenn man immer mit dem Drama im Hinterkopf agieren

00:12:41: muss.

00:12:42: Also ich finde da was du gerade beschrieben hast, da klingt ganz viel von dem Durchwärmen... Was sich von dir auch schon an anderer Stelle mal gehört habe aber jetzt ein bisschen besser verstehe.

00:12:52: Woher das kommt und warum du das kannst, so weil es ist ja auch eine Eröffnung von der Sichtweise die vielleicht für andere ganz hilfreich sind.

00:13:02: Und nicht zuletzt glaube ich auch für egal ob junge oder erwachsene Menschen mit Behinderung auch ne Riesenerleichterung bedeuten würden wenn sie nicht irgendwie mit so viel Mitleid betrachtet würde.

00:13:16: Total, total.

00:13:17: Also ich meine, ich war sechzehn im freiwilligen sozialen Jahr und ich habe Jugendliche betreut, die waren älter als ich.

00:13:23: Wir sind nachts, sind wir mit der U-Bahn, hab' ich die aus dem Bett geholt haben die Pflege gemacht da gab's noch Zivis, da sind wir nach Düsseldorf in die Altstadt, haben die Altstad unsicher gemacht und morgens mit der ersten U-bahn zurück.

00:13:35: Sowohl die jungen Menschen wie Jugendlichen mit Behinderung haben sowas vorher nicht erleben dürfen weil es die Selbstverständlichkeit bei den Mitarbeitern nicht gab.

00:13:43: Und ich habe zu keinem Zeitpunkt ein komisches Gefühl gehabt, weil man irgendwelche Diskos nicht kamen wegen Stufen.

00:13:50: Weil ich dieses Scheißproblem entschuldige wenn ich so sagen muss in der Gesellschaft von Nicht-Sehien und Barrieren... also baulich ist ja schon eigentlich die einfachste Übung zwischen Menschen.

00:14:00: Ich wollte mal gar nicht anfangen.

00:14:03: Ja es hat mich eben schon immer geagert.

00:14:05: So und dieses Ärgernis war für mich halt nicht neu und das hat mich super geprägt.

00:14:11: und ich muss dir auch ganz ehrlich sagen diese Community, die rund um die Menschen mit Behinderung vorherrscht und entstanden ist und gewachsen ist.

00:14:20: Die ist echt cool!

00:14:21: Und der Humor ist mega und es macht richtig Spaß und es fühlt sich endramatisiert an.

00:14:28: Ich finde das Wort sehr, sehr cool.

00:14:30: Ja schön.

00:14:33: Ein anderer Punkt, auf den ich auch gerade nochmal einmal eingehen will weil du ihn eben benannt hast ist so diese Social Media Aktivität letztlich die Du beschreibst.

00:14:42: Also hast ja irgendwann für Dich nicht nur die Entscheidung getroffen also das ist mein Lebensentwurf, mein Familienentwurf sondern auch irgendwann der Moment wo Du gesagt hast und ich berichte da jetzt mehr drüber als ich mache es mir öffentlich damit andere das mitkriegen vielleicht auch Ich weiß ja nicht genau, vielleicht um Anregungen zu schaffen.

00:15:03: Aber auch das eben gesagt, um Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen, die es so gibt.

00:15:09: Inwiefern verändert das dein und euer Leben eigentlich?

00:15:14: Also ursprünglich war das... Der Ursprung war im Jahr zwei Tausend siebzehn mit dem Geo-Artikel Frau Heldmutter der von einer Journalistin geschrieben worden ist Die eigentlich beim Bundesverband Binderter Pflegekinder gesagt hat, ich möchte gerne eine Geschichte schreiben über Vielfältigkeit von Pflegefamilien.

00:15:33: Nicht gerne eine alleinerziehende Pflegemutter oder Pflegevater eine Familie, wo ein Kind verstorben ist.

00:15:39: Eine Familie die mehrere behinderte Kinder hat.

00:15:44: und dann irgendwann sagt unser Öffentlichkeitsbeauftragter her, da haben wir eine Person, dann rufen wir die Frau Held an.

00:15:49: so entstand es.

00:15:51: Und dann kamen die Vivian Pasquet und war bis hier eingezogen bei uns in die Familie für eine Woche und hat gesagt was du was das muss erzählt werden weil das muss sichtbar sein damit viel mehr Kinder ein Zuhause kriegen und nicht in Heimen aufwachsen müssen.

00:16:05: Und das ist eigentlich sich so normal hier anfühlt, so wenig behindert.

00:16:09: Sie hat immer gesagt, sie fühlt sich so wenig Behindern an!

00:16:11: Man vergisst es hier.

00:16:14: Das hat mich dann dazu bewegt.

00:16:16: nachdem diese Artikel sogar den deutschen Sozialpreis gekriegt hat oder einen Kinderschutzbundpreis usw.

00:16:21: habe ich gedacht okay Ich mache gar nicht so viel falsch.

00:16:25: Aber weißt du, wenn du in deinem Normal lebst bist du betriebsblind.

00:16:28: Du musst immer in der Selbstreflektion sein gucken was kommt davon außen?

00:16:31: Du darfst aber dich nicht zu sehr bewerten lassen!

00:16:34: Du bist ja nicht für die anderen da, du lebst jetzt dein Leben.

00:16:37: und dann habe ich Social Media Aktivität erst dann gestartet als es tatsächlich dazu kam dass eine Agentur oder mehrere Agenturen sagten Menschen müssen ein Buch schreiben und ich hab gesagt hey worüber denn?

00:16:49: Und dann sagt die eine Agentin, ja genau weil sie das sagen weiß ich Sie müssen eins schreiben.

00:16:54: Die die glauben sie haben was zu sagen die brauchen nicht schreiben.

00:16:58: Dann habe ich das Buch geschrieben und hab dann gesagt okay es muss ne Social Media Begleitung haben.

00:17:04: Das ging ziemlich schnell.

00:17:05: das ist auf Instagram und Facebook einer Präsenz gab die gerade im den Bereich der Familien mit Kindern, mit Behinderungen und dabei irrelevanten Pflegekinder oder nicht.

00:17:17: Deren pflegenden angehörigen Eltern gewachsen ist aber auch viele aufs Podest geholt hat die mit gefährlichem Halbwissen auch echt bashing und diskriminierend Auch kritische Fragen.

00:17:33: Du trägst deine Kinder ins Internet, sie sind sichtbar, ne?

00:17:36: Sie stellt sich über die Kinder da.

00:17:38: also den musste ich mich auch stellen habe mich doch viel hinterfragt.

00:17:43: aber Ich kann halt soviel sagen dass ich für die Selbstabsicherung zum Beispiel kenn'.

00:17:50: ich glaube ganz viele Jugendämter kennen auch den Account.

00:17:51: Also bin mir sehr sicher und ich sehe das ja auf viele Träger.

00:17:54: Aber auch die leiblichen Eltern meiner Kinder kennen die Accounts, die haben auch Mitspracherecht.

00:18:00: Die Kinder, die es können, haben einen Mitsprachericht.

00:18:02: Mein Träger kennt das so, dass ich sagen muss, ich schütze mich vor meiner Betriebsblindheit.

00:18:07: Wenn man in Social Media berichtet, passiert's mal, dass du den Blick für Diskretion verlierst.

00:18:14: Dann haust du schon was raus und denkst, ja, kann man das machen?

00:18:17: Und dann ... bin ich immer super dankbar für Menschen, die dann sagen, wo wollt ihr hier noch mal eben gucken?

00:18:23: Und es ist auch schon zwei, drei Mal so gewesen und ich bin da echt dankbar.

00:18:27: Und prozentual gesehentlich sind das vielleicht zwei Prozent, die das halt halten, manchmal auch schwer wiegen.

00:18:38: Der Rest schätzt das sehr aber... Es bedeutet für uns leider mehr Problematik im Alltag, die noch zu bewältigen als ich dachte.

00:18:48: Weil es einfach dazu führt dass sich und meine Kinder selbstverständlich werden für diese Bubble.

00:18:54: Das heißt wenn wir irgendwo auftauchen auf einem Spielplatz oder irgendwo sind oder ein Urlaub fahren und wir berichten darüber Sind Wir Best Buddies.

00:19:02: also die Menschen verlieren das nähe Distanz Verhältnis wobei ich das Wort doof finde.

00:19:06: Ich liebe professionelle Nähe das Wort finde ich richtig gut ist dann finde ich blöd.

00:19:13: Aber du bist deren Eigentum, ne?

00:19:14: Du bist deren... die kennen dich.

00:19:16: Die glauben dich zu kennen und damit habe ich nicht gerechnet das muss ich sagen und damit lerne ich zu leben aber es ist nicht schön.

00:19:25: also es ist einfach.

00:19:26: Das muss ich schon dazu sagen.

00:19:28: Okay!

00:19:29: Also ich glaube wir haben einen ganz guten Eindruck davon bekommen was du jetzt so an unterschiedlichen Rollen bedienst und was dich auch ausmacht, womit du dich beschäftigst.

00:19:41: Und ich würde gerne ein kleines Experiment jetzt noch zu Beginn mit dir versuchen nämlich... Ich würde dich gern noch fragen Wenn du in einem Bild beschreiben müsstest jemandem, der sich mit der Pflegekinderhilfe nicht auskennt und er sich mit Kindern mit Behinderungen nicht aus kennt.

00:19:56: Was es damit eigentlich auf sich hat?

00:19:58: Also wie eigentlich Kinder mit Behnderung gute Pflege-Kinderhilfen erleben können so was... Gibt's deine Idee, wie du das beschreiben würdest?

00:20:12: Naja, es gibt ja viele Sprüche dazu.

00:20:15: ne!

00:20:16: Das braucht ein ganzes Dorf für einen Kind, um das zu begleiten.

00:20:21: Also ich würde für gutgelegene Pflegekinderhilfe eigentlich Worte finden wollen und diese Worte wären vor allen Dingen in erster Linie so Dinge wie Wertschätzung und Respekt weil die Pflegekindern Hilfe sowieso sehr häufig schon vor Urteils belastet ist.

00:20:38: dabei geht es nicht mal unbedingt um ein behindertes Kind.

00:20:41: wenn dann das Kind noch eine Behinderung hat dann fragen sich die Leute Häufiger, warum macht man das?

00:20:46: Das ist immer so ein Misstrauensantrag dahinter.

00:20:49: Und die gelingende Pflegekinderhilfe für Kinder mit Behinderung bedeutet für mich wirklich bedarfsgerecht zu gucken auf das Kind.

00:20:56: und ich bin mir ganz sicher wenn wir dieses Kind in die Mitte nehmen und uns wirklich so vorstellen dass das in der Mitte steht dann ist es so, dass ein ganzes Tipi-Dorf da drum herum ist und jeder übernimmt die Teile für dieses Leben und die Begleitung des Kindes.

00:21:14: Die ja am besten kann, weil das muss nicht immer einer alles können.

00:21:17: Und ich glaube, das wäre eine sehr gelingende Pflegekinderhilfe, dass auch Pflegeeltern sich trauen können zu sagen Ich schaffe's gerade nicht ohne, dass sie Angst haben müssen, dass das Kind woanders untergebracht wird.

00:21:28: Gerade bei Kindern mit Behinderung geht das sehr schnell.

00:21:31: Das heißt vielleicht ist in der Station ihres Wohnen dann doch besser Und das ist bitter.

00:21:38: Um das gleich abräumen zu können, weil ich weiß dass du da eine gute Antwort drauf hast.

00:21:43: Misstrauensantrag?

00:21:44: Warum macht man denn sowas Kerstin als?

00:21:47: also warum macht man ein Pflegemutter von Kindern mit Behinderung?

00:21:51: Also ich mache das, weil es das Beste ist was ich kann und mein normales so.

00:21:55: Ich habe definitiv total einfache Antwort.

00:22:00: Und ich kann dir sagen, ganz viele andere Pflegeeltern die zum Beispiel in der Pflege arbeiten oder in der Pädagogik irgendwo im stationären Bereich steigen damit aus und sagen ich mache lieber eine Sache richtig als irgendwie zwanzig Kinder nur so ein Stückchen.

00:22:14: Ich glaube dass das ganz viel diese Motivationen im Bereich der Kinder mit Behinderung ist.

00:22:19: also dieses Thema unerfüllter Kinderwunsch oder wir möchten Familie sein entsteht eher selten im Kontext für Wünschen uns ein behindertes Kind.

00:22:28: Also es war ganz klar gesagt Das setzt schon Resilienz und Biografie und Fachlichkeit voraus.

00:22:34: Und irgendein Lebensbild davon, sonst macht man das

00:22:36: nicht.".

00:22:37: Okay, Kerstin!

00:22:39: Gibt es noch irgendwas ergänzend dazu aus deiner Sicht zu sagen?

00:22:43: Also die Selbstverständlichkeit und das Normale von Menschen, die motiviert sind ein Kind mit Behinderung aufzunehmen ist ja erstmal eine Situation wo man sagt, Hanno habe ich mich darauf vorbereitet mache ich mit Absicht will ich.

00:22:58: aber wir haben natürlich Bei dem Bundesverband Binder-Taflegekinder hatten mir meine Umfrage so knapp über vierzig Prozent der Pflegefamilien, die gar nicht wussten, dass sie Erminder des Kindes aufgenommen haben.

00:23:07: Die

00:23:07: haben sogar einen Ausschluss gehabt, weißt du?

00:23:09: Die haben gesagt, also Minder des Kinder trauen wir uns nicht zu.

00:23:13: und gerade die Diagnose für Tales Alkoholsyndrom.

00:23:15: in diesem Kontext haben wir ein sehr hohen Prozentsatz, das erst später diagnostiziert wird.

00:23:21: Dass an dieser Stelle auch Jugendämter dann nicht gut recherchieren, muss man auch sagen muss es leider auch sagen, auch zum Teil vorsätzlich den Alkoholkonsum der Mutter verschweigen um die Kinder überhaupt vermittlungsfähig zu haben.

00:23:34: Auch die Adoptionen viel aus den osteuropäischen Ländern, die Quote von FASD ist enorm hoch.

00:23:40: und dann müssen diese Pflegeeltern, das wollen sie in den allermeisten Fällen, das Leben mit diesen Kindern lernen gemeinsam und möchten auch diesen Weg gehen weil sie natürlich emotional gebunden sind, weil sie mir Herz verschenkt.

00:23:55: Im optimalen Fall ist es eine Familie geworden.

00:23:58: und ja hier scheitert oft das System Pflegefamilie oder Pflegekinderhilfe eben an diesen auch vorverurteilenden Anspruchsdenken.

00:24:09: Ja wo kommt jetzt die Diagnose her?

00:24:11: Wieso wollen die denn jetzt so viel Geld?

00:24:13: ne?

00:24:13: So was warum sollen die dann jetzt mehr Erziehungsbeitrag kriegen?

00:24:18: Und das finde ich so unsäglich.

00:24:21: jedes Kinderheim, was nicht für behinderte Kinder geeignet wird, gesagt zu kann ja nicht bleiben.

00:24:26: So dann werden die Hilfe geändert worden und dann ist gut.

00:24:29: Und wir haben irgendwie Menschen die sagen Wir sind sozial emotionale Eltern dieses Kindes.

00:24:35: Wir fühlen uns als Eltern.

00:24:37: Wir möchten diesen Weg gehen Dann finde ich schlimm dass sie sagen müssen bitte helft uns und müssen sich rechtfertigen anstatt dass jemand sagt hey Wahnsinn es ihr das macht wie toll.

00:24:49: Was können wir für euch tun?

00:24:51: So, das gibt's nicht.

00:24:53: Also es gibt fast gar nichts.

00:24:56: Und das ist schon schwierig und bitter?

00:24:58: Ja, ja, verstehe.

00:25:01: Okay ich würde gerne... ... mit dir mal noch eine Runde drehen und ein bisschen genauer verstehen.

00:25:06: Wie sieht denn eigentlich so einen, ja vielleicht auch so ein bisschen Alltag in der Pflegefamilie aus?

00:25:12: Aber also überlegt es mir vielleicht ganz interessant auch mal noch dahin zu gucken... So wie du sprichst von den Kindern und Jugendlichen, mit denen du da zu tun hast steht da aus meiner Sicht ganz selten ja irgendwie die Diagnose, die Prognose.

00:25:29: Die Behinderung und die Erkrankungen im Mittelpunkt.

00:25:32: Sondern da steht ja ganz zentral im Mittelpunkt, dass es sich dabei um Kind, um eine Persönlichkeit, um Charakterzüge usw.

00:25:40: handelt.

00:25:41: Und ich wüsste gerne von dir ist das auch was für dich?

00:25:45: Von vornherein selbstverständlich war oder entwickelt?

00:25:48: also hast du das entwickelt so ein Blick auf die jungen Menschen

00:25:56: Also dadurch, dass meine Schwester in dem Fall ... ich sag jetzt mal verbale Kommunikation und in der Kognition altersgemäß mit mir mithalten konnte oder mir voraus war, habe ich Behinderung immer sekundär wahrgenommen.

00:26:16: später.

00:26:17: Für mich ist immer klar, ein Kind ist ein Kind, ein Mensch ist ein Mensch und dann kommt irgendwann seine Behinderung.

00:26:21: Mir ist ja völlig egal ob der eine Prothese trägt oder nicht.

00:26:24: hörend ist also von meinem besten Freund der Bruder, der war zum Beispiel nicht höhrend.

00:26:29: Der hat halt zwar Lautsprache gelernt für die Gesellschaft weil wir alle keine deutsche Gebärdensprache können und fand das früher schon total scheiße dass Matthias irgendwie sich quälen musste laut Sprache für uns zu lernen anstatt dass wir mal irgendwie in der Lage sind schon im Kindergarten vielleicht vielleicht die DGS, den Kindern beizubringen.

00:26:49: Wäre doch super!

00:26:50: Für mich ist immer das Problem, dass ich gar nicht verstehe, warum es nicht stattfindet.

00:26:55: Es gibt keinen guten Grund dagegen, verstehst du?

00:26:57: Es gibt nur gute Gründe dafür.

00:27:01: Ich vergesse manchmal sogar die Behinderung und die Prognose meiner Kinder, also die mir anvertrauten Kinder und gebe offen zu sie manchmal sogar zu überfordern.

00:27:11: Das liegt aber dann daran, dass sich hinterher merke ... Jonathan mitnehmen Jada Berger Zoo, nicht zu Hause lassen.

00:27:17: Mit der Pflegekraft weil ich vermisse ihn dann und er gehört zu uns und es ist mein Kind und Er ist doch ein achtjähriger Junge und erfindet das bestimmt schön.

00:27:25: Und dann kommen wir nach hause und dann kramft er ums müde und Ich merke Es war ein egoistischer Wunsch dass er mitkommt und er mag vielleicht auch ein bisschen Ein bisschen Freude erlebt haben.

00:27:38: aber Das sind dann auch so Momente voller Trauer Weil dann rutscht die Behinderung, die Prognose seiner Entgültigkeit, seine Palliativprognose ganz weit nach vorne und gibt wirklich eine Backpfeife.

00:27:54: Dann fühle ich mich auch einfach schuldig.

00:27:57: Dass sie es einfach egoistisch als Mama... Wir haben doch alle schon als Eltern unsere Kinder überfordert, weil wir auf irgendwas Bock hatten.

00:28:04: Ich meine das muss man echt mal sagen und in dem Kontext ist der Preis echt hoch.

00:28:08: Ja

00:28:09: ich habe mich auch gerade gedacht dass diese Bezeichnung der Preise echt hoch dann wahrscheinlich richtig ist.

00:28:14: und es gibt ja hab ich zumindest immer den Eindruck gehabt wenn ich mit euch vom Bundesverband auch zu tun hatte Es gibt ja immer Möglichkeiten, wo die Kinder und Jugendlichen mit denen ihr zusammenlebt Glück erleben.

00:28:29: Und das kann ja ganz anders aussehen als das was wir sonst sagen würden typischer achtjähriger Was macht den glücklich?

00:28:35: oder so sondern dieses Kind Mit seinen Wahrnehmungsmöglichkeiten, mit seinen Ausdrucksmöglichheiten hat eine eigenständige und vielleicht auch manchmal eigene... also eigenartig im Sinne von eigener Art Zugang um Glück zu erleben.

00:28:54: Aber das muss man natürlich können und lernen wahrscheinlich, das zu sehen und zu ermöglichen Und

00:29:02: du musst den Weg zum Kind gehen, das ist ja einfach das Wichtige.

