Junge Stimmen stärken: Selbstvertretung in der Pflegekinderhilfe
Shownotes
In dieser Folge nehmen wir Sie mit hinter die Kulissen unseres Teams und sprechen über Selbstvertretung junger Menschen in Pflegefamilien. Ein besonderes Highlight: Junge Menschen selbst teilen ihre Erfahrungen, Wünsche und Hoffnungen und geben Einblick in ihre Lebenswelt.
Wir thematisieren außerdem, warum Beteiligung und Kinderrechte nicht nur abstrakte Begriffe sind, sondern unsere Arbeit und Haltung prägen. Gemeinsam überlegen wir, wie Selbstvertretung gelingen kann, welche Hürden es gibt und warum wir als Fachkräfte und Erwachsene den Mut haben sollten, Kontrolle abzugeben und Räume zu schaffen. Lauschen Sie inspirierenden O-Tönen, praxisnahen Einblicken und einer Vision für eine Pflegekinderhilfe, in der junge Menschen wirklich mitgestalten können.
Geben Sie uns gerne eine Rückmeldung zur Folge per E-Mail an „qualitaetsoffensive@perspektive-institut.de“. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Zuhören!
Das Perspektive-Institut in Bonn wurde im Rahmen der „Qualitätsoffensive Pflegekinderhilfe“ von den Landesjugendämtern in NRW beauftragt und gefördert vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.perspektive-institut.de/ https://www.perspektive-institut.de/projekte/qualitaetsoffensive-pflegekinderhilfe-nrw/
Transkript anzeigen
00:00:02: Ja,
00:00:03: ich finde es cool dass wir heute auch hier sitzen.
00:00:05: Also das wir halt über so vieles reden können und das vielleicht sich mal was in der Zukunft verändert.
00:00:25: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Perspektive Pflegekinderhilfe dem Podcast der im Rahmen der Qualitätsoffensive Pflege Kinder Hilfe NRW produziert wird.
00:00:38: Mein Name ist Dirk Schäfer und ich darf diesen Podcast im Auftrag der Landesjugendämter LVR und LWL sowie durch die Finanzierung des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht- und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen seitens des Perspektives Instituts planen und aufnehmen.
00:01:00: In diesem Podcast greifen wir Themen auf, die die Praxis der Pflegekinderhilfe bewegen – fachlich aber auch in ihren grundlegenden Haltungen.
00:01:11: Alles immer unter der leitenden Überschrift «Meine Rechte sind mein Schutz».
00:01:17: Wenn Ihnen unser Podcast gefällt, abonnieren Sie ihn gerne und wir freuen uns auch wenn sie uns eine gute Bewertung darlassen!
00:01:24: Die heutige Folge ist eine besondere.
00:01:27: Wir sprechen aus unserem eigenen Team heraus und möchten ein Stück weit sichtbar machen, wie wir arbeiten – wie wir denken.
00:01:36: Und was uns in unserer Arbeit leitet.
00:01:39: Inhaltlich geht es um einen Thema das in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat Die Selbstvertretungen junger Menschen die in Pflegefamilien aufwachsen eben auch im Kontext des Paragrafen IVa im reformierten SGB VIII.
00:01:58: Für uns ist das kein abstraktes Thema, sondern eines, dass uns in unserer täglichen Arbeit sehr konkret herausfordert, Freude macht und fachlich wachsen lässt – und dass wir persönlich als sehr sinnstiftend erleben.
00:02:13: Ein ganz besonderer Teil dieser Folge sind die Stimmen von Kindern und Jugendlichen selbst!
00:02:19: Sie sprechen über ihre Erfahrungen in Hilfeplagengesprächen, über Gefühle, über Mitbestimmung, über Vertrauen und Kommunikation.
00:02:30: Und darüber was sie als gut erleben, was schwierig ist und was sie sich von Erwachsenen und von Fachkräften wünschen.
00:02:39: Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!
00:02:44: für das Vertrauen, für die Offenheit und für die Klarheit mit der sie diese Perspektiven geteilt haben.
00:02:52: Und jetzt lade ich Sie herzlich ein unserem Gespräch zum Thema Selbstvertretung zu lauschen!
00:02:58: Viel Spaß dabei!
00:03:00: Wir sind ja heute als Teammitglieder hier also zum ersten Mal machen wir eine Episode in unserem Podcast wo wir nicht externe Gäste oder Gästen einladen sondern wir machen den aus uns selbst heraus.
00:03:14: Ich freue mich sehr, dass heute meine Kollegin Ina Foscheport und Ina Ruchholz mit dabei sind.
00:03:20: Herzlich willkommen euch beiden!
00:03:22: Und danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, die Aufnahme hier mit mir zu machen.
00:03:26: Ja wir freuen uns glaube ich sehr oder?
00:03:31: Und bevor wir inhaltlich ins Thema einsteigen ihr beide sollen unsere Hörerinnen gerne ein bisschen mehr über euch erfahren also kennenlernen wer seid ihr eigentlich?
00:03:40: wie tickt ihr?
00:03:41: was ist euch wichtig bei eurer Arbeit Und deshalb habe ich euch eine grundsätzliche Frage zu Beginn mitgebracht und bin gespannt auf eure Antworten.
00:03:52: Die Frage heißt, gab es einen Moment in deiner Arbeit, in dem du gemerkt hast so möchte ich eigentlich arbeiten?
00:04:03: Ich hatte nicht unbedingt den Moment aber mehrere Momente vor allem in der Zusammenarbeit mit jungen Menschen da kommen wir nachher nochmal ausführlich drauf die sich so leicht anfühlten und nicht unbedingt, ja wie Arbeit.
00:04:18: Wir haben ja manchmal das Gefühl, Arbeit muss ein bisschen anstrengend sein und man ist nach einem Arbeitstag kaputt und platt.