00:29:06: Also du musst dich z.B.

00:29:08: darauf einlassen.

00:29:08: wenn ich dann hergehe und sage okay wir haben jetzt einen Wasserbett... Ich bin irgendwie einen Abend habe gesagt so wie brauchen jetzt ein Wasserbott mit einem Podest?

00:29:16: Und ich bestelle jetzt bei Konrad Bassrutschen und die schrauben wir unter diese USB-Planen und schließen hier eine Verstärke an Dann kann man Musiker fühlen, also es gibt ja Musikwasserbetten und die sind mir einfach zu teuer.

00:29:30: Und dann habe ich gesagt okay ich bin Ergotherapeutin, ich hab Schrauben gelernt, ich bin Eventmanagerin.

00:29:33: Ich kenne mich mit Veranstaltungstechnik aus, das schraubende zusammen!

00:29:39: Das habe ich dann echt so irre Ideen, da kann ich dann so machen.

00:29:43: und dann fange ich aber auch um halb eins nachts anzubauen wenn die Sachen da sind und dann baue ich das Ding Und dann wirst du irgendwie eins mit etwas zwar recht aufwendigem erstmal, aber was sowas kleinem und sowas wildem.

00:29:56: Dann liegst du mit deinem Kind auf diesem Wasserbett und hörst Schiller und hörste total schöne beruhigende elektronische Musik mit ein bisschen Wasch!

00:30:04: Da ist so wenig, also so verdammt viel.

00:30:09: Und dann erlebst du aber im Gegenzug – das gehört auch in unseren Alltag.

00:30:13: Also in meinem Fall durch die Palliativmedizin und Intensivmedizinen habe ich immer Pflegekräfte im Haus.

00:30:20: Die dann nachts auf diesem Wasserbett rumfläzen, also in ihrem Nachtdienst und du denkst so nein das gehört dir gar nicht!

00:30:28: Das gehört meinem Kind ja?

00:30:30: Und da gehört was ganz anderes hin eine ganz andere Emotionalität ein ganz anderer Sinn ein ganz anderes... Und dann kommst du in Konfliktsituationen, die dich auch unglücklich machen.

00:30:40: Weil du plötzlich merkst, du bist anders.

00:30:43: Dein Anders normal wird dieser Mensch der da einfach nur eine Flitzgelegenheit sieht um sich mal ne Stunde auszuruhen niemals verstehen.

00:30:52: Niemals!

00:30:55: Dann bist du exkludiert.

00:30:56: also Inklusion braucht auch das Recht gleich unter Gleiche sein zu können, die dann dieses Wasserbett auch gleich wahrnehmen.

00:31:03: und den Moment um ... ja, um Selbstverständlichkeit in sich so zu erfahren.

00:31:10: Lichter!

00:31:11: Lampen!

00:31:11: Du siehst irgendwo in so einem Billo-Shop, siehst du irgendwie eine Taschenlampe die Sterne macht?

00:31:16: Dann weißt du jo, das ist das Ding und ... Du entwickelst dafür wirklich einen ganz anderen Blick.

00:31:23: Und das Schönste ist was passieren kann, dass du neurotypische Kinder, jungen Menschen erwachsene mitnimmst, die plötzlich so basal glücklich werden.

00:31:33: Weißt du die sich darauf einlassen können und sagen, das berührt mich voll schön.

00:31:40: Und wie nah kann man den Menschen dann sein?

00:31:42: Das feiere ich!

00:31:44: Ja, du bist schon mittendrin bei der Beschreibung von vielleicht Geschichten aus dem Familienalltag, die du auch gerne erzählst.

00:31:53: Ich will trotzdem gerne noch einmal explizit nachfragen ob es so... Geschichten, die du gerne erzählen würdest um so ein bisschen sichtbar zu machen.

00:32:02: So wie die Wasserbettgeschichte Wie muss man sich das vorstellen?

00:32:06: Also was auch an ist ja nicht nur Kreativität sondern es ist ja auch irgendwie so eine Umsetzungsaffinität oder keine Ahnung wie man das nennen kann aber sich da voll drauf einzulassen dass man eben für dieses bestimmte Kind einen besonderen Zugang ermöglicht.

00:32:24: Und das findet halt im Alltag statt, vielleicht hast du noch so Geschichten oder eine?

00:32:29: Also ich hab ja vier Kinder, damit auch viele Bereiche die nun völlig unterschiedlich sind.

00:32:35: Die Kinder sind nicht alle gleich und haben den gleichen Mittagabend.

00:32:38: Ich hatte so ne Situation als Richard dreieinhalb Jahre alt war, sagte die Frau im SPZ zu mir, Frau Heldt wollen sie meine Autismusdiagnostik mit ihm machen?

00:32:46: und ich sag nee ist kein autistes Quatsch!

00:32:49: Ah, soll mal machen.

00:32:52: Und dann habe ich gesagt Job wenn Sie das brauchen also können wir machen.

00:32:55: und dann stellte sich heraus dass Richard einen der höchsten Scores in einer Diagnostik hatte für frühkindlichen Autismus.

00:33:01: und ich hab zu der Psychologin gesagt ich hab es überhaupt nicht gemerkt.

00:33:05: naja sagt sie ihr gesamtes Haus ist mit Metacom-Symbolen ausgestattet die haben so Alltagsabläufe sie haben überall irgendwelche Ablaufsymbole sie sind strukturiert.

00:33:14: sie haben farbige Gardroben.

00:33:16: warum sollte er dort auffallen?

00:33:18: Warum sollte sein Bedürfnis dort speziell sein?

00:33:22: Und dann zu merken, dass du die Verantwortung hast.

00:33:25: Diese Bubble, die du so selbstverständlich bei dir zu Hause gestaltest.

00:33:28: Du musst dir vorstellen, ich gehe durch irgendein schwedisches Möbelhaus und weiß ganz genau... Ich brauche diese Plastiklöffel weil das sind die, die passen in Gileschen rein und die kann man nicht kaputtbeißen und es sind die ,die am besten festgehalten werden können mal die am hintendicken Griff.

00:33:41: Das entwickelst du dein ganzes Leben fortwährend als Pflegefamilie von Kindern mit Behinderung Und man kann gar nicht diese Frage beantworten, weil so ein anderes Improvisationstheater jeden Tag entwickelt in seinen Feldern.

00:33:59: Es sieht hier anders aus und trotzdem ist es normal.

00:34:02: Metacom-Symbole für Außenstehende ... Wenn ich denen sage, die hängen da, dann nehmen sie die wahr.

00:34:08: Aber wenn ich denen das nicht sage und würde den das hinter erzielen sagen, ja stimmt!

00:34:12: Ich glaube, dass ist Inklusion.

00:34:16: Allgegenwärtig, dann ist es da.

00:34:18: Und... Es ist alles darauf ausgelegt dass ein Rolli irgendwo hin kann.

00:34:22: aber ich kann dir gar nicht beschreiben so wenn du sagst was ist das?

00:34:27: Was dieses minimalistische Glück ausmacht?

00:34:29: Was ist das, was du im Alltag adaptieren musst?

00:34:33: Was sind das für Geschichten?

00:34:34: Kann ich dir nur sagen, dass sich im Außenmerke erst... Das ist speziell!

00:34:40: Es ist einfach... ...das ist so selbstverständlich Anders normal, dass es erst im Außen auffällt in der Gesellschaft.

00:34:48: Im Urlaub egal wo wir sind aber auf unserem Wohnenbereich hier oder in dem Feld fällt das nicht auch.

00:34:57: Das Spielzeug ist für mich ist das normal und andere sitzen halt so krass das leuchtet und das hat schwarzlicht und hier kannst du da und ich denke ja Ja, es ist einfach so.

00:35:10: Also verstehe das was du sagst und gleichzeitig habe ich hier schon auch das Gefühl dass man das erklären muss.

00:35:17: im Außen, also ich gehöre ja auch ins Außen und Menschen in mir muss man das erklären.

00:35:23: Das versteht man sonst glaube ich nicht.

00:35:25: und gleichzeitig ist es aber irgendwie so faszinierend dann zu verstehen was dann alles möglich wird wenn man sich sehr auf diese jungen Menschen einlässt Und auch darüber haben wir schon an anderer Stelle gesprochen.

00:35:40: Das wunderbare daran ist ja, was man an den Kindern, an den Jugendlichen mit Behinderung lernen kann, dass das für alle Kinder und Jugendliche gut wäre so mit ihnen umzugehen.

00:35:49: Das finde ich ja auch so das Wunderschönes eigentlich sozusagen am Spezifikum Behinderungen gelernt aber sozusagen anwendbar auf alle ob Mitbehinderung oder ohne.

00:35:59: Das ist irgendwie etwas sehr Menschliches.

00:36:03: Wir sind hergegangen und haben die Grundschulen, die sogenannten Regelschulen geöffnet für Kinder mit Binderung.

00:36:08: Wir hätten es umgekehrt machen müssen.

00:36:10: Wir hatten ungekehrts sagen müssen hey ihr dürft diesen besonderen Raum einfach mit nutzen und Mathe-Deutsch Englisch machen wir nochmal separat das hier da ein bisschen... mehr aufs Podest kriegt.

00:36:22: Und ich zum Beispiel durfte, wenn Eltern Sprechtag war oder so, durfte ich immer mit meiner Schwester den ganzen Tag entweder in den halbpädagogischen Kindergarten oder später auch in die Förderschule körperlich-motorische Entwicklung und ich sagte, ich wäre so gerne da!

00:36:36: Ich habe das so cool gefunden.

00:36:39: Rollbrett fahren, in einer Pause, in eine Regenpause, Nuseln gehen, Reiten fahren.

00:36:44: Boah, ich fand es so schön, die Spielplätze viel schöner... ja Also dem kann ich nichts zufügen.

00:36:52: Ja, das ist gut!

00:36:54: Okay... Ich würde gerne mit dir in zwei unterschiedliche Richtungen abtauchen.

00:36:59: Ich weiß nicht wie herausfordernd es für dich ist?

00:37:01: Wir probieren das einfach mal gerade.

00:37:02: Nämlich sozusagen in emotionale Extreme würde ich jetzt mal versuchen zu beschreiben und ich würde gerne einmal wissen ob es sowas gibt ... müssen nicht viele Erlebnisse sein, aber so Erlehnisse die dich auch heute immer noch zum Schmunzeln bringen.

00:37:19: Du sagst Boah das war so witzig!

00:37:20: Also es war eine lustige Situation und ich bin mir ziemlich sicher... Es gibt auf der anderen Seite aber auch irgendwie Erlebnisse und Erfahrungen, die ziemlich tief gehen genau auf dem anderen Spektrum der Emotionen nämlich auf die was einen traurig macht, was einen erschüttert oder so.

00:37:36: Und ich würde gerne wenn du bereit bist dazu würde ich das gerne den Zuhörenden ermöglichen meine Idee davon zu kriegen.

00:37:44: Was könnte das sein?

00:37:46: Zwischen welchen Extrem müssen wir uns das vorstellen?

00:37:49: im Zusammenleben mit Kindern, mit Behinderung.

00:37:58: Ich würde das erst mal aus meiner Selbstverständlichkeit zusammen leben mit Kindern.

00:38:04: also ich weiß nämlich gar nicht ob das bei Kindern ohne Behinderungen sich anders anfühlen würde als mit.

00:38:13: Es gibt halt total viele schöne Momente und viel mehr.

00:38:17: Wenn ich jetzt spontan überlege, fallen mir viel schöner Momente ein als schlechte oder traurige Momente.

00:38:23: Und auch sehr lustige, die aber manchmal vom Humor von neurotypischen Menschen nicht verstanden werden.

00:38:28: Das muss man halt auch einfach klar sagen.

00:38:30: Man entwickelt halt... Man entwickelt halt so Dinge, wo andere sagen, ey krass, dass ihr das so gesagt habt.

00:38:39: Also wir hatten zum Beispiel ... sollte Sascha ein Elektrorollstuhl bekommen?

00:38:43: und dann hat die Krankenkasse gesagt, nee der ist nicht verkehrstauglich und haben gesagt naja im vierjähriges Kind ist es auch nicht ne?

00:38:48: Und darf auch Dreirad fahren oder Fahrrad fahren.

00:38:51: und ja er muss zum TÜV.

00:38:52: und dann sind wir zum Tüv-Nord gefallen, das hab ich nie vergessen.

00:38:55: Und haben gesagt hier, der TÜv Nord soll mal einen TÜF gut machen, ob der Rolli fahren kann.

00:38:59: Dann sagt der Typ vom TÜVO Kannst einen Auspuff, kann ich dir da drunter schweißen.

00:39:03: Aber ich kann nicht sagen, ob der Rolli fahren kann!

00:39:06: Dann sollte er ein Mofa-Führerschein machen, weißt du?

00:39:08: Eher mal als Mofa.

00:39:09: und dann sagt mein Fahrlehrer, hey nee, denn für den musst du einer die Kreuze machen, kannst du vergessen, kein Prüfer in der Welt nimmt das.

00:39:16: Und dann war der medizinische Dienst da Sportmediziner, weil ihn nie vergessen... und Sascha hatte sein Sprachcomputer da am Start und hat eine Kopfsteuerung mit dem Sprachkomputer wo er das einmal frei bedient hat, die übrigens auch zur Bedienung des Elektrorollschluss dienen sollte.

00:39:32: Das heißt erkundet das ja schon und dann klickt da auf dem Rechner rum und sagt zu den Typen vom MDK wenn man keine Ahnung hat einfach mal Fresse halten.

00:39:40: Und das Original-Zital von Dieter Nuhr und der Mensch vom medizinischen Dienst hat nicht mal verstanden dass Sascha mit ihm gesprochen hat so weit weg ist in der Kommunikation und in der Verbindung zu diesen Klienten gewesen denen er begutachtet hat.

00:39:57: Also das war ziemlich unglaublich.

00:39:59: Und dann hat er sein E-Rolli, nach vierenhalb Jahren Kampf hatte der den gehabt?

00:40:03: Er hat mit drei Zehn haben wir den beantragt und mit achtzehneinhalb hat er den bekommen.

00:40:08: Das heißt seine gesamte Jugend ist er nicht selbstständig Rollschuh gefahren.

00:40:13: Dann hat er ihn gehabt und dann fuhr ja geradeaus bei uns in so ein Busch... ...und ich hörte nur aus dem Busch und da raufhin sagte mein damaliger Partner, oh!

00:40:24: Ich glaube das mit der Programmierung dem Rückwärtsgang.

00:40:27: Das haben wir jetzt vergessen, essen wir erst zum Mittag oder holen ihn jetzt daraus!

00:40:33: Das war sehr witzig.

00:40:34: und ja... Und er kam halt zwei Jahre später in eine Einrichtung weil dann auch das Wegeverhältnis nicht mehr zu verlängern war und es auch nicht mehr ging.

00:40:41: und auch richtig war dass er dann irgendwie ins Erwachsenen leben kann.

00:40:45: und dort wurde dann der Elektroräusch schon an die Krankenkasse zurück gegeben weil sie aus Personal gründen das nicht weg nicht händeln kann.

00:40:54: Und so sind die Sachen so dramatisch lustig, bewegend und am Ende... ja sage ich aber nicht es war umsonst sondern er hat zwei Jahre ein Gefühl von Freiheit gehabt irgendwie und Selbstbestimmung von A nach B zu kommen.

00:41:13: Ich glaube das ihm ist ganz viel fürs Leben gegeben hat.

00:41:15: Also es hätte besser laufen können aber man muss es ja nicht... Dramatisieren, aber diese Elektro-Holstuhlgeschichte das war wirklich wie er dann sagt wenn man keine Ahnung hat einfach mal Fresse halten.

00:41:26: Das fand ich grandios!

00:41:30: Ja und ist also ich meine da was du beschreibst.

00:41:33: so beim Zuhören denke ich dass hat natürlich auch... Also Humor hilft sicherlich auch immer ne?

00:41:40: Aber ich glaube man braucht auch eine Portion gewollten Zynismus, also nicht gegen den man sich dann wehrt.

00:41:47: Man muss den Zynismus auch manchmal ein bisschen vielleicht feiern und ... Ich weiß nicht, ob das mit schwarzem Humor auch getreffend würde als Bezeichnung?

00:41:56: Das weiß ich gar nicht genau.

00:41:57: Aber das sind ja eher obskure Situationen in die du plötzlich reingerätst.

00:42:02: Wenn du über die nicht lachen kannst, dann stell ich es mir wirklich richtig schwierig vor.

00:42:06: Ist

00:42:06: es auch!

00:42:07: Ja, ja.

00:42:08: Also wir haben auch in der Klinik was manchmal mit Ärzten und Pflegekräften, ich meine wir arbeiten mit denen im Team zusammen die wissen genau wenn wir kommen okay wenn die da sind dann müssen wir handeln so.

00:42:18: das ist ein gewachsenes Ding.

00:42:20: Und dann hat Jonathan zwei Zugänge am Bauch einmal für den Dünndamm und einmal für Den Magen und das eine ist gastral das andere ist regional und wenn du das verwechselst kannst echt kritisch werden und das sind nur zwei so Button, wie so Wasserballventile und wenn man anatomisch sich nicht auskennt weißt du nicht welcher für welchen ist.

00:42:39: Also kannst du dich entscheiden?

00:42:40: Weißst du nicht!

00:42:41: Und dann haben wir noch zu dem Gastroentrologen gesagt als es in OP ging ob dazufällig ein Tätowierer mit an Bord ist dass man einen Zugang G oder andere J tätowieren kann.

00:42:54: Dann haben wir philosophiert darüber, ob ich das als gesetzliche Vertreter denn überhaupt entscheidender wurde, ob das Körperverletzung ist.

00:43:00: Er hat natürlich keine Tätowierung aber tatsächlich beschriften mir das sobald jemand da ist wo wenn nicht wissen checkt er das.

00:43:08: dann bemalen wir das Kind mit Edding und da brauchst du diesen Humor und es ist leider auch einfach völlig realistisch.

00:43:21: Ja, ich glaube es ist die große Chance in dieser Episode ein bisschen was über Lebenswirklichkeiten zu lernen.

00:43:28: Von denen viele Menschen auch nachvollziehbarerweise noch nicht so viel Ahnung haben und das kann man glaub' ich heute hier mitnehmen.

00:43:35: Magst du uns auch was erzählen sozusagen auf der emotional anderen Seite des Spektrums wo's irgendwie also ... Was dich irgendwie auch sehr berührt oder auch traurig gemacht hat?

00:43:51: Also... Es gab immer einen Feld, wo ich gesagt hab, weiß ich nicht ob das kann.

00:43:55: Wenn ein Kind stirbt zum Beispiel.

00:43:57: Also wenn das Versterben eines Kindes oder diese Aussicht darauf ... Ich bin damit groß geworden.

00:44:02: meine Schwester hieß immer die wird nicht alt, die wird irgendwie an der Lungenentzündung sterben und dann ist sie mit fünfzehn von einem betrunkenen Autofahrer totgefahren worden und nicht in ihrer Behinderung gestorben so dass für mich irgendwie klar war krass ja okay also war jetzt irgendwie immer so'n Darmoklips schwer und am Ende kommt es doch anders als man denkt.

00:44:21: Das war total bitter, weil es dann auch noch hieß Silke hätte ihm die Vorfahrt genommen.

00:44:25: Weil sie einen motorisierten Gegenstand gesessen hat und acht kann man sich nicht vorstellen wie wenig Rechte da auch Menschen mit Binderung haben.

00:44:33: Und das Ganze passierte auch noch heiligabend also war absoluter worst case und von daher war's einfach so.

00:44:40: eine Präsenz für mich.

00:44:41: aber gleichzeitig habe ich mir so gedacht na hast du ne andere Rolle als Mama das zu erleben?

00:44:45: Und dann nahm ich ein Kind auf was klar war, dass sie nicht sehr alt wird.

00:44:49: und ich habe gedacht okay wenn du es nicht versuchst ja wenn das nicht versucht dann weißt du nicht ob du's kannst so.

00:44:56: Und da gehört einfach total viel glaube auch Mut-und Zuversicht vor allen Dingen ins Kind zu und ich hab mir parallel dazu auch Beratung geholt und in der Zeit gelernt Lebensmüdigkeit von Menschen zu respektieren auch vom kleinen Menschen Und das ist vielleicht die einzige Entscheidung in Anführungsstrichen, die dieser Mensch je eigenständig treffen kann.

00:45:18: Wenn wir sie respektieren und damit bin ich total eins geworden.

00:45:22: Das konnte ich mit ganz viel Demut und in diese Liebe zum Kind mit einbringen und wirklich sagen wenn es das Einzige ist was ich für dich tun kann und da entstand das Wort Schlimm schön.

00:45:35: Das ist für mich ein ganz wichtiges Wort.

00:45:37: Es gibt viele Dinge, die sind schlimm schön.

00:45:39: Die einen Seite sind schlimm und sie sind so wunderschön, dass man sie erleben kann weil sie so intensiv sind.

00:45:47: Als Lothar verstarb habe ich die leibliche Mutter angerufen, die auch regelmäßig hier war mit Lottas leiblicher Schwester.

00:45:55: und habe wirklich zu ihr gesagt, unser Baby schläft für immer.

00:45:58: Das war einfach so ein Satz der sitzt so tief drin weil es sich genau so angefühlt hat.

00:46:02: Unser Baby schläft für immer, sie ist auf meinem Arm verstorben.

00:46:06: Und was das bitteste daran gewesen ist, wirklich das bitterste War nicht der Tod des Kindes.

00:46:12: und ich kann auch das Wort Verlust in dem Zusammenhang nicht ertragen Weil ich hab Lotta gewonnen Ich hab sie nicht verloren.

00:46:18: Ich verliere auch keine Menschen durch den Tod.

00:46:20: Ich verlier sie eher durch unehrlichkeit Unaufrichtigkeit Verletzung und sowas.

00:46:27: Aber ich habe nicht einen einzigen Tag das Recht als Pflegemutter gehabt.

00:46:32: Ich habe dieses Kind mit dem Willen der Eltern und einer Naja-Antragsgrundlage an irgendeinen Sozialamt in Nottermesfalen aufgenommen, hatte eine Pflegerlaubnis aber... Und dabei geht es nicht um Gelddirks und es geht um das Recht, Pflegefamilie sein zu dürfen und das Recht von Notter ein Pflegekind sein zu

00:46:50: durften.".

00:46:51: Den Status gab es gar nicht, es gab keine finanziellen Mittel.

00:46:54: Es gab keine Unterstützung und es gab keinen Träger.

00:46:56: Es gibt keine Beratung, es gibt gar

00:46:57: nichts.".

00:46:59: Und als Lothar starb hat einen Tag später mein Träge angerufen und er wusste noch gar nicht das Lotha verstorben ist in der Nacht.

00:47:07: Er hat gesagt du wirst es nicht glauben wir haben die Genehmigung von der Stadt XY für die Pflegschaft durchsetzt zu spät, zwar einen Tag zu späht.

00:47:16: Und noch am selben Tag hat genau diese Stadt bei mir angerufen und gesagt, wir müssen eben für die Kosten anerkennen es noch klären ob sie vor oder nach achtzehn Uhr verstorben ist weil dann müssten mit den Tages Satz noch abziehen.

00:47:28: Das ist Ohnmacht das ist bitter.

00:47:32: und dass es ausgeliefert sein und ich kann das gar nicht beschreiben wie was das mit einem macht?

00:47:40: Wie sächlich plötzlich dein Leid wird, wie sächlig das Kind wird Ja, wie also man kann das nicht beschreiben ist.

00:47:48: Wenn du das jemanden in einem Film vorsetzt der sagt wer ja krank hat sich das ausgedacht.

00:47:52: aber es ist unsere Realität von Pflegefamilien vom Kinder mit Behinderung generell von Eltern Mit Behinderungen also mit Kindern mit Behinnerung weil diese Bürokratie und diese Verwaltung uns abhängig macht Und uns das Leben überhaupt erst ermöglicht.

00:48:10: und dass ist schon schlimm.

00:48:15: Ich habe so Geschichten leider... Also es ist ja leider keine Einzelfallgeschichte, sondern das sind ja leider Sachen die häufiger genau so passieren und ich finde das zerreißt ein.

00:48:27: Wenn man das im Einzelschicksal sozusagen betrachtet und sich vorstellt Das ist das Falscheste was in dem Moment passieren kann und dass man das dann so erleben muss also das ist einfach Ja, das ist... Ich find' das wirklich sehr bedrückend und sehr, sehr schrecklich.

00:48:45: so die Vorstellung ich bin froh dass du es hier öffnest einfach auch um da nochmal.

00:48:51: Um das sichtbar zu machen weil ja ist letztlich immer eine Gestaltungsfrage.

00:48:55: Es wird immer Leute geben die an der Stelle den Unterschied machen können nicht weil sie Die Systeme in dem Moment aushebeln können sondern weil sie Mit oder ohne Empathie mit Menschen sprechen können und anerkennen können, dass das was sie jetzt gerade sagen nicht das Wichtigste ist sondern dass es Wichtigeres gibt.

00:49:16: Und man deshalb vielleicht auch... Regeln und zu einem anderen Zeitpunkt organisieren kann.

00:49:24: Also ich will gar nicht sagen, dass da nicht Fachkräfte auch manchmal in der Not stehen Dinge irgendwie zu gestalten die eigentlich nicht gestaltet werden können so.

00:49:33: aber der Unterschied liegt doch darin wie man es macht und wie man miteinander spricht und was man im Anderen sieht und was Man anerkennt was da gerade los.

00:49:43: und dafür würde ich sagen Da ist doch immer Gestaltungsspielraum.

00:49:46: Das ist doch nie so, als wäre das festgelegt und ein Naturgesetz wie dieser Anruf zu laufen hat.

00:49:56: Ich finde gerade im Kontext von chronisch kranken Kindern ... Kinder mit Behinderung und deren Familien sind wir in unserem System extrem, in so einer Versachlichungen unterwegs.

00:50:06: Auch in der Pflege-, Begleitung- und Klinik-Eltern von Kindern mit Behnderung müssen ihre Kinder in der Klinique begleiten weil das Personal das gar nicht kann ... hat man wieder verschiedene Rollen, um auf die Rollen zurückzukommen.

00:50:19: Du hast irgendwie die Rolle der Pflegekraft,... ... du hast irgendwie auch eine medizinische Rolle, ne ärztliche vielleicht sogar... ... du bist aber auch irgendwie Mama und Papa und hast Angst um dein Kind.

00:50:33: Und irgendwann wirst du so professionellisiert und institutionalisiert vom System.

00:50:38: dass du irgendwann in der Ecke sitzt und das wird mir jede Mutter und jeder Vater von einem behinderten Kind hier bestätigen können.

00:50:44: Du irgendwann in die Ecke setzt und dich erinnerst, wer du eigentlich bist, nämlich Mama oder Papa?

00:50:49: Und das ist schlimm, weil eigentlich ist das das allererste was wichtig ist.

00:50:54: Aber dass du dich wehren musst dein Kind festzuhalten bei der Blutentnahme, weil du zum Trösten da bist und nicht der Täter bist ja?

00:51:01: Dass du wirklich im System ... Sie halten jetzt mal bitte das Kind fest, sonst kann ich hier keine Blut entnahme machen.

00:51:05: Nein!

00:51:06: Sie holen jemanden, der das tut und ich komme wenn sie fertig sind.

00:51:09: Aber das wirklich des Standing auch zu haben.

00:51:12: Des Standing is ... Weißt du, ich mach das so viele Jahre Von Coaching bis Beratung, das habe ich auch nicht alles von alleine gelernt.

00:51:20: Ich bin nicht ein Naturtalent und blätter das mal alles dahin.

00:51:24: Sondern ich sehe meine Aufgabe jetzt andere abzuholen und zu sagen hey man kann es schaffen aber es ist kein einfacher Weg und glaubt nicht dass man das ohne Tränen, ohne Wut, ohne wirklich auch ja... ich weiß nicht wie oft ich ins Kissen gebissen hab bis die Sterne gesehen habe weil ich nicht mehr wusste was ich machen soll Weil es einem auch nicht zusteht, schwach zu sein in dem Moment.

00:51:49: Weil das Kind ist dann verloren.

00:51:52: Das kann ich dir sagen.

00:51:53: Weil da kommt keine Pflegekraft und sagt die Mama muss man halbe Stunde raus.

00:51:56: Ich lese den Buch vor!

00:51:58: Das gibt's nicht.

00:51:59: Jetzt gibts einfach gar nicht.

00:52:01: Und das macht die ganze Sache.

00:52:03: zum Beispiel.

00:52:04: Als Tim verstorben ist, der ist nur ein Jahr nach Lotta verstorbt und das war eben kein Palliativkind sondern er hatte eine Influencer und hat innerhalb von achtundvierzig Stunden eine Hirnenentzündung gehabt also es richtig blöd gelaufen.

00:52:17: Er ist in der Klinik verstorbend nicht zu Hause und da kann ich dir sagen was System heißt?

00:52:22: Also wir sind dahin und Ich wusste schon er verstirbt Ganz geistesgegenwärtig irgendwie seine Patchwork-Decke eingepackt, seine Lieblingsspieluhr.

00:52:34: Das eingepacked was ich möchte dass er das trägt wenn er abgeholt wird vom Bestatter.

00:52:37: man hatte ja schon ein bisschen wie es.

00:52:40: man wusste ja schon Ein bisschen wie's geht und bin in die Klinik gefahren mit noch zwei vertrauten Menschen Und hab ihn gewaschen und wir haben ihn fertig gemacht und dieses Personal war völlig überfordert damit Wie wir da mit umgegangen sind?

00:52:54: Jetzt ziehen Sie immer bitte die Hose nicht an Frau Held, weil da muss gleich noch ein Scannenaufkleber aufs Bein damit der unten im Keller nicht verwechselt wird.

00:53:01: Dirk!

00:53:02: Was ist das für eine Information für eine Mama?

00:53:05: Das hat sie nicht zu wissen.

00:53:06: Das ist total... Und dann wird man so institutionalisiert und professionalisiert und kriegt unverblümten kompletten Ablauf ohne jede Empathie keinen Platz für Trauer.

00:53:18: Du fängst plötzlich an, funktionierst, wäsch das Kind fragst ob der ZVK raus kann und dann hat er noch Reflexatmung gehabt und habe gesagt sie brauchen mir das nicht erklären ich weiß es ist ein Reflex ja so damit man direkt in Ruhe gelassen wird hab gesagt ich hätte gerne einen HME Filter also der vorne so auf die Trachealkanüle kommt, kommt so'n Filter drauf Da nimmt sie so ein Stück Stoff, Papiertuch und dreht das.

00:53:46: Und steckt es in die Kanüle und hat ihm nicht den HMFilter gegeben, den er immer hatte.

00:53:52: Und da habe ich angefangen zu weinen und hab gesagt, ich finde, er hat es verdient, dass er noch aussehen darf wie immer.

00:53:58: Dass er nicht hier so einen Papier-Tuch kriegt.

00:54:00: und dann hat sich gesagt, wieso ist er jetzt auch nicht mehr wichtig?

00:54:03: Das sind Erlebnisse.

00:54:04: Dann stehst du da und weiß kann nicht wer du bist oder wer du sein darfst!

00:54:10: Weißt

00:54:10: Du?!

00:54:11: Weil eigentlich liegt ein totes Kind da.

00:54:13: und dann wollte ich den Schlafanzug zumachen, diesen Overall.

00:54:18: Und kriegt ihr die Knöpfe nicht zu?

00:54:19: Und dann sagt diese Pflegekraft, ja müssen sie noch eine Stunde warten, dann geht dazu.

00:54:23: Ich sage das weiß ich bin auch noch so lange hier.

00:54:28: So Sachen.

00:54:29: und dann hatte ich einen ganz tollen Draht zu dem Kinderarzt, der heute noch im SPZ für meine Kinder zuständig ist.

00:54:36: Und er rief mich am nächsten Morgen an und hat gesagt, vielleicht möchte ich mich bei Ihnen bedanken.

00:54:40: Dann habe ich gesagt warum?

00:54:41: Dann hat er gesagt unsere Kollegen auf der Intensivstation und auch Ich haben so etwas Wertschätzendes und Schönes vom Abschied eines Kindes auf dieser Station noch nie erleben dürfen Und sie haben ihn auf der Station im Bett gelassen, bis die Bestatterin, also unsere Bestatterine den abgeholt hat.

00:54:58: Sie haben ihn nicht in Keller gebracht weil sie den Kollegen die Möglichkeit geben wollten das einmal zu sehen.

00:55:04: und dann habe ich gedacht ja und am Ende war Ich ist wieder Die irgendwie der welt gezeigt hat dass es auch anders geht und war froh darum und hab wieder aber gedacht Ja und wann zeigt die Welt mir als mama mal wie es geht, ja und das ist okay so man wird dann ganz müde.

00:55:24: Aber es ist schon einfach die bittere Realität und dafür muss kein Kind sterben sondern es reicht wenn's auf eine Intensivstation ins OP geht dass werden dir alle Eltern unterschreiben können was da abgeht.

00:55:39: Okay Ja Das ist Schwere Kost so.

00:55:45: also das wirklich

00:55:46: ...

00:55:48: auch schwer auszuhalten, wenn man sich da... also wenn man sozusagen in der Lage ist, sich da so reinzufühlen und ich finde das geht mit deiner Beschreibung ziemlich gut.

00:55:57: Eine Idee davon zu kriegen was da passiert?

00:56:00: Also nicht ansatzweise wie es sich anfühlt sondern einfach dass man dir folgen kann um die Bilder zu haben, die dann wohl entstehen und das ist natürlich Ja, auch schwer erträglich.

00:56:13: Dass das sozusagen der Zustand ist ... den man jetzt erst mal so hat und noch nicht eine Situation, wo man sich darauf verlassen kann, dass das niemand mehr so erleben muss wie du es gerade geschildert hast.

00:56:26: Und dass das eher wahrscheinlich die Naht dran an der Normalität von Menschen, die genau da sind.

00:56:32: Total!

00:56:35: Kerstin ich würd gerne sozusagen aus der ... Extreme, die wir uns jetzt angeguckt haben.

00:56:41: Noch einmal überlegen bisschen rauszugehen und würde dich gerne fragen gibt es in deinem Alltag mit den Kindern?

00:56:50: Mit den Jugendlichen vielleicht auch mit den Systemen mit denen du zu tun hast?

00:56:55: Gibt es sowas wie regelmäßig wiederkehrende Grenzerfahrung für dich wo du sagen würdest also Das ist sozusagen wie so ein Wunderpunkt, den sie immer wieder bei mir berühren und der einfach immer wieder aufs Neue auch schwierig ist.

00:57:13: Wo man sagt sagen kann so ich weiß eigentlich dass das jetzt passiert und trotzdem trifft es mich erneut wieder.

00:57:20: also dass man sich sozusagen mit den eigenen Grenzen nochmal beschäftigt.

00:57:23: Also bitte verstehe mich nicht falsch.

00:57:25: Mir geht's gar nicht so sehr darum zu gucken was ist das was Kerstin so triggert sondern wirklich eher Was muss man lernen?

00:57:33: An welchen Stellen kann man vielleicht auch mit gar nicht so einem wahnsinnigen Aufwand Veränderungen in dieses System bringen, damit genau das nicht passiert.

00:57:41: Weil ich finde so wie du dich beschreibst und was man jetzt schon von dir auch so kennengelernt hat... Du machst ja mit deinen Erfahrungen immer etwas!

00:57:50: Also es heißt ja nicht so dass du beim nächsten Mal wieder ganz überraschter rein stolperst sondern du entwickelst ja sozusagen daraus dein nächstes Vorgehen.

00:57:59: Und deshalb Wüsste ich gerne, ob es so etwas gibt wie regelmäßige Grenzerlebnisse die wiederkehrend sind.

00:58:09: Also vom System ist es natürlich was alle betrifft, die Kinder mit Behinderung oder mit chronischen Erkrankungen begleiten.

00:58:17: ist dieses ausgeliefert sein?

00:58:19: das kommt ein Brief von der Krankenkasse du musst den auf, du weißt schon eigentlich was Phase ist.

00:58:24: Und doch immer wieder ist es ein Gefühl.

00:58:27: Es gibt manche, die sagen mal ja dieser gelbe Brief vom Amtsgericht der macht so einen Gefühl und dieses Gefühl haben wir jeden Tag wenn Post kommt weil das immer irgendeine existenzielle Frage ist wird der Rollstuhl genehmigt?

00:58:41: können wir überhaupt den Urlaub fahren?

00:58:42: also so und du weißt schon dass kann passieren und das wird passieren und dann die Kraft aufbringen schon einen Plan B zu haben obwohl du noch gar nicht weiß ob der plan A so läuft jetzt auch diesen gesetzlichen Reformen ausgeliefert zu sein.

00:58:56: und so wissen wir wissen gar nicht ob wir nächstes Jahr noch die Verhinderungsregel für unsere Kinder kriegen.

00:59:00: Und ob wir noch in Urlaub können, diese ganzen Dinge ist das eine oder das andere.

00:59:04: aber der gesellschaftliche Blick.

00:59:06: Der gesellschaftlich blick ist häufig misstrauend hinterfragend bringt mich immer wieder in eine rechtfertigung und erwischt mich immer, wenn ich schon zurechtfertigen ohne angeklappt zu sein.

00:59:22: Also nicht erwischen mich immer schon so meine Motivation oder mein Lebensmodell oder das was sich jetzt gerade tue oder wo ich den Urlaub hinfahre oder was ich mir gekauft habe zur rechtfertigen obwohl eigentlich keiner was gesagt hat.

00:59:33: Das ist ein Muster die du erlernst weil im Der Unterschied zwischen leiblichen, also Geburtseltern von Kindern mit Behinderung, die in ihrer Herkunft leben und Pflegefamilie.

00:59:46: Das hast du dir doch so ausgesucht?

00:59:49: Du bist doch selber schuld!

00:59:52: Du hast das Kind ja nicht geboren.

00:59:55: als Lotta starb naja ist ja nicht schlimm war er nicht da ins.

00:59:59: Also ich wusste dass diese Worte kommen und sie tun trotzdem unendlich weh aber kein Vater hat sein Kind geboren.

01:00:04: dann wird es auch nicht abgesprochenes zu lieben Keine Ehefrau, den Ehemann.

01:00:11: Und dann fängst du schon an dir in einem hoch emotionalen Feld wo dir eigentlich wünscht dazu zu gehören als Mama, als Frau, als Person wahrgenommen zu werden begleitet zu werden.

01:00:26: überlegst du dir schon Floskeln und Sätze vorab die du eigentlich in so einem Repertoire immer abspulst.

01:00:34: Also wir fahren ja zum Beispiel regelmäßig auf Kreuzfahrt und es liegt nicht daran, weil wir Klimawandel drauf scheiß noch Deutsch gesagt.

01:00:41: Und liegt auch nicht daran dass wir unfassbar viel Geld haben sondern es liegt daran das ich mit meinen Kindern in den Urlaub fahren kann.

01:00:48: an einen Ort komme über Nacht an andere Orte.

01:00:51: meine Kinder müssen nicht im Auto sitzen und quengeln.

01:00:54: und noch eine Capri Sonne.

01:00:57: Wir schlafen Ich brauche nicht kochen, es ist ein wiederkehrender immer wieder gleich strukturierter Ort.

01:01:03: Das heißt mein Kind mit FISD und Autismus-Spektrum.

01:01:06: die beiden Jungs gehen aufs Schiff und kennen sich aus.

01:01:08: ich muss nichts, ich muss nicht erst ankommen.

01:01:11: Es gibt tausend gute Gründe warum wir das tun.

01:01:13: Wir haben Hospital unten Die ziemlich viel leisten können mehr als hier in Rettungsdiense auf dem Land Und es damit einen sicherer Urlaub und es da mit einem Freiheitsgefühl und ich muss auf kein Kind verzichten unbezahlbar.

01:01:29: und diese Leute kommen immer und sagen, ah ja klar.

01:01:31: Jetzt hat sie sich noch ein Pflegekind geholt da kann sie nochmal eine Kreuzfahrt mehr machen und jedes mal trifft mich das.

01:01:37: Jedes Mal denke ich mir du kannst doch einfach fünf gerade sein lassen ist doch egal was die sagen.

01:01:42: und jedes Mal habe ich mir schon zurechtgelegt den Leuten anzubieten auch im Behindert des Kind aufzunehmen.