00:04:24: und in der Begegnung mit den jungen Menschen hatte ich da ganz viel Energie und Freude und das Gefühl von Leichtigkeit.
00:04:31: und vielleicht einen Moment, der mir sehr eindrücklich in Erinnerung geblieben ist war bei einem Treffen Ja, was soll ich denn sonst am Stags tun?
00:04:45: So tue ich hier zumindest etwas Sinnvolles.
00:04:48: Und da zu merken dass das was wir uns überlegen und ja was Teil unserer Arbeit ist aber deren Alltag hat ganz viel positive Effekte auf sie und das war eine sehr schöne Erfahrung.
00:05:04: Das war jetzt Ina Forschepote.
00:05:05: übrigens, wir haben ja mit zwei Inas müssen unsere Hörerinnen erst mal auseinanderhalten wie ihr so klingt.
00:05:11: Also danke für deine Antwort!
00:05:13: Ina Ruchholz – Wie sieht es bei dir aus?
00:05:16: Ja ich erinnere einen Moment der war im Mai twenty-fünfundzwanzig also letztes Jahr als wir auf dem Deotatee waren und Da hatten wir ja die Möglichkeit, im Rahmen der Qualitätsoffensive mit Gästen auf einem Podium zu sprechen.
00:05:31: Direkt, du hast die Diskussion da geführt und das war so schön zu sehen wie die Menschen um die es geht dazu Wort gekommen sind.
00:05:41: und besonders eindrücklich fand ich eine Rückmeldung von einer Gästin da auf dem Podium sich bei uns bedankt hat und auch beschrieben hat, wie wertvoll das für sie war nach Leipzig zu kommen.
00:05:53: Damit uns die Zeit zu verbringen und vor allen Dingen auch zu Wort zu kommen vor den Menschen mit ihrer Geschichte – und das hat mich sehr berührt!
00:06:00: Und da habe ich gemerkt wir haben hier so viele Möglichkeiten, so viele Freiheiten, wie wir arbeiten können und dass wir das machen können und da ja uns irgendwie schöne Erfahrungen schaffen aber vor allem den Gästin oder die Person, mit denen wir zusammenarbeiten.
00:06:16: Das hat mich sehr erfüllt!
00:06:20: Okay, ihr beiden jetzt haben wir einen Eindruck davon gekriegt was euch wichtig ist in der Art wie er arbeitet und wofür da vielleicht steht.
00:06:26: aber vielleicht könnt ihr auch noch ein bisschen beschreiben wer seid ihr eigentlich?
00:06:30: Was ist euch so wichtig im Leben und wovor steht ihr?
00:06:34: Vielleicht ja Ina Ruchholz magst du mal anfangen?
00:06:38: Ja gerne Ja, ich hab gedacht ... Ich bin jetzt vor sieben Jahren nach Bonn gezogen.
00:06:44: Das ist irgendwie noch mal ein ganz besonderer Schritt in meiner Entwicklung auch in meine beruflichen Entwicklung.
00:06:50: Hab dann ja hier im Perspektive-Institut angefangen.
00:06:54: Ansonsten verbringe ich sehr gerne Zeit mit meiner Familie und meiner kleinen Tochter.
00:06:59: Da habe jetzt den Sport wieder neu für mich entdeckt.
00:07:03: Es war kein Januarvorsatz, kein Neujahrsvorsitz!
00:07:07: Genau.
00:07:08: und ansonsten habe ich nochmal gemerkt, dass ich sehr gerne lese.
00:07:12: Gar nicht nur Fachliteratur sondern vor allen Dingen ja irgendwie Romane und auch ein bisschen was Feministisches.
00:07:20: Okay, spannend!
00:07:21: Danke, dass du uns da ein bisschen mitnimmst.
00:07:23: Ina Foscheport, wie ist es bei dir?
00:07:26: Was sollen die Leute über dich möglichst wissen?
00:07:30: Ich bin noch nicht ganz so lange in Bonn seit drei Jahren und jetzt auch seit drei Jahren hier im Perspektive-Institut.
00:07:38: Und was ich aber so in den letzten Jahren durch mein vor allem berufliches, aber irgendwie auch durch meinen privates Leben zieht sind die Themen Beteiligung und Kinderrechte.
00:07:50: Ich konnte glücklicherweise hier im Institut daran anknüpfen, was ich davor auch gemacht habe.
00:07:56: Da merke ich diese Themen, die erfüllen mich einfach sehr, die wecken in mir großes Interesse auch privat, auch im Umgang mit meinen zwei Kindern.
00:08:09: Mit denen ich hier und meiner Familie, mit der ich in Bonn lebe... Was man vielleicht über mich wissen sollte ist, dass das ein Stück weit meine Herzensthemen sind.
00:08:21: Und ich mich deswegen sehr freue, dass wir heute darüber sprechen.
00:08:28: Ja dann Blick drauf werfen, weil ich merke das macht mir unglaublich Spaß und unglaublich Freude mich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
00:08:38: Okay.
00:08:39: Ja, ich freue mich total darauf mit euch jetzt inhaltlich auch einzusteigen finde das Thema auch bei uns hier im Institut mit euch beiden total gut aufgehoben ist weiß von allen anderen aus dem Team dass die auch für dieses Thema brennen und es irgendwie auch wie so eine logische Fortsetzung von anderen Themen ist also Beteiligung und Partizipation weiter zu intensivieren.
00:09:03: Jetzt mit dem expliziten Blick auf junge Menschen in der Pflegekinderhilfe natürlich auch, ich sage mal mit einem etwas größeren Überbau im Sinne von Demokratie-Erhalt, Demokratieentwicklung.
00:09:15: Natürlich auch ein Thema ist das nicht nur für die Pflegekinderhilfe relevant, es ist nicht nur dafür die Hilfen zur Erziehung sondern was uns an ganz vielen anderen Stellen eben auch in unserem privaten Austausch immer wieder einmal berührt und wir uns damit beschäftigen.