01:01:49: dann können Sie auf Kreuz Fahrt fahren und so.

01:01:50: aber es tut weh Du sagst das.

01:01:52: Und es klingt immer so locker und die Leute sagen im Ohr krass, wie du da mit umgehst und du bist da immer so smart und so ... Aber ich sage dir innen drin ist alles andere als easy.

01:02:06: Es kommt immer und immer wieder.

01:02:07: Also trifft jeden Tag und tja... Aber da kannst du nicht drüber stehen!

01:02:14: Wer sagt steht auch drüber ist Quatsch.

01:02:15: Okay.

01:02:17: Ja verstehe.

01:02:20: Okay, Kerstin.

01:02:21: Ich würde vorschlagen wir gehen jetzt mal ein bisschen raus aus Einzelfällen also aus der Systematik dass wir genauer hingucken bei deinem Familienalltag und was bei deinen Kindern so los ist oder so sondern wir gucken jetzt mal etwas auf es vielleicht Allgemeinere Erkenntnisse, die du in deinem Leben aber auch so in deinm Tätig sein.

01:02:48: Und ich weiß ja, du bist ja auch sozusagen fachpolitisch viel unterwegs und bespielts dieses Thema.

01:02:55: Ich würde gerne mit dir einmal über die Frage nachdenken ob uns... die Kinder und Jugendlichen mit Behinderung eigentlich irgendwas Bestimmtes über Kindheit beibringen, also was wir lernen sollten.

01:03:10: Ich glaube wir sind da eben schon mal kurz dran getippt so nämlich als wir gesagt haben das Spannende ist doch irgendwie dass man alles was man mit diesen Kindern lernt wunderbar auch mit allen anderen Kindern nutzbar machen kann die auch keine Behinderungen haben.

01:03:26: aber vielleicht gibt es dann noch mehr und da würde ich gerne mit dir darüber nachdenken.

01:03:34: Also ich glaube, wenn wir Barrierefreiheit und damit meine ich nicht baulichst sondern auch in den Köpfen und im System und in Bildung und mit allem Leben würden kann es nun mehr wert haben.

01:03:45: Ich mein darüber müssen wir uns im Klaren sein ne?

01:03:47: Und ich muss kein Rolli haben um eine Stufe doof zu finden.

01:03:50: ein Kinderwagen reichs und ein Rolator auch.

01:03:52: also das ist ja immer.

01:03:53: Wir denken unsere Gesellschaft immer an Barrieren.

01:03:56: Ja barriere Freiheit heißt für uns immer da ist keine Stufe.

01:04:00: aber dass Totaler Blödsinn, die Barrierefreiheit beginnt ja im Kopf.

01:04:05: Und wenn wir zum Beispiel unseren Kinder- und Jugendrat... Die haben jetzt übrigens einen Namen, die heißen jetzt die Mijus mittendrin, die junge Selbstvertretung.

01:04:14: Wenn man die so fragt und denen so zuhört vom Bundesverband Binderter Pflegekinder und kriegt da manchmal Antworten wo du denkst ob jetzt ein neurotypisches Kind was so überlagert ist von Reizen Bildung, Bildung ist nicht falsch Normativen Verhaltensaufgaben, keine Ahnung.

01:04:35: Verkehrsregeln, Fahrradprüfungen alles was die so alle ist und ob sie jetzt essen dürfen oder Proteine und nicht Protein.

01:04:42: und wenn ich das jetzt mal alles nehme und höre dann irgendwie dem Aurel zu der achtzehn Jahre alt ist im Autismus Spektrum und hat irgendwie zwei Prozent Sehkraft und sagt ja klar will ich eine Assistenz Kraft haben meins weil ich hab Bock mit meiner Mutter auf ein Date zu gehen Dann denke ich mir so, ja!

01:05:00: Die sind auch so basisnah und basal zum Teil unterwegs.

01:05:04: Und auch gerade im non-währbaren Bereich... Wenn du diese Kinder begleitest in die jungen Menschen und dich darauf einlässt auf non-werbare Kommunikation, du glaubst gar nicht was man dazu lernt bzw Gott sei Dank nicht verlernt?

01:05:18: Das würde ich halt auch klar sagen.

01:05:20: Also wenn du mit diesen jungen Menschen zusammen bist, du verlierst ganz viel nicht was du sonst als Kind immer schon konntest aber so über deinen Weg des Erwachsenwerdens überlagerst.

01:05:31: und das ist überlagert.

01:05:32: Hilf mir mal!

01:05:33: Ich merke gerade...

01:05:36: Du hast zum Beispiel einen Menschen die also du bist sechszehn Jahre alt und du hast ein Kumpel der dir den Knopf an die Backe redet Moped fährt und ganz normalo ist.

01:05:47: Und der Kumpel, der hat ein Bruder den bringt er öfter mit, der ist nonverbal.

01:05:52: Der spricht nicht.

01:05:55: Sag ich es jetzt mal einfach oder im Autismus Spektrum die sehen die Welt so anders und ihr nehmt sie so anders wahr und dann guckst du plötzlich auf Körpersprache?

01:06:03: Dann guckest Du auch.

01:06:04: wie guckt der wenn ich mit dem rede?

01:06:06: Hat der mich jetzt verstanden?

01:06:08: mag er das, was er jetzt gerade ist oder mag er es nicht?

01:06:10: Wir verlassen uns viel zu sehr darauf, dass unser Gegenüber mal eben schnell raushaut und beobachten ja den Menschen gar nicht mehr.

01:06:16: Wir nehmen den ja gar nicht als Ganzes wahr.

01:06:19: Und wenn du dich im neurodivergenten Bereich bewegst und wenn du Dich darauf einlassen kannst damit geht's nicht darum, das zu glorifizieren oder das für toll zu befinden sondern einfach zu sagen Wir können alle voneinander lernen.

01:06:32: Und gerade wenn wir die Kinder mit Behinderung in unsere Mitte nehmen und gleichwertige Menschen der Gesellschaft wahrnehmen, dann werden wir erst mal erleben was sie noch wirklich alles für Potenzial haben und vor allen Dingen erhalten.

01:06:46: das Potenzials erhalten nun wir bald zu kommunizieren Körpersprache wahrzunehmen und nicht durch unsere Augen und Ohren Die primäre Sinne sind zu überlagern weil Geht ja alles schnell, schnell und wir swipen was weg.

01:07:00: Und wir holen uns etwas Neues.

01:07:02: Sondern wir bleiben im Hier-und-Jetzt!

01:07:04: Wir sind viel kommunikativer.

01:07:07: Kommunikation ist ja nicht nur verbal.

01:07:09: Ich finde gerade in dem Bereich haben wir einen großen Kommunikationsgewinn... ...und auch ein Beziehungsgewinn.

01:07:16: Also du musst den Mut haben und die Bereitschaft haben bei jungen Menschen mit Behinderung.

01:07:23: Nicht in Gänze aber in vielen Fällen insbesondere wenn es sich um Kognitive Beeinträchtigung auch handelt, dich da ganz anders drauf einzulassen.

01:07:32: Und da liegt der Hase im Pfeffer.

01:07:35: Das trauen sich ganz viele nicht und es liegt nicht am Kind sondern an einem selber.

01:07:40: Man hat nämlich irgendwo ein Störfeld man ist irgendwo nicht ehrlich zu sich selbst.

01:07:47: Man traut sich irgendwo nicht an seine Emotionen.

01:07:51: die sind nämlich dann blank.

01:07:52: das kann ich dir sagen sie sind blank.

01:07:55: Ich habe auch gerade überlegt, als ich dir zugehört hab.

01:07:57: Das ist ja vielleicht auch so ein bisschen... Also raus aus der Komfortzone wo ich das Gefühl habe, ich habe da Kompetenzen also ich weiß zum Beispiel genau wie man Gespräch strukturieren muss um innerhalb von fünf vierzig Minuten zu einem Ergebnis zu kommen oder so.

01:08:13: aber wenn ich plötzlich keine Worte mehr habe ist es ja total kompliziert und passt gar nicht mehr in diese Kiste rein die ich mir irgendwie gebaut habe.

01:08:22: Also nur mal als ein Beispiel wie wir Hilfe bleiben Gespräche zum Beispiel machen oder so.

01:08:26: Absolut!

01:08:27: Und muss plötzlich ganz neue Wege finden, aber wenn ich die neuen Wegen nicht finde kann ich mir im Grunde genommen das ganze Format auch sparen weil dann ist es letztlich doch eine Farce die ich da entwickle.

01:08:38: und deshalb finde ich das gerade sehr überzeugend wie du das beschreibst und ich habe eben auch verstanden also glaube zumindest Verstand zu haben als ich eben sagte du hast mich glaube ich kurz abgehängt ich komme nicht so richtig mit andere Kinder und Jugendliche, dass relativ stabil noch können von sich heraus.

01:08:57: Und wir als Erwachsene aber das verlernt haben und dann uns da vielleicht auch nochmal neu auf den Weg machen dürfen um zu verstehen ach guck mal andere Kommunikationsformen.

01:09:07: Aber ja letztlich auch kein Hexenwerk.

01:09:09: also wenn ich mich darauf einlasse und nicht so mit der Expertise dran gehe Ich sage übrigens wo es lang geht sondern eher Ich bin interessiert, dich zu verstehen.

01:09:18: Darum wird es ja eher gehen?

01:09:20: Dann wird wahrscheinlich ganz viel möglich wäre so meine Vermutung.

01:09:24: Wird sich das mit deinen Erfahrungen decken oder...

01:09:28: Also wenn du zum Beispiel dich auf Basale Kommunikation zurückführen lässt als Mensch, wenn du in Verbindung mit jemandem gehst dann ist es schon auch eine gewisse Offenbarung, das muss man klar sagen.

01:09:47: Und gleichzeitig haben wir so Sachen wie unsere Kommunikation ist total unzuverlässig.

01:09:53: Je mehr wir verschachteln, desto unzu verlässiger sind.

01:09:56: wir klaren Menschen vor dir hast und das müssen wir gar nicht pathologisieren, indem wir sagen ist ein Autismus-Spektrum.

01:10:02: Ja da akzeptieren wir das ja plötzlich und sagen so okay der ist Autist.

01:10:06: dann müssen wir uns jetzt mit klaren Kurzen setzen.

01:10:08: Das wird allen gut tun mal klare kurze Sätze zu kriegen.

01:10:11: ich glaube das ist so was ich damit sagen will.

01:10:13: und dann steht ein junger Mensch im Autismus Spektrum vor mir und sagt jetzt hör auf zu sagen gleich!

01:10:20: Was ist gleich?

01:10:22: Was is jetzt

01:10:23: nicht?!

01:10:24: So, und wie oft sagen wir das?

01:10:26: Und ich weiß in meinem Leben... Ich benutze diese Wörter gar nicht mehr.

01:10:31: Also die sind weg!

01:10:32: Weil sie bringen niemandem irgendetwas.

01:10:35: Was ist jetzt nicht?

01:10:38: Frag mal dich als Papa was du dein, wie oft du deinen Kindern das sagst.

01:10:41: Ja,

01:10:42: ich kann dir nur jetzt schon sagen also dass sofort ertappt bin, weil das eine der größten Konfliktfelder oder Fallen ist in die ich immer wieder reintappe und die nicht wissen was ich mit der Aussage zeitlich gemessen meine.

01:10:56: Und jetzt manchmal also in sozusagen hellen Momenten sag' ich dann manchmal Ich kann's jetzt gerade nicht ganz genau beziffern wie viele Minuten es sind aber ich verspreche dir wenn ich mit dem hier fertig bin Dann komme ich zu dir.

01:11:11: Das ist auch noch ein bisschen wenig,

01:11:14: glaube ich.

01:11:15: Ich habe es zum Beispiel viel zu viele Worte für viel zu wenig ergeben.

01:11:18: Genau!

01:11:19: Wie auch gerade gedacht...

01:11:20: Genau, und dann gibt es sowas wie Timetimer.

01:11:23: Und Timetimer sind so große weiße Dinger, die stellt zu zehn Minuten, fünfzehn Minuten eine Stunde wie auch immer... ...die ticken nicht, die schrillen nicht wie ne Uhr, was ist halt wichtig?

01:11:33: Weil viele sagen ja ne Eieruhr, warum muss das irgendwie so special sein?

01:11:37: Hat man sich etwas beigedacht?

01:11:39: Dann zogen diese Timetimmer bei uns ein und übrigens bei allen Familien, die ein bisschen im Spektrum unterwegs sind.. ..und dann merkst du plötzlich wie unzuverlässig du bist!

01:11:49: Da stellst du den Timetime und sagst... Und wir stellen den Timetimer am Anfang immer erst auf vierzehn Minuten, fünfzehn minuten.

01:11:58: Solange das Kind noch warten soll!

01:12:00: Jetzt stelle aber mal den Timestimer wie lange du noch deine Serie gucken darf oder stell doch mal den Time-Time.

01:12:07: Aber dann merkst du so richtig was.

01:12:09: und dann sagt Maximilian Mama wann gehen wir denn jetzt?

01:12:12: Dann sage ich der Timetime steht da fünfzehnt Minuten.

01:12:14: wenn er piept dann gehen wir.

01:12:18: Oh, dann piept das Ding.

01:12:19: und du denkst Scheiße.

01:12:21: So kurz sind fünfzehn Minuten.

01:12:23: Wir müssen jetzt

01:12:24: los!

01:12:24: Ich hab noch gar nichts, weiß gar nicht... Und in dem Moment hörst Du auf zum Kind zu sagen wieso hast Du denn deine Schuhe noch nie an?

01:12:31: Du hörst auf damit.

01:12:35: Das hat man irgendwie gelernt weil Menschen im Autismus-Spektrum diese Hilfsmittel nicht für sich sondern für die anderen erfunden haben.

01:12:41: Das muss man mal klar haben und deswegen sage ich immer wir lernen so viel von denen.

01:12:46: Müsst ihr es so drauf einlassen?

01:12:48: Ja,

01:12:49: also ... Wir gehen jetzt mal raus aus dem persönlichen Coaching.

01:12:53: Was hier gerade passiert!

01:12:57: Ich nehm das für mich auf jeden Fall noch einmal mit und guck auch mit der Brille nochmal drauf, weil ich find's sehr entlarvend grade.

01:13:04: Das stimmt.

01:13:04: Also ich fühl nicht genau da ertappt was wir gerade beschrieben haben.

01:13:10: Ich würd dich gerne noch ... zu einem anderen, also sagen wir mal so.

01:13:15: Ja doch ist glaube ich schon ein Themenkomplex aber denmal aus Sicht von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung aus deiner Wahrnehmung raus drüber nachzudenken.

01:13:25: Nämlich... Ich finde häufig spannend wenn uns diese Kinder erklären was es mit Zugehörigkeit eigentlich auf sich hat.

01:13:35: Also da habe ich auch zum Beispiel in unserem aktuellen Projekt im Rahmen des Bundesforums ja gemeinsam machen, wo auch der Kinder- und Jugendrat eine wichtige Rolle spielt.

01:13:45: Ich habe da auch noch mal richtig viel gelernt so was zu Gehörigkeit eigentlich ausmacht.

01:13:50: Und ich würde dich das gerne nochmal fragen, was du glaubst verstanden zu haben?

01:13:57: Worum es denen da geht.

01:14:00: Ja die Zugehörigkeit, dass Gefühl was wir für die Kinder entscheiden wollen ist einfach falsch.

01:14:06: also das kann ich halt sagen Wir gehen her installieren Schulbegleiter, damit die Kinder an Schule teilhaben können und eigentlich haben wir Aufpasser installiert, damit sie auch was lernen.

01:14:18: Und wenn man jetzt die Kinder fragt dann sagen die ganz etwas anderes?

01:14:23: Dann sagt ein Kind ich möchte nicht immer den Schulbekleidern mitnehmen weil die anderen Kinder spielen nicht mit mir!

01:14:31: Weil da ist immer ein Erwachsener dabei.

01:14:33: oder Ich will auch mal ein Geheimnis haben.

01:14:36: Will auch mal heimlichen Fahrradkeller mit den anderen, aber mein Schulbegleiter sagt ich darf das

01:14:41: nicht.".

01:14:43: Und dann merken wir plötzlich dass das was so gut gemeint war totaler Scheiß ist weil die sich einfach in ihrer Persönlichkeit in all dem was eigentlich Kind und Jugend ausmacht nach einem Bündchen zu machen zu spät nach Hause zu kommen.

01:14:54: All diese Dinge können sie gar nicht.

01:14:57: Wie oft bin ich zu späht nach Hause gekommen?

01:14:58: Meine Mutter gesagt für jede fünf Minuten die du zu späd kommst kommst du am nächsten Tag eine halbe Stunde eher rein.

01:15:03: Das war unsere Regel.

01:15:05: Dann bin ich am nächsten Tag zehn Minuten früher zu Hause gewesen und bin am nächsten tag eine Stunde später gekommen, weil ich dachte das gilt auch umgekehrt für alle fünf Minuten.

01:15:12: es war dann aber falsch.

01:15:16: Und es ist halt so.

01:15:17: dass können diese Kindern nicht.

01:15:19: weißt du wir gehen einfach so gut gemeint daher und drücken denn irgendwie alles auf und sagen Fachkräfte geboten muss ne Fachkraft sein?

01:15:28: nee das muss gar nicht.

01:15:29: Es muss jemand sein der in der Peer-Group ist.

01:15:34: Das muss jemand sein, der fünf Begrade sein lässt.

01:15:38: Es muss jemand seien, der weiß okay jetzt bewegen wir uns im Straftatbestand, jetzt hören wir mal auf mit Nichtpetzen und ich glaube das ist das was wir lernen von den Kindern die dazu Gehörigkeit entsteht nicht dadurch dass wir glauben für sie etwas zu entscheiden sondern wir hören ihnen nicht gut zu.

01:15:57: Die Zugehörigkeit entsteht indem wir ihnen sagen oder ihnen zuhören, das ist nämlich der erste Teil, der überhaupt teilhaben ermöglicht den Kindern zuzuhören.

01:16:08: Es gab zum Beispiel die Frage was muss eine Assistenzkraft denn können für einen jungen Menschen mit Behinderung?

01:16:12: und daraufhin hat der junge Mensch mit Behnderung gesagt sie muss aufhören für mich zu denken Und es finde ich so treffend weil die hat dann gesagt Ich bin Jahre in Kinofilme gegangen Die meine Assistenzkraft sehen wollte weil die mich einfach nicht gefragt haben.

01:16:26: Das ist echt bitter, aber das ist halt die Realität.

01:16:29: Wir entscheiden wann denn eine neue Vorlage gegeben wird?

01:16:32: Wir haben einen Zeitplan nach fünfzehn Uhr.

01:16:34: jetzt wird es Zeit so.

01:16:36: Die Kinder entscheiden zum Teil nicht mehr, wann sie zur Toilette gehen und ich glaube dass wir uns da ganz anders aufstellen müssen.

01:16:44: Ganz anders Sie dürfen auch mal sich dreckig machen.

01:16:49: Sie dürfen auch mal Dinge tun, die man je als Eltern... Also ich möchte nicht wissen ob deine Eltern alles wissen was du früher so angestellt hast.

01:16:57: Meine wissen es nicht!

01:16:58: Auf gar keinen Fall.

01:17:00: Das ist ja ganz wichtiger Teil gewesen.

01:17:02: Aber wann

01:17:02: können

01:17:03: die das?

01:17:03: Ja.

01:17:04: Wann können sie das?

01:17:06: Und dann kommt dazu direkt das eine, dass wir denken für die und dann kommt unser System, dass dann Auril der Blind ist sagt dich brauche ein Co-Pilot, das ist ein Fahrrad wo er vorne sitzt und seine Assistenzkraft jetzt hinten entfernt Und die wollen eine Fahrradtour machen mit Kumpels, dann heißt die Assistenzkraft wird nicht bezahlt.

01:17:21: Weil das kann ja die Pflegemutter machen und der Co-Pilot wird nicht gezahlt weil das ist ja ein Gegenstand des täglichen Lebens.

01:17:27: andere müssen auch einen Fahrrad kaufen.

01:17:29: Dann ist er explodiert sofort.

01:17:32: Er kann gar nicht dazugehören.

01:17:34: Das funktioniert nicht.

01:17:35: Ja also du hast viele Beispiele jetzt gerade sozusagen aus dem Ärmel geschüttelt direkt ... benannt, wo man merkt.

01:17:43: Hier haben wir Teilhabe und Beteiligungsmöglichkeiten massiv eingeschränkt also... Natürlich haben die auch mit Kosten zu tun, also muss man sich ja gar nichts vormachen.

01:17:55: Also das ist nur sicherlich auch der Anspruch den eine Gesellschaft dann bringen muss wenn wir ernsthaft Kinderrechte ratifizieren und Behindertenrechte Ratifiziren.

01:18:10: Das ist nicht irgendwas was sich jetzt der Bundesverband oder andere Organisationen haben einfallen lassen wie man da die Bedingungen bisschen verbessern könnte sondern das ist ja politisch einfach festgelegt und sozusagen auch etwas, was den jungen Menschen und ihren Familien auch zusteht.

01:18:30: Und ich glaube, dass es ein ganz guter Moment ist um nochmal einen neuen Schwerpunkt jetzt hier in der Episode zu setzen denn wir haben ja diesen ganzen Podcast steht so unter der Überschrift Meine Rechte sind mein Schutz In erster Linie Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien, wo wir jetzt nicht spezifisch die Behinderungsthematik noch mit dabei hatten.

01:18:57: Und da würde ich aber gerne mal den Scheinwerfern ein bisschen stärker drauf richten und mit dir darüber nachdenken bzw auch nochmal von deinen Erfahrungen profitieren.

01:19:09: Der erste Zugang, den ich gerne mit dir hätte wäre wenn du uns berichten würdest so... Was gab's denn vielleicht für Momente, wo du auch selbst festgestellt hast?

01:19:22: Ich glaube da hat dieses Kind ein Recht drauf und da muss ich mich jetzt auch bewegen.

01:19:27: Das heißt, ich kann gar nicht das weiterhin so machen wie ich es gemacht habe weil ansonsten verwehre ich dem sozusagen etwas worauf es ja einen Anspruch hat.

01:19:36: So das finde ich ein interessanten ersten Zugang dazu.

01:19:41: Ich würde noch einmal zurück zu den vorherigen wo du sagtest kostet halt Geld.

01:19:46: Da möchte ich noch einmal... Ich hatte einen Klassenkameraden und der Bodo war kleinwüchsig.

01:19:54: Der ist immer mit dem Therapie-Dreirat zur Schule gefahren, hatte ansonsten keinen besonderen anderen Bedarf und er hat immer meinen Schulranzen mitgenommen.

01:20:01: Dafür habe ich ihm geholfen aufs Fahrrad zu kommen wieder runter und auch woanders hin.

01:20:06: Und das ist der Punkt du sagst mit Recht es ist teuer.

01:20:10: Assistenzkräfte wir sind immer bei Fachkräften.

01:20:12: Assistenzkräfte kostet Geld weil unsere Gesellschaft diese Menschen nicht inkludiert weil ich hätte einen Kumpel, der eine Spastik hat und der ein Rolli hat.

01:20:20: Dann brauche ich nicht seine Assistenzkraft um mit dem ins Kino zu gehen.

01:20:24: Ich gehe mit dem in das Kino!

01:20:26: Wir haben keine Bereitschaften unserer Gesellschaft auch irrenamtlich oder dem Ding einfach mal gar kein Wort zu geben sondern einfach diese Menschen mitzunehmen.

01:20:34: Und zwar ohne Assistenz, weil sie dazugehören.

01:20:37: Aber stattdessen gehen wir strukturell her auch in der Kinder- und Jugendhilfe und sagen ja Fachkräftegebot.

01:20:43: Warum?

01:20:44: Ja.

01:20:45: Was hat das mit einem Fachkraftniveau zu tun?

01:20:48: Wofür?

01:20:49: Und das ist einfach etwas, wo wir hin zurück müssen und was nicht heißt dass wir alles falsch machen.

01:20:54: aber ich bin damals in einen Kinder, ich bin seventy-fünf geboren Ich bin in ein Kindergarten gegangen und ich hatte bestimmt drei oder vier behinderte Kinder völlig selbstverständlich mit in meiner Kindergatengruppe.

01:21:03: ja

01:21:05: und ich finde das ist noch mal wichtig dass wir da auch hinkommen zu sagen der kann nicht mit weil seine Assistenzkraft ist krank der muss mit können, weil wir sind fünf Leute und dann soll das doch wirklich kein Problem sein.

01:21:19: Und das ist unser Problem.

01:21:21: also dass es ein ganz großes Problem in der Bereitschaft oder der Möglichkeit oder der Normalität diese Menschen zu inkludieren beziehungsweise ist ja schon falsch zu sagen die zur Inklusion ist eine Ist-Situation.

01:21:35: Die stellen wir gar nicht erst her.

01:21:37: Also das war mir noch mal wichtig.

01:21:39: Und

01:21:41: dazu gehört, also dieses Inkludieren oder Inklusion würde ja auch eben bedeuten nicht mehr zu separieren und das ist ja was, was fortlaufend ständig passiert.

01:21:51: Und woraus sich dann plötzlich Communities bilden?

01:21:55: Oder nicht mehr oder Piers bilden oder Nicht mehr oder Freundschaften denkbar werden oder nicht mehr und dass es ja stimmt so wie du das gerade beschrieben hast Das ist ja sozusagen auch eine gesellschaftliche Aufgabe, die sich dahinter verbirgt, wo wir jetzt nicht sagen müssen.

01:22:12: Ja gut, das ist natürlich auch politisch schlecht gemacht, sondern jeder von uns macht es schlecht oder macht es nicht und macht es.

01:22:21: Also das ist wirklich nochmal ein Punkt, das finde ich auch übrigens ganz... ganz anregend, weil es ja nochmal ermöglicht wirklich sich an die eigene Nase zu fassen und ist nicht jetzt irgendwie empört auf Politik zu schauen so.

01:22:39: Also das finde ich halt noch mal ganz wichtig dass wir sagen können jeder von uns kann in Selbstverständlichkeit er muss nicht alles richtig machen und ich kann dir sagen ganz viele junge Menschen oder Menschen mit Behinderung ... haben überhaupt kein Problem damit, dir direkt zu sagen... ... hey pass mal auf du musst immer in meiner rechten Arschbacke noch mal ziehen.

01:22:59: Ich sitze noch nicht gerade im Rolli,... ... dann hast du nix falsch gemacht.

01:23:02: Also es würde nie, nie, sondern es ist einfach ganz normal.

01:23:07: Und dieses Normal zu leben ist total bereichernd und ich finde das ist etwas,... ...das ist kein Ehrenamt.

01:23:13: dafür brauchen wir keine Auszeichnung kriegen weil wir irgendwie drei Stunden uns mit einem behinderten Menschen... ... verabreden und uns engagieren, weil wir Zeit mit ihm verbringen.

01:23:23: Sag mal!

01:23:23: Also dann denke ich ja so... Nee!

01:23:26: Nee!

01:23:26: Ja aber das ist gut es genau mal so auszusprechen.

01:23:30: Weil ich finde darüber redet man oder reden wir nicht so oft.

01:23:33: also du hast mir das auch schon ganz oft gesagt und ich habe das so erlebt.

01:23:36: Kerstin Held wird total glorifiziert für das was sie macht.

01:23:40: Aber das liegt ja genau daran dass du was machst, was dich ganz viele überhaupt nicht vorstellen können.

01:23:46: Auch nur ansatzweise selbst zu machen und je mehr man anfängt sich vorzustellen ja gut warum eigentlich nicht?

01:23:53: also ich muss ja nicht gleich Pflegevater werden das ist jetzt irgendwie sozusagen das muss darf ja nicht die Schwelle sein über die man hopsen muss so sondern geht hier eher darum sich zu überlegen Ja, wie will ich eigentlich leben?

01:24:06: Und wie will das nicht nur politisch diskutieren sondern in meinem Alltag auch irgendwie ein bisschen teil werden lassen.

01:24:12: Das finde ich total anregend gerade darüber nachzudenken.

01:24:15: Super!

01:24:16: Ja

01:24:16: und wenn man Mitglied im Sport vor allem so einen Rolli Basketball spielt damit fangen wir nochmal schon mal an.

01:24:22: Das macht einen Heidenspaß oder man fängt an Sitzball zu spielen.

01:24:27: also über Sport geht total viel.

01:24:30: So kulturell geht auch super viel oder überrascht doch mal die Community und währt doch mal Mitglied im Selbstvertretungsverein für kleinwüchsige Menschen.

01:24:39: Und sei mal selber ein Meter neunzig groß, wenn man da sind, die auch verwirrt?

01:24:42: Sind die richtig verwirrt?

01:24:45: Das ist halt... Ja!

01:24:47: Lass mal einfach machen so.

01:24:49: Das fände ich total gut.

01:24:50: Ich finde es nicht alles nur eine politische und gesetzliche Entscheidung liegt noch einfach an uns.

01:24:55: Das haben wir nochmal wichtig.

01:24:57: Jetzt gucken wir zu

01:24:58: den

01:24:59: Kinderrechten, ne?

01:25:00: Also du hättest dich eben gefragt so mit Blick darauf ob Du eigentlich auch schon mal da über irgendwas gestolpert bist also über Dich selbst sozusagen wo Du gemerkt hast.

01:25:08: Oh Backe!

01:25:10: Das habe ich noch gar nicht richtig auf dem Schirm gehabt.

01:25:15: Du stäuberst wenn Du ehrlich bist als pflegender Angehöriger jeden Tag drüber weil Du die Versuchung ist groß das sage ich auch ganz ehrlich.

01:25:24: Die Versuchungen ist groß bestimmte Dinge nicht zu machen oder zu lassen, weil man am Ende seiner Kräfte ist.

01:25:31: Und wenn man ein schwerbehindertes Kind hat, hat man kein... Ich will jetzt aber türen knallendes schreiendes lautes Kind was sagt?

01:25:39: Du kannst mich jetzt mal... Das gibt es nicht!

01:25:42: Also das gibt es natürlich auch, wenn ich jetzt an Maximilian denke so der kann das.

01:25:47: Aber wenn das die im Bereich von wirklich pflegebedürftigen schwerbehinderter Non-Verbal wie auch immer das ganze Spektrum wirklich dann auch mal herzugehen und ja, für ein Begrade sein zu lassen für einen selber.

01:26:03: Da wische ich mich schon bei weil die Versuchung ist groß und da sind wir auch beim inklusiven Kinderschutz, weil ich glaube es ist total wichtig das Parat zu haben, dass auch zu wissen, das auch zu benennen und auch zu sagen bis zum gewissen Grad ist es glaube ich etwas ganz normales, weil auch neurotypische Kinder werden von Fernseher gesetzt, weil die Eltern nicht mehr können.

01:26:22: also als Vergleich Oder man sagt, hier hast du ein Tablet und im Restaurant hält es jetzt die Klappe.

01:26:28: Ich will mit Mama noch in Ruhe zu Ende.

01:26:30: essen kann man pädagogisch am Hanger stellen.

01:26:33: aber tun wir auch ist das auf einem anderen Wege.

01:26:37: Aber insbesondere was diese Rechte halt angeht Du musst dich bei Kindern mit Behinderung ziemlich darauf konzentrieren dass dir das nicht abhanden kommt weil sie eine andere Komplexität von Zugängen brauchen Und die Zugänge zu schaffen, zur Gleichberechtigung um ihre Rechte wahrzunehmen.

01:26:57: Um in all diesen Dingen auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung so gut es geht sich zu entfalten bedeutet tatsächlich Performance und die gelingt mir natürlich nicht immer.

01:27:08: Aber das heißt auch dass du so einem Kind Du musst es mit zum Einkaufen nehmen damit es weiß es gibt Tiefköpitzer und kann dir auch einfordern Machst du das nicht?

01:27:18: Und sind diese Kinder im Pflegealltag verloren, weil sie irgendwie was nur ums Satt und sauber geht.

01:27:26: Dass man mit ihnen kuschelt und dass die zwischendurch lächeln, dann wirst du ihn niemals beibringen, was sie mal einfordern können.

01:27:34: Das ist unsere Pflicht!

01:27:35: Das kann wiederum wie ich eingangs her sagte auch zu Überforderungsmomenten führen.

01:27:39: Man nimmt den mit in Zoo und mit in Vergnügungspark und abends ... Ja, hat man die Quittung.

01:27:46: Und so muss ich sagen, dass es mir manchmal einfach nicht gelingt diese Gratwanderung, also dieses Zwischenempowerment und ich zeig dir die Welt... ...und damit du irgendwie dich entwickeln kannst und auch gleichzeitig dem Schutzauftrag zu sehr zu beschützen,... ...zu sehr runterzufahren zum einen weil man kraftlos ist oder zum anderen weil man's dem Kind nicht zutraut.

01:28:11: Und würdest du denn sagen, es gibt so eine Reihe von Rechten?

01:28:14: Und ich meine, hast jetzt eben auch sozusagen Schutzrechte angesprochen.

01:28:19: Gibt's Rechte wo du sagen würdest die werden besonders gerne bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderung übersehen also gar nicht nur... Also mein jetzt nicht bezogen nur auf die Eltern oder Pflegeeltern sondern so insgesamt

01:28:34: Ja das ist recht auf Teilhabe!

01:28:37: Sie haben die Zugänge nicht.

01:28:38: Also wenn du dir überlegst, du gehst mit deinem Kind mit Bindung in Sportvereinen und das will mit zwölf Jahren jetzt nicht mehr in Sport vereinen.

01:28:46: Mit Mama oder Papa braucht halt Assistenz dann fängt es schon damit an dass jeder Assistenzkraft Mitglied im Sportverein sein muss weil er sonst in der Betriebsstätte nicht versichert ist.

01:28:57: also das heißt Du hast damit ja schon eine Exklusion wieder geschaffen.

01:29:03: Ein wesentlicher Punkt bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, die in Familien leben ist, dass die gesamte Familie-Exklusionsprozessen ausgesetzt sind.

01:29:10: Also es beginnt schon mit dem Grillfest bei Freunden, denen ich barrierefrei wohnen.

01:29:16: Also das ist einfach schon das Erste.

01:29:18: Die Kinder können sich nicht verabreden mit anderen Kindern weil sie vielleicht im dritten Stock wohnn.

01:29:22: Also nehmen wir mal dieses Beispiel wenn es ein immobiles Kind ist oder ein Maximilian der sagt, die Kinder spielen nur einmal mit mir dann wissen Sie, dass ich anders bin?

01:29:31: Der ist einsam!

01:29:33: Er ist einfach einsam.

01:29:34: Und ich glaube, dass es auch manche Rechte gibt die wir nicht umsetzen können aufgrund ihrer Behinderung oder vielleicht auch nicht umsetzen dürfen weil es sie zwar ihnen ein Recht ermöglicht sieht aber zugleich einer großen Gefahr aussetzt.

01:29:50: Zeig mal ein Beispiel bitte.

01:29:53: Na wenn du einen Kind nimmst mit einer mangelnden Folgenabschätzung zum Beispiel?

01:30:00: Was zum Schmierigstehen missbraucht wird aber dann zum Freundeskreis dazugehört ja.

01:30:04: Und die Freunde sind längst weg weil sie den Laden ausgeraubt haben und er zum dritten Mal verhaftet wird, dann ist das problematisch.

01:30:10: natürlich kann es ihm dann das Recht auf Freundes Kreis Persönlichkeitsentwicklung usw.

01:30:13: geben Aber dass endet forensisch und da ist der Schutzauftrag halt ein anderer.

01:30:19: Wir haben gerade in dem Spektrum für Teils Alkoholsyndrom, was extrem verbreitet in der Pflegekinderhilfe ist und die häufigste Behinderung der westlichen Welt.

01:30:27: Über zwanzigtausend Kinder pro Jahr in Deutschland kommen damit zur Welt.

01:30:32: Haben wir hier ein hohes Potenzial und einen extrem schmalen Grad zwischen Empowerment- und Schutzauftrag?

01:30:38: Ein Hohes Potential, dass die Rechte zur Gefahr werden Und gleichzeitig ein Hochgefährdungspotenzial dass sie bevormundet werden und in ihren Rechten beschnitten werden oder auch missbraucht werden, weil sie das kognitiv nicht verarbeiten kann.

01:30:56: Nicht verbalisieren können oder nicht ernst genommen werden.

01:31:00: Aber was du gerade beschreibst habe ich gerade gedacht ist doch ein total klassisches Beispiel von Polaritäten, oder?

01:31:07: Also dass man sozusagen... Man hat zwei Rechte.

01:31:10: Du hast ein Schutzrecht und du hast einen Teilhabe-Recht.

01:31:12: Und die sind gerade nicht richtig vereinbar miteinander.

01:31:18: der klassische Fehler, den man dann machen kann ist zu sagen ich bewerte das eine deutlich höher als das andere.

01:31:24: Deshalb muss sozusagen mich nur noch um den Schutz kümmern und das andere bleibt halt auf der Strecke weil Schutz ist wichtiger.

01:31:31: Und letztlich ist es aber ja genau dieser Prozess des Hin-und-Hairs also dass man sozusagen immer wieder in beide Richtungen pendeln muss, weil ansonsten so ein Stillstand entsteht und das natürlich für die Entwicklung ... von jeglichem menschlichen Leben immer irgendwie ein großes Problem ist, so.

01:31:51: Und also das soll es gar nicht verkürzen im Sinne von... Ist doch gar nicht so kompliziert und ich finde es super kompliziert.

01:31:56: aber die zu einfache Antwort wäre ja zu sagen wir lösen das einseitig auf ne?

01:32:02: Das darf glaube ich auch nicht passieren.

01:32:04: Und du hast noch zwei andere Faktoren.

01:32:06: das ist einmal die Bewertung der Gefahr oder nicht gefahren, die liegt immer jedem anders.

01:32:14: Je nachdem wie ängstlichen Menschen ist.

01:32:15: also bei uns ist zum Beispiel so Maximilian fährt Fahrrad und fährt mit seinem Fahrrad zum Bäcker und holt da was.

01:32:22: Als er das das erste Mal gemacht hat gab es hier Menschen in unserem Dorf sehr inklusiv aufgestellt.

01:32:28: Die haben sofort angerufen und gesagt Maximilien fährt alleine ist okay.

01:32:31: Keiner hat gesehen dass er ein Walkie Talkies mithalten.

01:32:33: Wir haben so Hightech walkie talkies, dass er sprechen kann.

01:32:36: Mit dabei hat er einen Handy.

01:32:37: Im Umkehrschluss passiert eine Bagatellisierung.

01:32:40: Die sehen einen befähigten jungen Mann oder ein junges Kind, zwölf Jahre alt jetzt Jugendlichen, der fährt mit dem Fahrer zum Bäcker und kommt in einer Tüte Brötchen auch wieder und fährt nach Hause.

01:32:52: Und dann kommen die Bewerter und sagen wie so wird der Pflegegrad vier?

01:32:55: Der kann doch alles!

01:32:56: Dann gehen wir in die Bagatellisierung seiner Bedürfnisse, dann geben wir in den Bagatelliserung seines Hilfebedarfs Und dann hast du so viele Komponenten, dass dieses Kind in seinem Teilhabebedarf aber vor allen Dingen auch in seiner Persönlichkeitsentwicklung so geframed ist.

01:33:14: Egal in welche Himmelsrichtung das Kind guckt, neuer Frame entsteht... Das es gar nicht mehr ein Gefühl von unbeschwertet in der Entwicklung erlangen kann.

01:33:24: und ich finde, das hat nicht mal unbedingt... Es braucht nicht mal eine Behinderung!

01:33:27: Es braucht nur unsere Gesellschaft geframt zu werden.

01:33:29: wenn ich mir heute die Neurotypischen, zwölfjährigen Jungs angucke.

01:33:34: Was sollen die denn werden?

01:33:36: Also wo sollen sie denn hin?

01:33:37: Was machen Sie noch richtig?

01:33:40: Mädels, die frech sind, die sind empowered.

01:33:42: Die sind Feministen und cool!

01:33:44: Und bist du ein zwölftjähriger Junge?

01:33:45: ja da?

01:33:46: Bist du cool dann bist du Makka?

01:33:48: Biste nicht cool dann biste ne Lusche.

01:33:50: was bist Du denn eigentlich?

01:33:51: also das ist so.

01:33:52: ich finde grundsätzlich es total schwierig in unserer Gesellschaft und bei Menschen mit Behinderung nochmal schwieriger weil sie Lotzen brauchen.