00:09:27: Und ja, ich glaube daraus auch so eine Sinnhaftigkeit ableiten weil wir wissen... nicht möglich, sich damit nicht zu beschäftigen.
00:09:38: Sondern da müssen wir uns weiterentwickeln auch in unserer eigenen Elternverantwortung und der Erziehungsarbeit die wir leisten in den Aushandlungen in unseren Partnerschaften und also das steckt ja irgendwie ganz viel drin.
00:09:50: Und jetzt eben auch im beruflichen Kontext im Zusammenhang mit der Situation von Kindern und Jugendlichen, die in Pflegefamilien aufwachsen Und ohne zu viel vorwegzugreifen, würde ich gerne eine kleine Einleitung versuchen.
00:10:05: Was haben wir jetzt eigentlich in der Episode vor?
00:10:07: Wir wollen uns mit der Frage beschäftigen warum ist Selbstvertretung in der Pflegekinderhilfe überhaupt ein Thema geworden und warum halten wir das für so bedeutsam.
00:10:18: Bevor wir das machen und da eben auch im intensiveren Austausch miteinander heute kommen werden würde ich gerne nochmal ganz kurz schildern, was aus meiner Sicht Selbstvertretung überhaupt bedeutet.
00:10:30: Also was hat es damit eigentlich auf sich?
00:10:33: Und für mich ist wichtig das so einzuordnen in Zusammenhang... Mit Partizipation und vielleicht auch mit dieser Partizcipationstreppe oder den Partizhipationsstufen, die es gibt.
00:10:45: Nämlich dass Selbstvertretung eigentlich auf diesen unterschiedlichen Stufen aufbaut, die wir aus diesen ja Partizicipationstheorien eben kennen.
00:10:53: Und um dahin zu gelangen selbst Vertretungen ernsthaft aufbauen zu können brauchen wir sowas wie die Menschen, um die es geht und das sind hier in unserem Fall jetzt die jungen Menschen.
00:11:04: Die sollten gut informiert sein.
00:11:06: Das ist eine wichtige Grundlage.
00:11:08: Dann sollten sie konkret erleben dass ihre Meinung und ihre Ideen auch gehört werden und dass das was Sie einbringen von anderen berücksichtigt wird.
00:11:18: Und sie sollten auch feststellen und wirklich in ihrem Alltag erleben Dass sie bei Planung und Entscheidungen gleichberechtigt mitentscheiden und mitgestalten können.
00:11:30: in der Spitze dann, also da wo wir als Menschen in demokratischen Verhältnissen hinkommen wollen eben uns entwickeln dahin dass wir selbstständig Entscheidungen treffen können dafür einstehen können die dann auch verantworten und ja im Grunde genommen mit unseren Persönlichkeiten mit unserer Identität und mit dem wer wir sind und was wir ausmachen.
00:11:55: Da eben dann auch für einstehend können.
00:11:58: Selbstvertretung schafft dann in so einem Zusammenschluss von unterschiedlichen Gruppenmitgliedern, hier eben in Gruppen von jungen Menschen aus Pflegefamilien eine Struktur die dazu führen kann dass kollektive Meinungsbildungen entstehen und man daraus zum Beispiel gemeinsame Positionen ableiten kann.
00:12:17: Und wenn man da gemeinsame position entwickelt dann sind die eben auch kann man die sichtbar machen in einem politischen Sinne, dann kann man dafür eintreten.
00:12:26: Dann kann man daraus Forderungen ableiten und das macht sozusagen die Kraft aus.
00:12:31: von wohin wollen wir eigentlich wenn wir sagen wir wollen Selbstvertretungsstrukturen aufbauen?
00:12:36: Und ich habe gedacht so also vielleicht auch an einer Stelle mal sichtbaus zu machen.
00:12:41: was ist mein persönlicher Antrieb?
00:12:43: warum finde ich es so bedeutsam?
00:12:47: Ja, im Grunde genommen ein Beispiel aus der Vergangenheit so was ich mitbekommen habe.
00:12:53: Was aber Hilfe zur Erziehung zusammenhang hat nochmal für mich ja in Erinnerungen gerufen und was ich faszinierend finde ist das waren im Grund genommen Gruppen von jungen Menschen die in Wohngruppen aufgewachsen sind, die es geschafft
00:13:09: haben
00:13:10: aufgrund ihrer Art sich zusammensetzen Kritik zu äußern, Ideen zu entwickeln.
00:13:18: Diese bisschen absurde Idee von Kostenheranziehung für junge Menschen zu kippen.
00:13:24: Also dass die jungen Menschen sozusagen selbst ein Teil ihres eh schon geringen Einkommens aus Schülerjobs oder aus anderen kleineren Jobs einbringen sollten – aus Ausbildungsvergütung beispielsweise – um für die Kosten der Hilfen zur Erziehung ... in denen sie gelandet sind, ... ... um selbst abgeben zu müssen.
00:13:51: Das ist schrittweise reduziert worden auf Nullprozent.
00:13:55: Wenn ich mir das vorstelle was das für Auswirkungen hat... ... für andere Kinder und Jugendliche die in ähnlichen Lebenssituationen sind,... ...die ähnliche Entwicklungsbedingungen haben.... ...und vielleicht auch bestimmte Nachteile hatten... ...was so Chancen fürs Aufwachsen und fürs Erwachsen werden angeht.
00:14:12: Das finde ich so beeindruckend, dass das daraus entstanden ist.
00:14:15: Weil das haben ja vorher auch andere versucht daran zu kommen aber es hat im Grunde genommen Selbstvertretung geschafft an der Stelle was wirklich zu verändern und die Situation für junge Menschen in ähnlichen Lebenssituationen zu verbessern Und das finde ich macht so deutlich wie besonders das ist und wie wichtig das ist.
00:14:42: Bevor wir aber jetzt weiter über die Situation junger Menschen sprechen wollen und darüber, wie wir Möglichkeiten der Selbstvertretung in der Pflegekinderhilfe aufbauen können, haben wir uns überlegt, wollen wir gerne erst mal die jungen Menschen selbst zu Wort kommen lassen.
00:14:56: Und eben eine Idee davon kriegen – was haben sie eigentlich?
00:15:01: Zu bestimmten Themen zu sagen und uns davon auch ein bisschen durch den Rest des Gesprächs leiten zu lassen.
00:15:08: Hi.
00:15:09: Wir sind heute in Dortmund und wir sind Pflegekinder... Drei, zwei, eins!
00:15:13: Okay
00:15:14: noch mal neu Katz, Katz.
00:15:18: Ich habe ein paar Fragen an dich.
00:15:20: wie fühlst du sich heute?
00:15:22: Also heute geht es mir ziemlich gut weil ich auch neue Leute kennengelernt habe.
00:15:28: Ich freue mich auf die Sachen die wir hier machen.
00:15:41: Ich finde es cool, dass wir heute auch hier sitzen.
00:15:43: Also dass wir halt über so vieles reden können und das vielleicht sich mal was in der Zukunft verändert.
00:15:49: Was sagst du zu einem Hilfeplangespräch?
00:15:51: Wie geht's dir damit?
00:15:52: Also ich kann selber aus eigener Erfahrung darüber reden, dass ein Hilfeplan Gespräch in verschiedenen Situationen bisschen erdrückend auf einen wirkt.
00:16:02: So selbst als Pflegekind wenn man daneben sitzt oder beziehungsweise wenn man überein redet... Das Jugendamt ist so darstellt, dass man selber das Problem Kind isst Dass man sich einfach schlecht dabei fühlt.
00:16:14: Und dass man, wenn man auch einfach daneben sitzt und alle übereinreden, das ist sehr schlecht für eines.
00:16:21: Man fühlt sich scheiße!
00:16:22: Man hat so viele Gedanken da im Kopf... ...und gleichzeitig dann auch noch einfach alle Gedanken die man hat.
00:16:29: Auch selber als Kind, weil man gerade als sechzehn ist oder Jugendlicher Die Schule, die Zukunft.
00:16:35: Was habe ich mir vieler gemacht?
00:16:36: Warum bin ich überhaupt
00:16:37: hier?!
00:16:38: Diese ganzen Sachen sind alle auf einen so erdrückt, dass das Jugendamt es wie ein Nagel immer weiter reindrückt und immer weiter Fragen stellt.
00:16:46: Die kann ich auch aus eigener Erfahrung reden.
00:16:51: Einfach Kacke finde die man einfach nicht fragen sollte weil ich selber finde es scheiße.
00:16:57: zum Beispiel Themen wären Wie fühlt man sich in der Pflegefamilie?
00:17:01: Bist du da überhaupt richtig aufgehoben?
00:17:03: Oder wenn man Fehler gemacht hat, dann wird man einfach darauf angesprochen und das Jugendamt reagiert ohne Gefühle darauf.
00:17:12: So als ob die Kinder einem Scheiß egal sind.
00:17:15: Für uns Jugendliche ist es immer ein sehr schwieriges Thema.
00:17:19: Es werden sehr oft über Probleme Vergangenheit gesprochen Und die Frage ist, hilft das überhaupt jemanden?
00:17:27: Und... ...es ist nur fuchsiert was Die in der Vergangenheit passiert ist, wird ganz klar gesprochen.
00:17:34: Wie geht es dir eigentlich?
00:17:35: Oder was macht dich so besonders?
00:17:38: oder was auch immer?
00:17:39: Erwachsene vergessen oft selbst beim HPG-Gespräch das sehr einem bedrückt und ich mit achtzehn Jahre alt kann einfach nur dazu sagen Es sollte sich sehr viel verändern.
00:17:51: Gleichzeitig gibt's aber noch gute Erfahrungen im Hebeplangesprächen.
00:17:54: Also ich fand das eigentlich relativ entspannt bei mir weil Herr *** ganz gut auf mich eingegangen ist und halt nicht so abweisen, kalt oder so gewirkt hat.
00:18:05: sommeren.
00:18:07: Hat ruhig geredet, hat mich auch gefragt wie es mir geht.
00:18:11: er hat's auch ernst gemeint Und ich habe nicht so eine frage gestellt bekommen.
00:18:17: Wie fühlst du dich wirklich wohl?
00:18:21: Willst vielleicht einer andere oder sowas?
00:18:24: soll man wirklich ernste Fragen und nicht kaltherzig.
00:18:29: Was sagst du dazu?
00:18:30: mich auch, was zu sagen?
00:18:34: Also ich finde das auch... Ich hatte auch schon happy Gehörgespräche und es war bisher immer gut dass die richtig auf mich eingegangen sind und auch offizielter wenn ich mal traurig habe, dass sie eine Pause gemacht
00:18:48: haben.
00:18:48: Wir setzen uns da halt hin Und dann reden wir halt offen darüber.
00:18:53: Jeder sagt seine Meinung Und es ist eigentlich immer nicht bei denen, wo ich dabei war.
00:19:01: Was sagst du dazu?
00:19:01: Hast du dich wohl geführt wenn du weißt du hast ein HPG Gespräch, hast du dir vorher Gedanken gemacht?
00:19:07: was sage ich jetzt?
00:19:08: in welchem Gefühl gehe ich da rein?
00:19:10: Also ehrlich gesagt ich wusste vorall gar nicht dass ich das Wort habe.
00:19:15: Ich wusste nicht was das ist.
00:19:18: Mir wurde einfach nur gesagt, hey, kommt vorbei.
00:19:20: Will so ein bisschen mit mir reden, fragen wie es so läuft und ich dachte mich so okay kann ja ganz nett werden und das wurde auch relativ sehr nett.