01:34:01: Und wenn die Lotsen nicht verantwortungsbewusst im Sinne der Kinder handeln, empathisch sind und sich in diese kindliche Welt hineinversetzen können dann sind sie nicht gelotzt sondern dann sind Sie bevor mundet, gelenkt geprägt.

01:34:15: wie auch immer und das ist glaube ich ein großer Unterschied.

01:34:22: Ich weiß ja womit ihr euch auch in den vergangenen Jahren im Bundesverband auseinandergesetzt habt und deshalb ich muss eine Frage stellen, weil für mich war das so ein schillernder Begriff irgendwie wo ich gedacht habe da muss man mal sehr genau hingucken.

01:34:37: Und zwar wenn wir über Schutz von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung sprechen, finde ich muss man sich einmal vergegenwärtigen was ihr rausgearbeitet habt zum Thema institutionelle Kindeswohlgefährdung.

01:34:50: Ich wollte dich bitten ob du uns da einmal mitnehmen kannst, ob du das einmal ein bisschen beschreiben kannst, was verbirgt sich hinter dem Begriff?

01:34:57: Was sind sozusagen aus deiner Sicht gerade die Besonders prägnanten Themen, um dieses sich dazu drehen gilt.

01:35:04: Und was kann man da vielleicht auch entwickeln in der nächsten Zeit?

01:35:09: Der Begriff ist strukturelle Kindeswohlgefährdung.

01:35:11: Strukturell.

01:35:13: Genau.

01:35:13: Wir nennen das struktorelle Kindeshohlgefährderung.

01:35:16: Das bedeutet wir haben ja zum einen Elternschaft, wir haben Erziehungsauftrag und all das, was wir so normativ kennen Und dann haben wir den gesundheitsspezifischen Bedarf.

01:35:26: Wir haben unterschiedliche Erlebensräume bei Kindern, Bildung, familiär gesellschaftlich aber auch ein gesundheitsbezogenen Erlebnisraum und in diesen Erlebungsräumen entstehen hohe Abhängigkeiten.

01:35:40: die haben ja auch im Bereich der Kinder- und Jugendlichen ohne Behinderungen wie zum Beispiel Schule.

01:35:47: Das sind auch hohe Abhängigkeiten ja von Bildungsniveau, von Lehrern wie die sich verhalten.

01:35:51: Von Schulzeiten und Betreuungsteilten all diese ganzen Dinge.

01:35:55: Und das potenziert sich natürlich bei Kindern mit Behinderungen exorbitant weil es schon darum geht dass du wenn du in vier Monate alten Säugling hast der einen Kardiologen Termin braucht Wenn du da vier Monate auf den Termin wartest ist das Kind doppelt so alt.

01:36:10: Wenn ich als vierzigjährige Frau vier Monate warte dann ist das ein Mühe meiner Lebenszeit.

01:36:17: Das heißt, die Gefährdungslage ist weitaus größer.

01:36:19: Auch in Kliniken zum Beispiel... ...die Versorgungssituationen aber es ist so lebensnotwendig.

01:36:24: und wenn wir dann weitergehen in Richtung Schule, in Richtung wie ich schon sagte Sportvereine da musst du dann fünf Mitgliedschaften abschließen.

01:36:33: das alles strukturell sind alle struktuelle Punkte.

01:36:37: Wenn ich jetzt z.B.

01:36:38: gucke meine älteste Pflegetochter ausgezogen die wohnt im betreuten Wohnen Die braucht ergänzende Hilfe zur Pflege weil das Geld von der Pflegekasse nicht reicht für den Pflegedienst.

01:36:48: Der Antrag ist im Januar gestellt, wir haben am siebzehnten August den Begutachtungstermin.

01:36:54: das heißt seit acht Monaten habe ich das Glück dass ein Pflegendienst in Vorleistungen geht.

01:36:58: Das eine strukturelle Gefährdung weil eigentlich gäbe es den Pflegendienst nicht wäre Sie verstorben.

01:37:03: also singen wollen Knallat Medikamentes nicht lief.

01:37:06: aber dann passieren so Sachen.

01:37:08: Es gab jetzt einen Medikamente als Beispiel was man nicht ersetzen kann durch ein anderes Medikament, weil nur ein einziger den Wirkstoff herstellt gegen eine bestimmte Form von Epilepsie.

01:37:18: Das heißt lebensnotwendig!

01:37:20: Der Rohstoff wird das Medikamente ist nicht mehr nach Deutschland geliefert worden, weil die Pharmaindustrie nicht genug Geld zahlt.

01:37:27: So wird es in andere Länder geliefert?

01:37:29: Dann gehen Pflegeeltern, Eltern, Pflegepersonen vormünter völlig egal.

01:37:35: in Beschaffungskriminalitäten ist eine strukturelle Gefährdung.

01:37:40: Also das heißt, man ist hergegangen und dieses Medikament zum Teil haben dann Eltern deren Kinder verstorben sind oder das Medikamente nicht mehr brauchten im Internet gesagt ich habe hier noch so und zu viel Tüten wer möchte das haben?

01:37:52: Dann hat man dass sich im internet geholt darf man aber ja eigentlich gar nicht dem Kind geben.

01:37:56: also ich sage es jetzt mal ne das ist so klassische wirklich lebensbedrohliche strukturale kindeswohlgefährdungen.

01:38:06: Das ist schon auch ein ganz schönes Brett, finde ich.

01:38:09: Wo man sich ja wenn man mit dem Feld so nix zu tun hat glaube ich wenig Gedanken drüber macht und es sich auch gar nicht vorstellen kann.

01:38:16: und dass diese Begrifflichkeit die ihr da entwickelt habt finde ich das jetzt zugänglich macht.

01:38:22: und man muss es mitdenken du kommst nicht mehr drum herum.

01:38:26: das finde ich ist ein wirklich deutlicher Mehrwert.

01:38:29: wenn wir jetzt anfangen über sagen wir mal Wie geht inklusiver Kinderschutz, wie geht die Umsetzung von Kinderrechten für Kinder mit Behinderung und so?

01:38:37: Da kommst du um dieses Thema nicht mehr umhin.

01:38:40: Und musst diese strukturbezogenen Themen eben mit Berücksichtigen.

01:38:44: Das finde ich einen riesen Fortschritt an der Stelle.

01:38:49: Danke dir, dass du das nochmal so... so dargestellt hast, dass da auch für Beispiele hinterliegen.

01:38:55: Weil das glaube ich wenn man mit dem Feld noch nicht so viel zu tun hatte weiß man das nicht unbedingt in welche Richtung es auch alles gehen kann und das waren ja jetzt auch nur exemplarisch was du da beschrieben hast.

01:39:07: Ja klar und viele sagen dann naja so schwer ist mein Kind ja nicht behindert.

01:39:10: die haben ja nun ein Kind mit FAS.

01:39:12: aber da fangen wir mit der Schulbegleitung an.

01:39:13: wenn die nicht rechtzeitig gehen nämlich geht das Kinder hier in die Schule.

01:39:16: Wir haben eine Schulpflicht in Deutschland Also wir haben eine Familie, da ist die Schulbegleitung.

01:39:21: Weil die Sachbearbeiterin krank war sieben Monate nicht genehmigt gewesen.

01:39:25: Das Kind war sieb Monate zu Hause bis sich die Pflegemutter weil sie vormünden ist bei der Schulbehörde selbst angezeigt hat dass sie der schulpflicht nicht nachkommen

01:39:35: kann.

01:39:36: also und da ging es dann plötzlich schneller.

01:39:39: das muss man einfach überlegen aber wenn du jetzt als Vater entscheidest Wir fahren ein Tag eher in Urlaub, bevor die Ferien angefangen haben.

01:39:46: Hast du aber schon die Landesschulbehörde auf dem Podest?

01:39:49: Und das ist so unverhältnismäßig und ist eine strukturelle Gefährdung natürlich!

01:39:54: Die legitimiert es übrigens... Das ist das Bittere da dran,

01:39:57: ne?!

01:39:58: Inwiefern...?

01:40:00: Naja, weil es normal ist dass man sieben Monate wartet bis der Schulbegleiter genehmigt ist oder drei Jahre bis man Rollstuhl kriegt.

01:40:06: Oder vier Monate bis zum Facharzttermin oder das Medikament nicht lieferbar ist in Anführungsstrichen legitimiert, weil er eine gewisse Normalität bekommen hat.

01:40:14: Ja okay Okay, verstehe.

01:40:16: Also ich, weil ich nehme schon wahr dass es durchaus ja irgendwie Unverständnis und Empörung auslöst und

01:40:23: sozusagen die Legitimation

01:40:25: erleben wir vielleicht auch gerade.

01:40:27: also wir sind gucken am Ende auch noch mal so ein bisschen auf politischen Kontext aber da ist ja auch einiges im Gange wo man sagt die Normalisierungstendenzen von solchen unerträglichen Zuständen Die sind ja auf höchster Ebene gerade diskutiert bieten so einen kleinen Vorgeschmack darauf, wohin die Reise gehen könnte.

01:40:48: Wenn man nicht sehr wachsam ist und nicht sehr wehrhaft wird.

01:40:52: Das spielt glaube ich alles damit rein.

01:40:54: Aber du musst bedenken wer wehrt sich denn?

01:40:56: Wer ist denn wachsam?

01:40:57: Die Betroffenen haben noch die Kraft rund die Zeit.

01:41:01: also sei mal pflegender Vater von dem Kind im Pflegegrad fünf mit extrem hohen Bedarfen kriegst jeden Tag Post.

01:41:07: Wirst zugeballert hast irgendwo möglich den Schulbegleiter nicht genehmigt Das Kind ist zu Hause und dann siehst du zu.

01:41:14: Und siehst im Fernsehen wie fünf Reformen, die um die Ohren fliegen... ...und irgendwie musst du dich doch wehren!

01:41:20: Aber glaube mir, deswegen isst er aufschreienlich so groß.

01:41:24: weil nicht weil es die Leute nicht gibt und weil die das hinnehmen sondern weil sie's nicht können.

01:41:29: Sie können es nicht.

01:41:31: Schaffen das nicht?

01:41:32: Das heißt es braucht an der Stelle deutlich intensiver Solidarisierung innerhalb der Gesellschaft, weil das nicht auf dem Rücken der wenigen getragen werden kann die jetzt akut betroffen sind.

01:41:45: Weil das finde ich ist ja auch noch mal wichtig nur weil du jetzt akutt nicht betroffen bist heißt es ja nicht dass du nicht im laufe deines lebens irgendwann massiv betroffen bis.

01:41:52: also und ich glaube das ist auch so ein Ja Also so ein blinder Fleck, vielleicht auch eine tabuisierte Zone in unserer Gesellschaft.

01:42:01: Weil wir reden nicht darüber wie das werden wird wenn wir vielleicht selber mal irgendwann nicht mehr können oder auf Unterstützung angewiesen sind oder unsere Liebsten.

01:42:10: und ich glaube wenn man das ein bisschen sichtbar hat dann muss man es solidarischer begreifen und nicht so ich AG-mäßig durchs Leben gehen.

01:42:23: Die Behindertenhilfe hatte, die letzte Kampagne hieß mit Behinderung ist zu rechnen.

01:42:26: Fand ich sehr gut!

01:42:28: Ja und mit Pflege ja letztlich auch.

01:42:36: Eine sozusagen ein bisschen Versuch von so einem Perspektivenwechsel würde ich gerne mit dir immer noch machen.

01:42:43: Und zwar wollte ich dich fragen, woran merken denn eigentlich die Kinder und Jugendlichen selbst dass sie von Erwachsenen umgeben sind, die ihre Rechte ernst nehmen?

01:42:56: Kriegen die das mit?

01:42:57: Merken die den Unterschied?

01:43:01: Erst wenn Sie Kindern begegnen, die das nicht dürfen Also die nicht in dem Bereich sind.

01:43:06: Das erleben wir ja schon.

01:43:07: Kindern bei Kindern untereinander, wie du das bis acht Uhr draußen bleiben.

01:43:11: Ich darf nur bis sechs so, ne?

01:43:12: Das merkt aber ja das Kind was nur bis sechs Uhr draußenbleiben kann.

01:43:15: erst wenn jetzt jemand begegnet was länger draußen bleiben kann.

01:43:19: und Du kannst immer nur dass einfordern oder sehen oder wertschätzen Was du kennst und was du erlebt hast.

01:43:26: also ich hatte eine Pflegetochter.

01:43:27: die hat Neuen Jahre in der Klinik hat sie gelebt Und man kann es gar nicht vorstellen ... neun Jahre in der Klinik gelebt.

01:43:35: Die hat eigentlich keine... für viele schon, aber für mich nicht schwerwiegende Behinderung gehabt,... ...die musste ans Beatmungsgerät, wenn sie eingeschlafen ist, weil der Atemreflex ausgesetzt hat.

01:43:48: Ansonsten hatte die eigentlich gute Prognosen gehabt.

01:43:51: Konnte sprechen laufen alles und nach neun Jahren kamen Sie in unsere Familie... ...und ihr wusstet nicht mal dass es Tiefkühlpizza gibt?

01:44:00: Also wie gesagt, sie konnte natürlich nicht formulieren ich hatte keine Rechte.

01:44:06: Beziehungsweise hat dann erst wahrgenommen, dass es welche gibt und dass es Raum gibt.

01:44:10: Und was ist eigentlich da draußen gibts?

01:44:12: Wir sind darauf angewiesen, das uns zur Verfügung gestellt wird.

01:44:16: Und du merkst bei Kindern mit Behinderung die empowert sind, dass sie eine Ahnung haben.

01:44:22: Ich glaube, das ist das Allerwichtigste.

01:44:24: also wenn man jetzt zum Beispiel Aurel nimmt der sagt ich möchte doch nicht mit meiner Mutter auf ein Date heißt er weiß überhaupt was ein Date ist.

01:44:32: Ja, der hat überhaupt ne Ahnung davon.

01:44:34: Hat

01:44:34: ne Vorstellungskraft her.

01:44:35: Ja,

01:44:36: er hat eine Vorstellungskraft.

01:44:37: Er hat eine Freundin, gerade sexuelle Bedürfnisse.

01:44:42: All diese ganze Entwicklung, die dazu gehört auch in der Persönlichkeit und all diesen ganzen Dingen ist ja oft tabuisiert und sind ja auch Rechte, die ganz klar respektiert werden müssen.

01:44:52: Gerade im familiären Kontext ein großes Thema ist.

01:44:55: Weil man will als Eltern das eigentlich gar nicht wissen und Kinder wollen es von den Eltern auch nicht wissen.

01:44:59: also sind wir mal so in dem Bereich Ja, und wenn ich erst schon ja auch aus unserem Selbstvertretungsrat höre in der Pflege die sagt Ich möchte dass man mir sagt was mit mir gemacht wird bevor man mich anfasst Das kann sie weil sie kognitiv das formulieren kann aber ein anionatan der non verbal ist es ausgeliefert.

01:45:21: also Von daher glaube ich es schwierig zu sagen merken die das oder oder neben die des war.

01:45:28: Das ist glaube ich ganz schwer umzusetzen und zu beantworten.

01:45:33: Und gleichzeitig, Kerstin denke ich gerade.

01:45:36: Wir haben ja auch in der Beschäftigung mit der ganzen Thematik Kinderrechte.

01:45:41: jenseits von Behinderung gibt es ja auch wie so eine Überzeugung auf unserer Seite das man sagt immer dann wenn Kinder gut unterscheiden können was Recht und Unrecht ist Dann hast du eine Möglichkeit dass sie selbst auch dafür einstehen können.

01:45:59: Also im Rahmen dessen was für die Kinder und Jugendlichen ihren jeweiligen Behinderung dann möglich ist.

01:46:04: Stimmt der Satz ja ganz genauso auch, also es ist ja überhaupt keinen Unterschied Und das heißt auch wieder im Rahmen dessen, was möglich ist.

01:46:14: Das sichtbar machen und sozusagen Zugänge zu ermöglichen und darüber informieren und das zusammen entwickeln statt wie das irgendwie auch glaube ich viele Jahre selbstverständlich war dass man nämlich einfach gesagt hat lass uns die nicht so genau darüber informiert weil dann wird es nicht so unbequem für uns

01:46:34: stimmt.

01:46:35: also ich könnte jetzt glaube ich so ein Beispiel Ich war vierzehn Tage mit drei meiner Kinder im Urlaub, weil Jonathan das nicht mehr schafft.

01:46:41: Der ist zu Hause mit Intensivpflege begleitet gewesen.

01:46:46: und dann gab es so eine Situation und ich finde die passt ganz gut.

01:46:50: Er wollte abends... er hat abends ganz viel geweint und man isst dann auf seine physischen körperlichen Bedürfnisse eingegangen und hat dann gesagt, okay vielleicht hat der Schmerzen.

01:47:02: Und da geben wir ihm Schmerzmittel und dann geben wir ihn noch irgendwie was für die Verdauung oder gucken wir ob er Bauchschmerzen hat usw.

01:47:08: Und dann hat eine Pflegekraft mit mir gesprochen und dann habe ich gesagt Vielleicht vermisst er uns.

01:47:15: also vielleicht ist einfach eine Äußerungen von Ich möchte nicht ins Bett.

01:47:19: Ich möchte alleine sein.

01:47:20: Ich Möchte das alles nicht.

01:47:22: Dann haben wir eine Sprachnachricht gemacht und ein Video aufgenommen und kein Schmerzmittel der Welt hat funktioniert, aber das hat funktioniert.

01:47:29: Und auch da ist ja eine Art von Äußerung die er dann möchte.

01:47:33: und wie schnell gerade aber wieder?

01:47:34: da sind wir wieder bei dieser strukturellen und auch Kindeswohlgefährdung oder überhaupt dem inklusiven Kinderschutz.

01:47:41: Wie schnell wir uns dann auf diese gesundheitsspezifischen Bedarfe konzentrieren?

01:47:46: Aber die seelischen und emotionalen da auch verlieren und es ist klassisch dafür Und das dann nicht als dein Recht war zu nehmen, zu sagen okay du gehst jetzt nicht ins Bett.

01:47:57: Du kommst jetzt noch mal mit.

01:47:59: Das auch zu erkennen.

01:48:01: Das ist schon aber auch echt jedes Mal eine Kühe ne?

01:48:05: Das ist ja speziell.

01:48:13: Wir arbeiten ja in dem Projekt vom Bundesforum, geht es ja häufig darum zu überlegen wie kann man Hilfe-Systeme auch so gestalten dass sie wirklich passend für die Kinder und Jugendlichen sind.

01:48:26: Also das man nicht dabei bleibt was man jetzt schon immer irgendwie so gemacht hat oder was sich doch irgendwie entwickelt hat in den letzten Jahren sondern wirklich sehr fokussiert zu sagen lasst mal vorm Kind ausdenken und dann überlegen wir müssten sich Hilfesysteme dementsprechend weiterentwickeln, vielleicht auch noch mal neu gebaut werden oder so.

01:48:46: Das ist ja alles nicht festgelegt an der Stelle sondern eher diese Idee.

01:48:51: wir haben das konstruiert.

01:48:52: dann ist es also kein Naturgesetz und es kann wieder dekonstruiert werden und es können auch neu gebaut wird.

01:48:57: Es ist grundsätzlich erstmal menschlich gemacht und deshalb kann es auch umgebaut werden.

01:49:03: Was glaubst du?

01:49:05: Woran würden Kinder- und Jugendliche merken dass die Hilfesysteme auf die sie treffen, in denen Sie ihr Leben gestalten oder mit denen sie ihr Leben gestellt.

01:49:16: Dass die passender sind als im Moment?

01:49:19: Also woran würde ein Kind und Jugendlicher das Merken der mitten ja in irgendeiner Form mit einer Behinderung konfrontiert ist?

01:49:32: Das ist eine gute Frage.

01:49:34: des erstes was mir einfach einfällt Ist in Unbeschwertheit.

01:49:38: also sie merken dass es eine unbeschwertheit gibt Und Die jedem kind irgendwie die jedem Kind irgendwie gehören sollte.

01:49:50: Eine gewisse Unbeschwertheit, Neugier... dass es etwas zu entdecken gibt.

01:49:56: Dass es etwas gibt, was sie in ihrer Autonomie von sich aus in den freien Willen bringt und nicht erst der Zugang geschaffen werden muss und damit vorgegeben ist, was Sie jetzt gerade entdeckend dürfen?