00:19:28: also ich habe mich eigentlich schon drauf gefreut kann man sagen.
00:19:42: Also ich wollte noch sagen Ich hatte früher aber auch gerne mitbestimmt in welche Familie ich komme.
00:19:51: ob ich jetzt wieder woanders hin möchte da konnte ich nicht so damit bestimmen.
00:19:56: Was ich sagen möchte ist Erwachsene vergessen oft, dass wir Pflegekinder in eine sehr schlimme Vergangenheit hatten.
00:20:02: Also manche Eltern können sich gar nicht um die Kinder kümmern aus sämtlichen Gründen.
00:20:08: Man wird aus der Familie rausgezogen ohne zu wissen wo komme ich jetzt hin?
00:20:13: Wo lande ich jetzt?
00:20:14: Lande ich in einer anderen Stadt sehe ich nie wieder meine Geschwister oder so.
00:20:18: Wir wollten Erwachsen mit dir sprechen wenn es um dich geht.
00:20:21: also meiner Meinung nach sollten sie respektvoll miteinander reden und mit mir reden.
00:20:27: Und auch in anderen Pflegefamilien, weil bei manchen läuft es nicht so gut aber trotzdem immer einen höflichen Umgang haben.
00:20:33: Ja also wenn man Vertrauen zu der Person im Jugendamt hat die für ein zuständig ist glaube ich einfach auf jeden Fall Sachen anzusprechen.
00:20:45: Aber sonst ist halt bisschen schwierig wenn einem nicht zugehört wird oder ob man beim HPG halt nicht dabei sein darf.
00:20:53: Also erstens wünsche ich, dass die eine Person bekommen, die auch wirklich ihren Job ernsten.
00:20:59: Die nicht nur als... quasi so sieht es als Aufgabe sondern als Mensch und das ich dieser Person zugerühmig will der helfen Und nicht einfach okay ich gehe da jetzt hin gleich habe ich den nächsten ja Sondern dass die auch Personen bekommen die nicht kaltherzig sind keine blöden Fragen stellen.
00:21:25: Dass die nicht tausendmal wechseln müssen und dass sie es einfach gut haben.
00:21:31: Was möchtest du noch sagen?
00:21:33: Ja, dass ich das schön anfühlt auch wichtig zu sein!
00:21:45: Ich bin eilig, das Essen war schon gut aber... Das Essen kann man doch machen.
00:21:53: Super, das wars.
00:21:55: Ciao
00:21:57: Ja, wir haben finde ich einen total interessanten Block aus unterschiedlichen Aussagen.
00:22:03: Vielfältig die man irgendwie nicht mal ebenso zusammenbündeln kann aber die so sichtbar machen.
00:22:10: was sind das eigentlich für Themen die Kinder und Jugendlichen jetzt in dem Fall insbesondere Jugendlichen denn beschäftigen?
00:22:16: Und die erste Frage dazu an euch beide ist Was hört ihr eigentlich wenn ihr diese O-Töne euch anhört Wenn ihr euch die durch den Kopf gehen lasst?
00:22:28: und was findet ihr daran vielleicht auch besonders bemerkenswert?
00:22:34: Ich würde mal starten.
00:22:37: Das Bemerkendste an der Sache ist, dass wir... Dass die jungen Menschen das aufgenommen haben als wir unser erstes Treffen in Dortmund hatten.
00:22:46: Da kommen wir gleich nochmal zu.
00:22:49: aber so die Vorstellung.
00:22:50: da sitzen junge Menschen, die sich gerade zwei drei vier Stunden kennen untereinander.
00:22:57: Sie kennen sich, also zwei bis drei kennen sich untereinander.
00:23:00: Sonst haben sie sich kennengelernt und sitzen da in diesem neuen Setting und interviewen sich gegenseitig, beantworten sich diese Fragen und haben das so eine große Offenheit was ihre Erfahrung, ihre Erlebnisse angeht?
00:23:16: Und dann der Gedanke wie viele Themen Sie da ansprechen Ja deutlich erkennen, das tut mir nicht gut.
00:23:25: Das hätte ich gerne anders und auch so eine Idee davon haben.
00:23:28: wie sollten denn jetzt zum Beispiel Fachkräfte sein damit man in guten Kontakt kommen kann?
00:23:33: Damit wie sollten Hilfeplangespräche sein, damit die jungen Menschen sich wohl fühlen?
00:23:38: Und ja das finde ich so bemerkenswert dass wenn man da Rahmenbedingung schafft und Fragen stellt und zuhört was da alles kommt von den jungen.
00:23:52: Ja, ich finde auch mir noch meine Erinnerung zu rufen wie Seers aus ihnen heraus sprudelte zeigte einfach dass sie wenn Sie das richtige Setting haben wirklich so viel zu sagen haben und auch darüber sprechen wollen.
00:24:06: Und so wie du schon sagtest also die Themen die sie dann auch benannt haben darin steckt.
00:24:13: Also sie schildern aus ihrer Lebenswelt, aus ihrer Erfahrung und für uns bedeutet das ja das zu übersetzen und was können wir jetzt verändern?
00:24:21: Und was kann besser werden wenn wir auf das Inhaltliche mal gucken.
00:24:25: also hoffnungsvoll fand ich schon dass nicht alle HPGs total Ja, verurteilt haben.
00:24:33: Sondern es ja da auch positive Anteile gibt und die sagen nicht das Gespräch war schon okay?
00:24:38: Das war nett!
00:24:38: Es war dann auch personenabhängig macht auch nochmal deutlich wie wichtig ist es da in Beziehung zu sein mit der Person, die vor allem dieses Hilfeplansgespräch begleitet.
00:24:48: Und gleichzeitig also ich möchte gar nicht danach bohren aber wo geht's denn noch über allen Negatives?
00:24:53: Ich möchte auch dahin gucken Dieses ne das ist schon gut das gespräch Was heißt das?
00:25:00: Es ist einfach nicht Katastrophe und ich halte es aus.
00:25:03: Und ja, es war jetzt kein total schlimmer Termin oder war es wirklich gut also hat es diesen jungen Menschen etwas gebracht und deswegen finde ich auch die Stimmen total spannend.
00:25:14: und da irgendwie weiter zu gehen und zu fragen was macht es gut für dich oder was machtes zumindest nicht zur Katastrofe und dann zu schauen... Das ist so meine Vision dass es irgendwann ein Termin ist Der steht irgendwie in zwei Wochen an und die Jugendlichen denken, boah ich habe nächste Woche HPG.
00:25:33: Ich freue mich da drauf.
00:25:34: also weil da werde ich ernst genommen.
00:25:36: Da wird mit zugehört.
00:25:38: Ich weiß genau wie es abläuft.
00:25:41: ja deswegen in diesen Aussagen die sie so schildern aus ihrer Erfahrung, aus ihrem Leben steckt für uns einfach so viel drin und dass sie uns daran teilhaben lassen und sehr bereitwillig auch sehr persönlich und offen erzählen, finde ich immer wieder ganz erstaunlich.
00:25:59: Und ja toll!
00:26:04: Ich habe gerade auch gedacht die eine Jugendliche hat ja auch die Frage so aufgemacht hilft das überhaupt jemandem wenn wir nochmal auf das Hilfeplan Gespräch schauen?
00:26:12: Wenn wir uns diese Frage stellen wofür ist es eigentlich da wem hilft das?
00:26:16: und wenn wir sagen würden Wir wollen dass jetzt so gestalten oder halt vielleicht auch erstmal so umsetzen dieses Konstrukt, dass es den jungen Menschen hilft und zu welchen Antworten wir da kommen.
00:26:29: Und ich glaube das ist schon auf dem Bereich des Möglichens ohne jetzt große Strukturen verändern zu müssen.
00:26:36: Das wäre dann vielleicht der nächste Schritt weil sich diese Frage zunehmen die die da auch aufmachen.
00:26:44: Ja und auch das Thema Information, der eine Jugendliche sagte.
00:26:48: Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht dass ich das habe oder auch Sätze wie naja es war schon gut wenn ich dabei war und auch ja darauf zu blicken.
00:26:57: also Es geht um Beteiligung.
00:27:00: ist es gesetzlich verankert die Jugendlichen bei allen sie betreffenden Entscheidungen Beteilligen zu müssen?
00:27:07: und wenn wir uns überlegen worum es in diesen Hilfeplangesprächen geht und einfach sich selber mal vorzustellen, da sitzen zum großen Teil fremde Menschen.
00:27:15: Und die reden über mein Leben also einfach wirklich so auf Metaebene einmal von oben drauf blicken wie wäre das für mich?
00:27:23: Und dann finde ich kommen wir gar nicht drum herum dass uns das Thema zu nehmen unter an Stellschrauben zu drehen.
00:27:31: Ja, also ist ja auch ein Thema was mir immer wieder begegnet die Frage danach wie konstruieren wir solche Settings.
00:27:38: und ich finde wenn man den jungen Menschen zuhört wird so deutlich das könnte ganz anders sein.
00:27:44: So auch im Sinne von du hast es eben so beschrieben da freue ich mich vielleicht sogar auf dieses Treffen und weiß sich was ich zu tun habe und dass ich irgendwie da mich einbringen kann weil da geht's ja um mein Leben um die Gestaltung meines Lebens.
00:28:00: Aus einer Logik eines Individuums, aus der Logik des Kindes oder Jugendlichen gedacht würde so ein Hilfeplagengespräch einfach total anders aussehen als wir es machen.
00:28:09: Nämlich nicht aus einer erwachsenden Logik und auch nicht aus der Organisationslogik herausgedacht.
00:28:14: Und das finde ich auch so ermutigend zu sagen uns hält ja keiner auf Wir können Dinge verändern.
00:28:20: Es gibt nirgendwo zum Beispiel die gesetzliche Vorgabe dass Hilfeplagengespräche so sein müssen wie sie im Moment sind.
00:28:27: Das ist einfach nicht so.
00:28:29: Das ist ein Gewohnheitseffekt.
00:28:31: Und ja, da irgendwie sich inspirieren zu lassen und gerade von denen um dies geht – von den jungen Menschen das finde ich auch wirklich total faszinierend dran.
00:28:40: Okay wir haben jetzt einen bisschen Fokus so gehabt insbesondere auf die Hilfeplangespräche weil die jungen Leute es auch als Thema platziert haben.
00:28:50: unabhängig davon aber jetzt vielleicht einmal noch die Frage an euch beide Was hat das Ganze denn jetzt eigentlich mit dem Thema Selbstvertretung zu tun, wenn ihr euch das noch mal so vor Augen führt?
00:29:02: Also es sind ja so die ersten Schritte Richtung Selbstvertretung, die wir da jetzt gerade anstoßen.
00:29:07: Es wäre auch superanmaßend wenn wir sagen und jetzt gibt's da diese Selbstvertreitung und sie hat sich jetzt gebildet.
00:29:13: also unsere Idee ist ja dass wir erstmal Austauschräume für junge Menschen in Pflegeverhältnissen aufwachsen schaffen Ja und ihnen die Möglichkeit geben zu merken ach wir sind viele.
00:29:26: Das ist gar nicht nur mein individuelles Problem, das ich da habe.
00:29:30: Und es gibt viele junge Menschen die in Pflegefamilien leben und die gleichen Erfahrungen machen wie ich und vielleicht auch schlechte Erfahrungen mit dem Jugendamt haben oder ja sei es auch Themen in der Familie also zu merken Ich bin damit nicht alleine Ich glaube vor allem für junge Menschen, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen.