01:50:10: Also wir gehen ja so auch gerade in der Kindeserziehung oder im Bereich von Bildung.

01:50:16: haben dann die Krippen, Kindergärten, Grundschulen, Freispielräume

01:50:20: usw.,

01:50:20: die kein Kind mit Behinderungen ohne Hilfe mal eben so entdecken kann, ja?

01:50:24: Sondern das ist irgendwie alles gar nicht für die gemacht.

01:50:27: Aber wenn es plötzlich so ist, dass sie unbeschwert in die Entdeckung gehen können, eine Selbstbestimmung und vielleicht mit einem kleinen Fingerzeug in selbstverständliche Hilfe oder Handreichungen kommen weil Menschen da sind, die das erkennen.

01:50:44: Das wäre fantastisch!

01:50:46: Wir sind jetzt aber in einem Bereich, dass dir ein Kind das gar nicht mit Behinderung beantworten könnte, darauf angewiesen ist, den Unterschied überhaupt spürbar gemacht zu kriegen.

01:50:57: Also wie gesagt haben meine Schwester Fragen ob sie laufen können will und sie gesagt hat was willst du von mir?

01:51:04: Aber sie war denn noch mobil.

01:51:05: also der Unterschied sie konnte von A nach B. das ist wichtig.

01:51:11: ich glaube es ist wirklich so.

01:51:12: was derjenige spüren würde was der Mensch spülen würde wäre eine unbeschwerte Entdeckungsmöglichkeit und Autonomie.

01:51:20: dass wäre das was es wirklich echt machen würde.

01:51:25: Ich habe gerade gedacht, so Unbeschwertheit und Leichtigkeit würden die Kinder ja vielleicht auch wahrnehmen an denen sie umgebenden Erwachsenen, also dass die auch nicht unter Dampf und so erschöpft sind.

01:51:40: Und da sind wir auch... Also das ist finde ich Bei der Gruppe, auf die wir heute besonders gucken ist es nochmal eine andere Dynamik dahinter.

01:51:49: Aber das ist ja letztlich was, was Kindheit und Jugend oder vor allem Kindheit glaube ich.

01:51:53: Jugendletzlich auch in unserer Gesellschaft insgesamt irgendwie betrifft.

01:51:57: und wo man sagen muss Wann finden eigentlich diese unbeschwerten und leichten Momente statt?

01:52:03: Und wie können wir da mehr von schaffen?

01:52:06: Also es ist auch wieder gar nicht so ein spezifische Erkenntnis sondern eher eine allgemeine Erkenntniss die da relevant ist.

01:52:15: Also nimm nur mal das Beispiel, so ein Kind benötigt eine neue Vorlage... also man sagt ab einem gewissen Alter nicht mehr windeln?

01:52:24: Eine neue Vorlage ist sich das im Bewusst und dann geh doch mal auf eine behindertengerechte Toilette.

01:52:30: Wo legst denn das hin?

01:52:32: demütigend auf einen schmutzigen Fußboden?

01:52:35: Weil wir nicht mal in der Lage sind, Bickeltische größer zu bauen!

01:52:39: Also sowas ganz banales.

01:52:42: Ich sag jetzt mal nur, das ist sowohl für die Familie.

01:52:45: Also diese Unbeschwertheit, was der Erwachsene dann in dem Moment spürt... Oh Gott, das Kind braucht eine neue Vorlage!

01:52:52: Wir haben gar keine Möglichkeit.

01:52:54: Das ist ja etwas, was sich auch überträgt und wie dieses Grundbedürfnis Ausscheidung oder was wir überhaupt nicht zum Mensch sein gehört.

01:53:04: In diesem Feld schon komplett scharmbahhaftet, verkompliziert, schwierig und fast unmöglich lösbar ist außerhalb der eigenen vier Wände.

01:53:14: Weil da bist du darauf ausgelegt!

01:53:16: Das ist eine Hausnummer.

01:53:18: Eine richtige Hausnumme auf dem offenen Auto, Heckklappe auf der Liegefläche... Ja das macht man dann mit so einem achtjährigen Jungen soweit es nicht anders geht.

01:53:31: Kerstin, ich weiß nicht ob der Begriff passt, der mir dazu jetzt durch den Kopf geht.

01:53:34: Aber das was du jetzt gerade beschrieben hast, habe ich grade noch mal so gedacht... Das ist doch unwürdig und würdelos.

01:53:41: Total!

01:53:42: Und es ist doch etwas woran wir also so wie du das beschreibst.

01:53:47: Also da hab' ich ja gar keinen Zweifel dran, dass die Lebensrealität von sehr vielen Kindern und Erwachsenen für die Du jetzt gerade sprichst aber das ist doch was wo man sich einfach dran gewöhnen darf, sondern wo man irgendwie sagen muss das also da muss man doch was daran ändern können wollen müssen irgendwie oder?

01:54:10: Ja also Würde und Recht hängt ja sehr nah auch zusammen.

01:54:15: Also ich finde ein Recht zu haben und die Würde des Menschen ist unantastbar.

01:54:19: all diese ganzen Dinge sind ja sehr nah beieinander und ich finde gerade bei diesen Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken all diese ganzen Dinge.

01:54:30: Das hat auch was mit Schamwürde und den Teamsphäre zu tun die wir einfach beim jungen Menschen mit Behinderung oft nicht gewahrt werden können.

01:54:40: also Auch bei Nahrungsaufnahmen

01:54:42: z.B.,

01:54:42: wenn sie sondiert sind, d.h.

01:54:44: ihr habt eine Magensonde, dann ziehst du in der Öffentlichkeit so einen Schlauch aus dem Bauch irgendwie und drückst da, ich sag es jetzt mal ne, drück's da irgendwie Sonnennahrung rein.

01:54:52: Das tust du optimalerweise, wenn alle anderen auch essen weil das irgendwie dazu gehört hat.

01:54:56: einfach was Zugehöriges.

01:54:57: Es ist...es ist das Essen aber das ist bloßstellend!

01:55:02: Das hat etwas sehr Spezielles und wir hatten es jetzt im Urlaub, da war ein Junge, der ist auch sondieret worden.

01:55:10: Richard interessiert das nicht besonders.

01:55:11: Der reicht einem das und sagt, hier macht man so ungefähr während dieser Junge gesagt hat Mama du weißt genau ich möchte das hier nicht Lass das jetzt.

01:55:19: und sie sagt ja aber du bist jetzt dran mit Essen.

01:55:21: Und er gesagt nein dann machen wir das zuhause.

01:55:24: Ich möchte dass du das jetzt sein lässt.

01:55:26: So das war in dem Kaffee.

01:55:27: Wir saßen draußen und Das war sein absolutes Recht das einzufordern und er hat sich geschämt und erfand das nicht gut und die Leute haben geguckt.

01:55:37: Das ging, Gott sei Dank.

01:55:39: Aber in dem Moment habe ich auf Richard geguckt und gesagt, ich mache das immer einfach weil der gar nicht reagiert.

01:55:44: aber vielleicht geht es dem ja genauso Vielleicht darf ich ihm das sogar beibringen dass er an der Stelle meine Hand wegschiebt und sagt ne jetzt nicht.

01:55:54: Und dann bist du so ausgeliefert was diese öffentliche Toiletten angeht oder Räume wo du dann halt keine Chance hast es würde vorzumachen.

01:56:06: Zusätzlich noch fragen möchte ist, wenn man jetzt so auf Entwicklung schaut.

01:56:11: Was dürfte sich da im Hilfesystem auch entwickeln?

01:56:15: Dachte ich wäre es auch interessant einmal nachzufragen.

01:56:18: Was wäre denn eigentlich eine gute Entwicklung nicht nur mit Blick auf die Kinder und Jugendlichen selbst sondern was brauchen Pflegefamilien damit sie diese Art von Verantwortung auch gut tragen können?

01:56:31: Also in erster Linie brauchen Pflegefamilier Akzeptanz für ihr Lebensmodell.

01:56:38: Also, ich finde so wirklich ... Das findet statt, wenn eine Pflegefamilie überprüft ist und in dieser Pflegeheld an Schule war, dann denkt man schon ja, das passt schon alles.

01:56:48: Und ich glaube, dass Pflegefamile in den allermeisten Fällen am allerbesten für sich wissen was für sie gut ist.

01:56:55: Ich finde, unser System durch so ehrlich gesagt unsägliche Geschichten wie Zwei-Kind-Regelungen

01:57:02: usw.,

01:57:03: irgendwie verkopft und so gar nicht lebensnah ist.

01:57:06: Weil ganz ehrlich, unsere Kinder werden nach dem Taschen nicht zum Spielen abgeholt.

01:57:10: Und wenn du zwei behinderte Kinder hast und willst ein drittes aufnehmen und sagst ja das kann ich eigentlich schaffen entstehen in unseren Systemen diese Sichtweisen immer aus der eigenen Resilienz heraus, aus der eigenem Wahrnehmung heraus.

01:57:22: Warum denn?

01:57:22: Warum schafft erjenige das denn nicht?

01:57:23: Deshalb kann ich zu beurteilen also es ist eigentlich gar nicht mein Business!

01:57:29: Und wenn wir diese Hilfen in meinen Normen pressen und sagen, wir brauchen Checklisten.

01:57:33: Pflegefamilien brauchen Akzeptant ihres Lebensmodells die Anerkennung dass sie die Experten des Kindes sind.

01:57:40: aber vor allen Dingen brauchen Sie Flexibilität auf auf diese Lebenswelt, also den flexiblen Blick darauf.

01:57:49: Dass wenn sich der Bedarf des Kindes ändert das es nicht zur Hinterfragung kommt ob die Pflegefamilie noch geeignet ist oder warum denn das alles sondern einen Blick darauf dass man sagt Ja, lass mal gucken was wir jetzt hier tun können.

01:58:06: Dass das auch weiterhin gut gelingt oder auch die Pflege von mir so abzuholen im Coaching in Supervisionen Das ist okay zu sagen.

01:58:17: ich kann nicht mehr dass es in Ordnung ist zu sagen Ich brauche jetzt Hilfe und nicht gleich mit der Verlust Angst zu leben je nehmt mir das Kind weg!

01:58:25: Das ist nämlich wirklich nun einfach leider in unserem System sehr schnell so Sicherheit.

01:58:30: Die brauchen Akzeptanz, Sicherheit und wirklich einen flexiblen Blick auf die Hilfegestaltung weil das Kind ist nicht mehr so wie nach dem Aufnahmezeltpunkt.

01:58:42: Das entwickelt sich, es verändert sich.

01:58:49: Ich habe noch ein Aspekt den würde ich gerne auch nochmal mit dir gemeinsam überlegen nämlich Vielleicht sind wir da eben auch schon an einer Stelle ran gegangen, aber vielleicht haben wir auch noch was offen.

01:59:01: Das müssten wir jetzt mal gerade prüfen nämlich somit Blick auf die... Was wir als Gesellschaft eigentlich lernen und können müssten.

01:59:13: Da habe ich mich irgendwie gefragt, ist unser Umgang mit Kindern?

01:59:18: Mit Behinderungen nicht eigentlich ein ganz guter Gradmesser dafür wo wir gerade stehen als Gesellschaft wie wir bestimmte Themen angehen was wir bereit sind als Gesellschaft zur Verfügung zu stellen auch an Ressourcen zur verfügung zu stellen oder zu investieren?

01:59:37: Was sagt dieser Umgang eigentlich, den wir gerade so als ist stand ja auch ein Stück weit von dir beschrieben bekommen haben über den Zustand unserer Gesellschaft?

01:59:47: Könntest du uns da einmal noch deine Eindrücke von mitgeben.

01:59:56: Also zum einen ist immer wieder erschrecken dass die Kinder mit Behinderung überhaupt nicht gesehen sind.

02:00:02: also es gibt politische Entscheidungen Gesetzgebungsprozesse wie zb Pflege-Neuausrichtungsgesetz Wo einfach vergessen worden ist, dass auch Kinderpflege bedürftig sind.

02:00:13: Also das wird für die große Gruppe der pflegebedürftigen Senioren gemacht.

02:00:18: Der richtig ist der größte Teil.

02:00:21: Aber diese Kinder sind nicht auf dem Radar.

02:00:24: Auch bei Schulneubau.

02:00:26: Es wird an die behindertengerechte Toilette gedacht, aber auch alles.

02:00:31: Wir sind da nicht unterwegs.

02:00:33: Wir erleben Kinder mit Behinderung im Kontext der Verwaltungstruktur und ich bin ja nun auch kommunalpolitisch einige Jahre jetzt unterwegs gewesen, eher immer als unkalkulierbare Haushalts-Ausgabe.

02:00:46: So!

02:00:47: Na jetzt noch welche zukommen?

02:00:52: Unsere Gesellschaft steht nicht und das finde ich ist der Spiegel der Gesellschaft für Verbindlichkeit, helfende Hand Empathie sondern für Leistungsgesellschaft Bildungsniveau.

02:01:09: Who is who?

02:01:10: Aber auch immer dieses, ich sage immer so das ist immer das Tarnnetz.

02:01:16: Inklusion ist ein Tarnnetz und darunter lachen sie sich ins Fäustchen.

02:01:19: Diversity ist ein Tarhnetz und da drunter lachen Sie sich ins Feustchen!

02:01:24: Und diese Alibi-Gesellschaft mit schweren Begriffen die nicht mit Inhalt gefüllt sind, ist extrem demaskiert, sobald es um Kinder mit Behinderung geht dann ist die dünn Richtig dünn.

02:01:39: Ja und wir haben da eben ja schon drüber gesprochen letztlich hat er ja doch... ... jede und jeder von uns einen eigenen Anteil dran.

02:01:49: Wie wird es gemacht?

02:01:50: Also nicht, weil man dafür politisch aktiv sein muss, sondern weil's darum geht wie gestalte ich... ... mein Leben mit Menschen.

02:01:59: Und wer gehört dazu?

02:02:00: Wer gehört zu meinem Freundeskreis?

02:02:02: Wen treffe ich regelmäßig?

02:02:04: Wen nehme ich mit?

02:02:05: Nicht weil du hast eben finde ich an einer Stelle ganz schön auch beschrieben.

02:02:08: Nicht weil ich sozusagen meine Kamerpunkte im Ehrenamt aufpolieren möchte.

02:02:13: Sondern weil das mein Leben ist!

02:02:15: das so mache und da könnte man sich jetzt Das finde ich ja durchaus auch interessant.

02:02:21: Da könnte man ja auch jenseits von Behinderung noch Ausgrenzungsthemen sich angucken, wie zum Beispiel Armut und Migration oder andere Themen wo das glaube ich an vielen Stellen nach ähnlichen Schemattha so funktioniert ohne dass damit jetzt irgendwie einhergehen soll, dass man die einen gegen die anderen ausspielt.

02:02:41: Das meine ich gar nicht sondern einfach da scheint es ja ein Muster zu geben in unserer Gesellschaft an das wir ran müssen wenn uns das wichtig ist.

02:02:48: Und wenn es eben nicht nur, und das finde ich hat man eben bei dir... Also ich habe es gehört, glaube es gehört zu haben bei dem was du gesagt hast Es ist dieses Verstecken hinter den großen schillernden Worthülsen manchmal und es hat wenig damit zu tun Was wir selbst denn tatsächlich bereit sind an unserem Leben zu tun und auch zu ändern Damit sich da Dinge auch weiterentwickeln können.

02:03:12: Also ich finde, das Kunstwort dazu ist immer die Integrität.

02:03:16: Habe ich die Integritäten nicht zu dem Feld?

02:03:19: Fliege ich auf!

02:03:19: Ich fliege zwangsläufig auf.

02:03:21: Guck mal, nimm doch die Grillparty von Freunden und du hast ein Kind im Rolli... Du brauchst wirklich gar nicht großen Schnickschnack in den Rolli.

02:03:31: Es wird auf dieser Party vorher abgefragt und jeder weiß, wer veganer ist.

02:03:35: Jeder weiß, was gerne ist.

02:03:37: Es wird geguckt, wer hat wie ... Ach ja, der mag gerne jenen Alzer trinken.

02:03:41: Da müssen wir noch alkoholfreis

02:03:42: haben.".

02:03:43: Und dann werden die Einladungen rausgeschickt um keiner!

02:03:45: Hat darüber nachgedacht, dass das Kind nicht in den Garten kommt?

02:03:49: Also ne, da merkst du einfach wo dieser Punkt ist.

02:03:52: Ja, da wird noch die Decke für die Babys.

02:03:54: Die haben mal auch ein kleines Planschbecken hingestellt und im Hochstuhl hab ich mir vom Nachbar angelehnt.

02:03:59: aber Es ist tatsächlich selbst im Freundeskreisen dann so, dass man sagt ja was machen wir jetzt mit euch?

02:04:05: Ich weiß gerade gar nicht wie das lösen sollen.

02:04:08: Anstatt an eine andere Location zu gehen!

02:04:09: Ist auch mal ganz banal ne?

02:04:11: Dass uns doch den Sportverein nehmen und mal eben fragen ob wir es da machen können.

02:04:15: Das

02:04:16: geht natürlich...

02:04:17: Kann man denn... Entschuldige ich war gerade einmal um damit zu kommen aber das ist nicht weil man sagt jetzt lösen wir in der Situation also wir tragen oder so gemeinsam Ein Kind und sein Rollstuhl ist irgendwo hin oder?

02:04:31: Ja, das gibt es natürlich.

02:04:33: Aber ich erlebe eben ganz viele Familien mein Leben lang die sagen, ich habe kaum noch Freunde weil wir können nicht mal zu den Freunden zum Grillen.

02:04:40: Das ist so vermisst!

02:04:42: Das ist einfach so, dass passiert einfach so.

02:04:44: Weil unsere Gesellschaft ist schnelllebig.

02:04:46: Es geht um Leistung und Performance Um all diese ganzen Dinge.

02:04:50: Und ich meine nehm doch meinen Kindergeburtstag einer Regelschule und da hast du ein behindertes Kind bei uns.

02:04:54: Die fahren ins Jumphaus Ende Gelände.

02:04:58: Ja, also aber du kannst auch nicht erwarten das neuen eingeladene Kinder aufs Jumphaus verzichten weil dein Kind im Rolli sitzt.

02:05:05: Also es muss man ja auch umgekehrt sehen.

02:05:06: Es geht ja nicht nur darum dass man alles dann darauf auslegt sondern dass man einfach in dieser Situation Auch offen legt und sagt neun Kinder wollen ins Jump Haus ist für Lukas Moritz keine Ahnung Nicht geeignet.

02:05:23: Das tut mir total leid.

02:05:24: auch das gelingt uns ja nicht das wörtlich zu sagen wirklich zu sagen so Es tut mir total leid, aber wir machen das jetzt und wir haben uns gesehen.

02:05:33: Und wenn Lukas nochmal gratulieren will oder so... Wir sind aber um achtzehn Uhr wieder da und grillen?

02:05:40: Dann mag er vielleicht dazukommen!

02:05:42: So was kann

02:05:42: funktionieren?!

02:05:43: Wir haben eine Hemmschwelle, dass dann auch

02:05:44: auszuspielen.

02:05:46: Stattdessen sitzen wir in der Schule und haben zwei Inklusionskinder in der Klasse.

02:05:51: Alleine ist schon die Idiotivormehern sie Inklusionskinder zu nennen weil würden wir Inklusion haben, bräuchten mit dem Begriff nicht.

02:05:58: Ja?

02:05:58: So ganz einfach.

02:06:00: Inklusionskinder, finde ich sowieso totalen Quatsch.

02:06:03: und dann sitzen von sechzehn Eltern acht da und sagen die Kinder in der Klasse sind.

02:06:09: Dann singt echt glaube ich auch das Bildungsniveau bei uns weil ihr müsst ja Rücksicht auf die nehmen.

02:06:13: Das haben wir hier auch.

02:06:14: Es ist ja ganz viel Ängste, die dabei sind Und ganz ehrlich direkt Sie müssen ausgesprochen werden und sie sind legitim.

02:06:21: Aber auch das passiert ja nicht.

02:06:23: Also es geht ja nicht darum, alles behindertengerecht zu gestalten sondern auch diese Ausgrenzung an bestimmten Punkten.

02:06:29: Ich gehe doch auch nicht zum ersten FC Köln und sagst so pass mal auf, wieso kann ich kein Torwart werden?

02:06:33: Spind ihr eigentlich?

02:06:35: Ja man, ich kann keinen Fußball spielen.