00:29:56: Sie haben ja schon in Schule und insgesamt oft in Gesellschaft so ein Stempel und sind vielleicht in der Klasse des einzigen Kind oder die einzige Jugendliche, die so lebt und alle anderen leben in Anführungsstrichen normalen Familie.
00:30:16: Ich glaube, wir waren zwölf junge Menschen an dem ersten Treffen und dazu sehen ... Wir sprechen irgendwie alle von ähnlichen Erfahrungen.
00:30:23: Und ich muss nur eine Situation schildern und brauche sie gar nicht groß erklären, weil die anderen verstehen das direkt.
00:30:32: Um diesen ersten Austauschraum zu schaffen und zu spüren, wenn ich mich vernetze Dann sind das erste Schritte zur Vision Selbstvertretung.
00:30:54: Also dieses Gefühl Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein auch durch Gemeinschaft, junge Menschen die es in unserer Gesellschaft eh schon schwer haben, weil sie keine Lobby haben, ihre Stimme oft nicht interessiert.
00:31:13: wortwörtlich bei den Wahlen, also wie sehr darum darüber diskutiert wird Wahlalter ab sechzehn und wie sehr sie ja in ihrer Stimme beschnitten werden.
00:31:24: Ihr ganzes Kindesalter und ihr ganzes Jugendalter und erst ab achtzehn sagen wir so jetzt bist du vollwertiges Mitglied der Gesellschaft Jetzt darfst Du mitentscheiden.
00:31:33: Und was für eine lange Zeit das ist indem wir jungen Menschen nicht zugestehen auch ihre Meinung äußern zu dürfen bzw.
00:31:41: das machen wir ja in vielen Räumen oder Partizipationen, spielt in Grundschulen, in der Kita überall eine Rolle.
00:31:47: aber dann den Schritt weiter auch wirklich mitentscheiden zu dürfen und dann sind wir auch wieder bei dem Thema Macht abgeben, Räume eröffnen macht sich wegnehmen lassen das Gefühl haben oh Gott jetzt haben wir das aber nicht mehr in der Hand Ja, und das zu ermöglichen und da die jungen Menschen zu unterstützen diesen Weg zu gehen.
00:32:11: Das versuchen wir gerade indem wir sie das erste Mal zusammenbringen weil es ist für Pflegekinder oft noch recht neu.
00:32:17: Die kennen das nicht Kinder- und Jugendparlamente so wie sie in fast jeder Wohngruppe jetzt gibt also sich zu vernetzen zusammenzutun Und ach ich darf auch meine Stimme erheben und ich habe aber noch zehn anderen Hintergrund die das mit supporten
00:32:31: Ja, danke.
00:32:32: Also nochmal diese Übersicht die du ja jetzt gerade auch noch mal geschaffen hast was das für den Einzelnen bedeutet aber was es auch im Großen und Ganzen letztlich für eine Bedeutung hat.
00:32:43: also ich finde dass wird ja darüber jetzt gerade nochmal sehr gut sichtbar.
00:32:48: Ich habe auch noch gedacht Sie selber entscheiden zu lassen oder zu hören, welche Themen bewegen euch eigentlich gerade?
00:32:56: Was sind die Dinge, die euch wichtig sind und sich daran quasi zu orientieren und das mit denen gemeinsam zu bearbeiten.
00:33:03: Und es gar nicht vorzugeben oder zu denken, ah ja wir wissen aus der Pflegekinderhilfe oder aus anderen vielleicht auch Forschungsprojekten – das sind so die Themen, die sie interessieren.
00:33:12: Das kann man ja immer noch nachher prüfen.
00:33:14: Sind das eigentlich ähnliche?
00:33:16: oder schauen wo bewegen wir uns hin?
00:33:17: aber erstmal selber entscheiden zu lassen.
00:33:20: Das sind die Dinge, die uns gerade bewegen.
00:33:23: und ich bin auch gerade gedacht vielleicht so ein kleiner... Tisa oder Spoiler, ich weiß nicht wie man es nennen soll.
00:33:30: Auf dieses zweite Treffen was wir schon mit ihnen hatten wo sie sich ja zu Vorurteilen ausgetauscht haben mit denen sie konfrontiert werden und genau also das irgendwie diesen Raum zu ermöglichen in denen Sie sich irgendwie mitteilen können indem Sie sich austauschen können und gemeinsam Themen identifizieren wo sie sagen vielleicht auch da wollen wir irgendwann mal Forderungen stellen oder da wollen aktiv und Veränderungen anstreben.
00:34:00: Und da laut werden?
00:34:03: Ja, damit ist es natürlich irgendwie ein politischer Diskurs den man damit auch öffnet und auch einen politischen Wille der dahinter steckt das ist auch klar.
00:34:12: und es geht darum um jungen Menschen eine Stimme zu geben Ihr habt es eben angesprochen, auch Macht anders aufzuteilen als wir das vielleicht bisher machen.
00:34:25: Und also da steckt ja aus unserer Sicht ein Riesenpotenzial dahinter.
00:34:30: und auch diese Idee von Lass uns mal gucken mit welchen Themen die jungen Menschen vielleicht kommen und wo sie uns vielleicht auch überraschen weil wir diese Themen gar nicht auf dem Schirm hatten bietet ja sozusagen in der Grundstruktur schon ein Entwicklungspotenzial, weil wir auf bestimmte Themen überhaupt nicht kommen würden.
00:34:51: Und da was zu eröffnen wo wir als Erwachsene vielleicht gar nicht hingucken würden oder wo wir gar nicht die Idee hätten.
00:34:57: das hat ja schon also finde ich einen riesigen Reiz so dass es auch zu versuchen den jungen Menschen die Räume zu geben die sie brauchen um das eben auch miteinander zu heben
00:35:13: an der Stelle auch ein Stück weit mutig zu sein und so die Sorge vor Überforderung von jungen Menschen da nochmal zu überdenken, sondern eher sich dem langsam anzunähern.