02:06:37: Ende das ist der Grund.

02:06:38: und es ist nun mal so!

02:06:40: Und ich glaube auch dass fehlt uns total weil wir Schiss haben.

02:06:44: Wir haben Schiss.

02:06:45: das

02:06:45: auszusprechen und zu sagen passt grad nicht.

02:06:50: Passt nicht.

02:06:50: Aber da sind wir noch mal, haben wir eben schon gehabt.

02:06:53: Es gibt ein paar Tabuthemen wo wir uns sehr schwer tun als Gesellschaft und die wir ja noch entwickeln dürften und wo wir besser drin werden können.

02:07:03: und in dem Sinne würde ich gerne sozusagen in eine abschließende Runde mit dir gehen Kerstin nämlich mit der Überlegung was denn noch sein darf und was dir Hoffnung gibt.

02:07:16: also ich fange mal mit dem Hoffnungsthema an warum?

02:07:20: Warum macht es dir Hoffnung, dich weiter zu engagieren und bei dem Thema irgendwie auch nicht den Kopf in Sand zu stecken sondern dranzuleiben?

02:07:30: Was ist das was dich da morgens wenn du aufstehst auch wieder irgendwie energiereich hinterlässt.

02:07:38: Ich sag meinen Kindern guten Morgen das reicht ne wird angelächelt und weiß eigentlich wofür ich das tue nämlich für ein Recht auf Familie für jedes Kind und glaube, dass wir das als Familien... jede Familie das gut schaffen kann.

02:07:54: Wenn die Hilfe stimmt?

02:07:55: Ich glaube, jede Familie kann einem behinderten Kind ein Zuhause geben wenn die Hilfen und die Zuversicht und all das stimmen würde.

02:08:01: Wir bräuchten keine Heime Und ich glaube Das heim Erziehung gerade Für Kinder von null bis drei außer Diskussion Stehen Sollten.

02:08:08: ganz klar also nicht von überzeugt Das ist das eine und das andere ist Irgendwie doch der Glaube daran Dass die Menschen den Mehrwert erkennen.

02:08:21: Also ich will keine Rechte durchdrücken, nicht auf die Mitleidstour, das habe ich noch nie gemacht.

02:08:26: Ich will keine Selbstdarstellung, um mich geht es überhaupt gar nicht.

02:08:29: Es geht wirklich darum erkennt doch den Mehr Wert!

02:08:34: Das sage ich jetzt ganz provokant, Therapiebehinderte in normierte Systeme zu integrieren.

02:08:40: Damit auch mein Kind Umgang mit solchen Kindern hat.

02:08:44: Ich habe meinen Kind in die integrative Gruppe gegeben und dann lernst du das auch mal kennen?

02:08:48: Ja!

02:08:49: Also darum geht es gar nicht sondern es geht wirklich darum den Mehrwert zu erkennen als Vater von einem Kind zu einer Schaukel zu gehen mit einem Kinderwagen weil da drunter Gummi matten und kein Sand ist Und das funktioniert dann übrigens auch für den Rollifahrer.

02:09:07: Also diesen Mehrwert zu erkennen und es hat nichts mit Pflegeeltern da sein zu tun, sondern einfach damit zu tun wie unsere Gesellschaft für Kinder- und junge Menschen funktionieren kann egal ob sie eine Bindung haben oder nicht.

02:09:21: Das hat in jedem Fall ein Mehrwert auf jeden Fall.

02:09:26: In den letzten Monaten zunehmend Wertediskussionen geführt mit Menschen, denen ich begegnet bin.

02:09:33: Also auch Fachkräften in Fortbildungen und Weiterbildung oder sozusagen nicht nur in meiner eigenen Bubble im Freundeskreis sondern auch so den eher Bekannten die dann noch dazukommen.

02:09:46: Mein Eindruck ist... Es gibt gar nicht so eine wahnsinnig hohe Diskrepanz, was die grundlegenden Werte angeht.

02:09:55: Also ich habe ganz häufig den Eindruck gehabt wenn es um Kernwerte geht werden wir uns relativ schnell einig und das... Ich will das ergänzen sozusagen an der Stelle weil das ist was mir Hoffnung macht.

02:10:06: also wenn wir uns häufiger darauf einlassen würden nochmal zu sagen... Also vielleicht jetzt auch noch mal mit einem Beispiel wenn wir sagen welche Reformen brauchen wir?

02:10:16: Würde ich sagen Ich glaube wir brauchen Reformen in diesem Land, auch ganz viele unterschiedliche.

02:10:21: Aber können wir bitte zu Beginn eine Wertediskussion darüber führen was wir wollen als Gesellschaft und was wir nicht wollen?

02:10:28: Und dann ganz nach demokratischen Prinzipien vielleicht dahin kommen dass wir sagen das ist ne Mehrheitsentscheidung was mehrere wollen auf welche Werte die sich geeinigt haben?

02:10:38: und von da aus bauen wir von mir aus gerne auch Gesellschaft in ihren Reformbedürftigen Strukturen Bauen wir um.

02:10:47: Mein Eindruck ist, das wäre gar nicht so weit weg von Ideen die wir jetzt zum Beispiel auch im Rahmen vom Bundesforum, im Rahmen der Qualitätsoffensive oder so, die wir da auch diskutiert haben, sondern da gibt es viel Überschneidung.

02:11:03: Leuchtet dir das ein?

02:11:04: Oder findest du das blauäugig?

02:11:05: Total!

02:11:06: Nein, das leuchtet total ein... Das ist ja eben dieser Mehrwert, der dadurch ja auch entstehen würde und damit für jeden Menschen jetzt zutreffen würde.

02:11:14: Also das ist ja einfach der wesentliche Punkt, wenn man als Eltern im Wert anerkannt wird es nicht relevant ob das Kind eine Behinderung hat oder nicht oder ein Hauptschulabschluss aus Gymnasium geht.

02:11:26: Ja so dann ist man nicht schlecht als Eltern und hat sie nicht schlecht gefördert.

02:11:31: Es geht darum der Wert ist einfach Eltern sein zu dürfen und nicht zu gucken wer den guten Kindergeburtstag beformt.

02:11:38: Das ist halt... Ich glaube schon, dass das wichtig wäre.

02:11:43: Und ich sehe es halt jetzt in den Reformprozessen auch wieder wenn wir auf uns auf den Wert konzentrieren würden, dass ein Kind ein Kind ist und ein Kind sein darf.

02:11:51: Dass von Erwachsenen begleitet wird und niemandem gehört und keine älterliche Gewalt gibt dieser Wert ist.

02:11:58: Wir haben einen Auftrag sie zu begleiten bestmöglich.

02:12:02: Ein Kind ist ein Kind.

02:12:03: Dann hätten mir auch ein inklusives SGB VIII Länderabstimmung, weil ein Land hundertsechsenfünfzig Jugendamt da hat und kein Bock darauf hat.

02:12:13: Das ist halt einfach so!

02:12:14: Ich muss jetzt keinen NRW-Bashing machen.

02:12:18: Aber es ist natürlich so ja oder auch die leiblichen Eltern, die sich entscheiden das Kind in eine Pflegefamilie zu geben, weil sie sagen wir schaffen das nicht dass sie enstigmatisiert werden, dass an dieser Stelle partnerschaftliche Kinderbegleitung von einem kind mit Behinderung dass vielleicht Beste ist, was in unserer Gesellschaft passieren kann.

02:12:38: Aber wir kommen dann erst mal glaube ich noch lange nicht hin Dirk.

02:12:41: Es wird leider noch dauern.

02:12:43: Ja aber noch dauert finde ich es doch... Ich höre da auch noch Optimismus raus.

02:12:50: Sonst

02:12:50: hätte ich aufgegeben schon das stimmt ja

02:12:52: und sag mal gibt's denn aus deiner Sicht noch irgendwas?

02:12:55: Was du auch eine nachwachsenden Generationen von jungen Fachkräften, die in dem Feld irgendwie gerade aktiv sind, gerne mit auf den Weg geben würde.

02:13:07: Also ich frag das deshalb nach weil ich häufiger jetzt so Momente hatte wo ich den Eindruck habe... So eine Energie und die haben auch eigentlich so viel Lust für die Kinder, für die Jugendlichen was Gutes rauszuarbeiten.

02:13:21: Und die bestmöglich zu unterstützen in ihren Entwicklungsfeldern.

02:13:25: Die werden dann ja manchmal von dieser Maschinensystem, die es dann manchmal ist mit der Zeit so abge... Wie soll man sagen?

02:13:36: Die arbeiten sich daran so ab, bis sie irgendwann sagen ja ich hatte gute Ideen und ich hab aber gemerkt, ich krieg's auch gar nicht durch.

02:13:43: Hast du da irgendwas Motivierendes für die Gruppe?

02:13:48: Weil irgendwie liegen die mir besonders am Herzen im Moment das ich denen gerne auch mal sagen würde was nützlich wäre.

02:13:56: Ich kann das total verstehen weil ich auch A brauchen.

02:13:58: wir nach Vux B sind die so schnell desillusioniert und es ist so ernüchternd.

02:14:03: dann ne Sie Fachkräftemangel und irgendwie nur noch in der Reaktion, sie agieren gar nicht.

02:14:11: So ist es nur noch irgendwie retten.

02:14:13: Und also den aktuell was mitzugeben ist eigentlich, was ich immer auch auf Fort- und Weiterbildung oder im Bereich von als Speakerin immer wieder sage man muss... Man darf nicht oder man sollte während man spricht und Entscheidungen trifft die Hand virtuell also im Gefühl auf dem Kopf eines Kindes haben.

02:14:36: Das habe ich auch zum Beispiel unserem Referenten gesagt, als der bei uns angefangen hat weil es man immer versachlicht und verkauft und dass man eigentlich im Gefühl beim Kind sein soll.

02:14:45: das ist natürlich total abstrakt.

02:14:47: und dann haben mich auch schon welche gefragt ja wie soll das denn gehen?

02:14:49: Und dann sage ich immer besucht Familien verbringt mit denen Zeit und dann sagen die mehr wir haben keine Zeit da ist gar keine Zeit für und das ist etwas das können wir natürlich nicht ändern.

02:14:59: aber im Gefühl zu bleiben verlässt euch auf euer Bauchgefühl Ja, geht her und geht in das Gefühl.

02:15:07: In diese basale Kommunikation versucht da nicht zu sehr zu verkopfen.

02:15:12: denn gerade Kinder- und Jugendliche und gerade im Säuglingsalter zum Beispiel sind wir darauf angewiesen um gute Entscheidungen treffen zu können und am Kind zu bleiben.

02:15:21: und ich glaube... Man kann diesen jungen Menschen oder die nur ermutigen, ins Gefühl zu gehen.

02:15:26: Allerdings ist gerade diese emotionale Schiene auch gesellschaftlich auf den jungen Generationen grade etwas was sie sehr privatisieren und aus dem beruflichen Kontext separieren.

02:15:39: Und das halte ich für einen schwerwiegenden Fehler

02:15:43: Und das haben sie sich ja vielleicht auch nicht einfach selbst ausgesucht, es jetzt plötzlich zu machen.

02:15:47: Sondern da gibt's hier eine Dynamik sozusagen die da viel Wert drauf legt.

02:15:52: Ich habe nur gerade als ich dir zugehört hab sind wir nochmal so zwei junge Kolleginnen eingefallen, die in den letzten Jahren auch kennengelernt hat im Rahmen von der Weiterbildung und die eine... Also ich finde das ganz interessant so von dem wie Facetten reicht es dann manchmal ist Die eine wird ich so zugespitzt auf einen Punkt bringen, dass die gesagt hat Also wenn das System das nicht hergibt, dann... dann weckt es in mir auch so ein bisschen Anarchomomente, dass ich auf jeden Fall Wege finden werde wie für diese Kinder die bestmöglichen Bedingungen rausarbeite.

02:16:26: Und da geht's mir nicht in erster Linie um sowas wie Oprigkeitshörigkeit oder im Hinblick auf die Hierarchien zu achten oder so irgendwas sondern da bin ich sozusagen von meinem eigenen Wertesystem so klar.

02:16:39: also mein Kompass ist so eindeutig wo die Reise hingehen muss viel Konflikt auch in Kauf nehmen für.

02:16:46: Das hat mir total imponiert, weil ich dachte das in so jungen Jahren irgendwie schon so klar zu haben...das ist toll!

02:16:53: Das hat mich richtig gut gefallen.

02:16:56: Und das andere, was ich auch schön finde ist ... Ich hab da auch eine Kollegin im Kopf, die ich kennengelernt habe.

02:17:04: Die beschrieben hat... Na ja!

02:17:05: Ich such mir im Kleinen jetzt meine Möglichkeiten.

02:17:09: Also wirklich zu sagen du hast es eben an einer Stelle auch beschrieben wir müssen unsere Kommunikation weiterentwickeln und wenn ich ernsthaft Kinder- und Jugendliche beteiligen möchte dann muss ich... Du musst mir noch mal helfen wie diese Karten heißen?

02:17:22: Ich hab den Namen leider vergessen.

02:17:25: Meter kommt zum Bode.

02:17:26: dass sie gesagt hat, wenn wir Hilfeplan Gespräche machen wollen.

02:17:29: Da müssen wir mit dem arbeiten was diese Kinder doch schon kennen da muss man nicht irgendwas neues entwickeln und deshalb müssen wir sozusagen diese Kommunikationssystematik entsprechend weiterentwickeln und uns als Jugendhilfe auch einfach auf den Weg machen.

02:17:43: Und ich dachte ja das ist doch toll zu sehen, dass es eben auch im Kleinen in dem was man selbst in der Hand hat wo man selbst ein Einfluss drauf hat die diese Möglichkeiten gibt.

02:17:55: Und ja, sicherlich gibt es noch viele weitere Beispiele.

02:17:58: aber wo ich auch so dachte das ist irgendwie ermutigen zu sehen dass es da auch eine Bereitschaft gibt sich auf den

02:18:04: Weg.

02:18:04: Im Umkehrschluss braucht es dafür Mut!

02:18:06: Das ist der Punkt die müssen mutig sein.

02:18:09: in unserem System müssen sie mutig sind weil dann kommt die wirtschaftliche und sagt was haben Sie denn jetzt gemacht?

02:18:14: oder dann kommt Die Teamleitung oder dann Kommt was auch immer.

02:18:18: das sind halt alles Alles Dinge, die ja nun gerade im Sozialleistungssystem immer wieder dann mit einem Gutwill auch zu tun haben.

02:18:26: Und das ist auch für diese jungen Fachkräfte total ernüchternd wenn es wirklich ja Mittel eigentlich gibt aber die nicht zur Verfügung stehen oder sie menschlich das fühlen und sagen Ja das Kind braucht das.

02:18:40: Aber man Chef hat gesagt Nein!

02:18:43: Das ist echt finde ich mein höchsten Respekt Und wünsche mir für jeden jungen Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe, wer sagt so ich möchte dahin.

02:18:53: Dass er durchhält wirklich durchhält bis ja auch selber eine Persönlichkeit und ein Standing entwickelt hat zu sagen Ja So komme ich jetzt drauf klar Jetzt geht's

02:19:04: Gels in.

02:19:04: Respekt ist glaube ich auch noch mal ein gutes Schlüsselwort.

02:19:07: Ich möchte dir auch nochmal wirklich ganz herzlich danken, meinen tiefen Respekt hast du und die Anerkennung für das was du tust in diesen unterschiedlichen facettenreichen Rollen, die du uns dazu beginnt auch beschrieben hast.

02:19:21: extrem gut in der Lage ist, Dinge zu beschreiben.

02:19:24: Dass du die Menschen mitnimmst, dass du sie abholst und dass du auch irgendwie Zugänge öffnest, die vorher vielleicht verbaut waren oder wo man noch keine Ahnung von hatte.

02:19:33: Mein Eindruck jetzt so ganz direkt während unseres Gesprächs ist das es auch hier wieder gut gelungen ist.

02:19:38: ich hoffe, dass das auch den Zuhörenden so geht, dass Sie viel mitnehmen können von dem was Du ihn beschrieben hast.

02:19:45: deshalb erst mal an dieser Stelle meinen ganz herzlichen Dank für nicht nur deine Zeit sondern auch diese Fähigkeit uns mitzunehmen in diese doch an manchen Stellen irgendwie auch andere Welt, Lebenswelt mit der du zu tun hast und an anderer Stelle merken wir immer ist sie gar nicht so unterschiedlich das ja auch irgendwie ganz beruhigend.

02:20:04: Und ich möchte aber zum Abschluss dir gerne einfach einmal noch die Möglichkeit geben vielleicht ist irgendwas noch ungesagt vielleicht ist irgendetwas noch offen wo du so das Gefühl hast da hat er jetzt gar nicht nach gefragt oder so dass vielleicht magst du noch irgendwas zum abschluss los werden.

02:20:23: Also das einzige Feld, wo ich noch für Brenne ist eben die Zusammenarbeit mit den Geburtseltern und Herkunftseltern.

02:20:30: Dass es in unserem Feld neu auch für Kinder- und Jugendhilfe ist, dass es Eltern gibt, die nicht ihre Elternschaft verwirkt haben oder in der klassischen Hilfe zur Erziehung sind weil sie überfordert sind mit einem pädagogischen Auftrag sondern dass hier einen Klientel gibt und Kinder und Familiensysteme gibt.

02:20:52: Ein Kind mit Behinderung, sich in ihrer Familie nicht vorstellen können oder auch das nicht leisten können.

02:20:59: Oder sich nicht leisten kann ein Kind mit Bindung ist teuer und dann entscheiden ihr Kind eine Pflegefamilie zu geben damit es eine Familie hat die sie selbst nicht sein können.

02:21:10: Und das finde ich ganz wichtig an dieser Stelle nochmal zu sagen Es geht nicht darum dass hier Eltern einfach ihre Kinder abgeben und das immer wieder auch in unserer Gesellschaft.

02:21:18: wie kannst du dein Kind abgeben?

02:21:19: Man gibt nicht einfach sein Kind ab, sondern man sorgt für einen anderen Ort und im besten Fall bleibt man im Leben des Kindes.

02:21:27: Und das finde ich noch mal ganz wichtig da kann man eigene Podcast drüber machen.

02:21:31: aber es ist in meiner Welt ist es so und zu uns gehören Geburtseltern manchmal nicht und manchmal doch und wir erleben dass der partnerschaftlich unser wertvoll.

02:21:42: Danke dir, dass du das noch ergänzt.

02:21:43: Du hast Recht!

02:21:44: Da sind wir in dieser Episode jetzt gar nicht drauf eingegangen und du hast auch recht daraus könnten wir eine eigene Folge machen.

02:21:51: Danke für den kleinen Reizpunkt zum Ende auch noch, den du

02:21:54: da gesetzt hast.

02:21:56: Und in dem Sinne Kerstin möchte ich dir nochmal ganz herzlich danken für die Zeit und für dieses spannende Gespräch.

02:22:03: Und freue mich darauf wenn wir uns das nächste Mal begegnen.

02:22:05: Mach's ganz gut.

02:22:07: Tu auch danke dir bis dann.

02:22:09: Ciao Vielen Dank, dass Sie heute dabei waren.

02:22:22: Wenn Ihnen diese Episode gefallen hat, freuen wir uns sehr wenn Sie unseren Podcast abonnieren, ihn weiterempfehlen oder uns eine positive Bewertung hinterlassen.

02:22:31: So helfen sie mit, dass die Themen Kinderrechte, Kinderschutz und Pflegekinderhilfe noch mehr Menschen erreichen!

02:22:37: Wenn Sie Anregungen, Fragen oder Themenwünsche haben, freuen.

02:22:43: Perspektive Pflegekinderhilfe wird vom Perspektiven-Institut im Rahmen der Qualitätsoffensive Pflege Kinderhilfe NRW produziert.

02:22:51: Im Auftrag der Landesjugendämter Rheinland und Westfalen Lippe unterwird gefördert durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie Gleichstellung Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

02:23:04: Unter der Überschrift «Meine Rechte sind mein Schutz» sprechen wir hier mit Expertinnen und Menschen, mit eigenen Erfahrungen über Kinderrechte, Kinderschutz und die allgemeine Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe.

02:23:16: Mein Name ist Dirk Schäfer – ich freue mich wenn Sie auch bei den nächsten Episoden wieder dabei sind!

02:23:21: Bis dahin machen sie es gut!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.