00:35:23: Und wir wurden da wirklich ja eigentlich schon fast ein Stück weiter überrascht.
00:35:27: also wir waren mutig haben gesagt Wir wollen eben bei diesem ersten Treffen auch thematisch einsteigen und das ist gut aufgegangen Also die Möglichkeit zu haben ohne da jetzt Themen zu setzen und irgendwas zu fordern, wozu die jungen Menschen noch nicht bereit sind.
00:35:42: Aber so unsere Erfahrungen ein Stück weit mutig sein das aufzumachen und dann kommt da auch etwas.
00:35:47: Und wenn es zu einer Überforderung kommt oder man so den Eindruck hat, dass war jetzt gerade ein bisschen viel, das dann wirklich nachzuarbeiten mit den jungen Es
00:36:03: hat ja ganz viel irgendwie von der Idee, wir müssen als Erwachsene auch in Situationen die wir noch gar nicht einschätzen können alles unter Kontrolle behalten und deshalb machen wir bestimmte Dinge lieber nicht.
00:36:14: Das habt ihr sozusagen gesprengt.
00:36:17: Also wir geben da Kontrolle auch ab und lassen die erst mal machen.
00:36:22: Und begleiten sie in dem, was dann passiert?
00:36:24: Und habt ihr da wirklich total tolle Erfahrungen mitgemacht, wo Ihr gleich noch ein bisschen von schildert?
00:36:30: Mir ist eingedanke gerade nochmal durch den Kopf gegangen weil das sozusagen einen Widerstand ist, den ich von Erwachsenen, von Pflegeeltern, von Fachkräften immer wieder höre.
00:36:40: Auch dem Thema Selbstvertretung von Pflegekindern gegenüber.
00:36:43: Das dann gesagt wird... Die haben vor allem das Bedürfnis, normal zu sein.
00:36:50: Also die wollen gar nicht immer als Pflegekind etikettiert werden oder so.
00:36:53: Die wollen nicht dass ins Zentrum gerückt wird.
00:36:56: ich wachse in der Pflegefamilie auf und ich finde es ist ja ein total legitimer Anspruch oder eine ganz legitimer Wunsch von Kindern und Jugendlichen dass sie damit nicht immer konfrontiert werden.
00:37:09: Das aber zunehmen als Gegenargument für Selbstvertretung.
00:37:12: also zu sagen Wir bieten euch die Räume nicht auch als Pflegekinder zusammenzukommen, als Gruppe von Pflegekindern und zusammen zu überlegen was eint uns.
00:37:24: Was schafft uns vielleicht auch gemeinsam Probleme?
00:37:26: Und was wollen wir auch anprangern.
00:37:28: Also wo wollen wir uns gegen zu wehr setzen, das halte ich für den komplett falschen Move.
00:37:34: also die Vorstellung Wir schützen euch davor euch mit einem Teil eurer Identität auseinanderzusetzen indem wir euch gar nicht mehr in Situationen bringen wo ihr sozusagen merkt naja es gibt auch andere Pflegekinder.
00:37:49: Damit schützen wir euch potenziell vor irgendwas.
00:37:52: Nehmen euch aber auch die Möglichkeit, euch kollektiv zu verbinden, Ideen zu entwickeln.
00:37:57: wie könnte es denn vielleicht anders und besser werden in eurer Lebenssituation so?
00:38:01: Das finde ich insbesondere vor dem Hintergrund das wir feststellen ne da gibt's eine ganze Menge junge Menschen in dieser Gruppe die sagen doch ich will genau damit mich beschäftigen!
00:38:14: Und den müssen wir diese Räume eröffnen.
00:38:17: alle Kinder, die in Pflegefamilien leben müssen damit jetzt irgendwie mitmachen.
00:38:22: Das soll Ihnen ja offengestellt sein.
00:38:24: Aber diese Idee, wir müssten Ihnen was eröffnen weil es unabhängig von der Art der Unterbringung Ihnen erstmal freistehen muss sich da in Gruppen zusammenzuschließen.
00:38:38: Ich habe da zwei Gedanken zu und der eine ist, dass die jungen Menschen gesagt haben Pflegekind sein.
00:38:46: Das ist ein Teil unserer Identität aber eben nicht nur.
00:38:50: wir sind in erster Linie junge Menschen.
00:38:52: und dann gibt es noch ganz viel mehr was eben nicht dieser Teil Pflegekind ist.
00:38:57: und zweite Gedanke so ein bisschen eigentlich auf Auf Meta-Ebene würde ich sagen, dass dieser Wunsch nach Normalität ... Den finde ich nachvollziehbar.
00:39:10: Klar!
00:39:11: Aber zu überlegen was ist denn eigentlich normal?
00:39:14: Was ist Normalität und wer entscheidet das?
00:39:17: also wenn wir sprechen von normaler Familien anfangs Strichen im Vergleich zu einer Pflegefamilie aber diese normalen Familien wie sehen die denn aus?
00:39:28: Also eher so weg von diesem normal Unnormal zu kommen hin zu einer Vielfalt, wie Familie gelebt wird in unserer Gesellschaft und das würde das auflösen.
00:39:39: Dass man nicht mehr das Gefühl hat dass eine Kind was es in einer Pflege-Familie lebt Das ist eben nicht in einer normalen Familie Sondern genau diese Vielfaltung von Familien mehr auszudifferenzieren Und dann ist es einfach ein Teil davon.
00:39:59: Ja, und ich finde das was du dir auch noch gesagt hast diese Stimmen gibt's ja aber doch nicht alle.
00:40:06: Und das ist auch unsere Erfahrung und es engagieren sich ja auch nicht alle Menschen ehrenamtlich kommunalpolitisch oder so also... eine Art Ehrenamt, dass die jungen Menschen da machen.
00:40:19: Die treffen sich an einem Wochenende oder ja nach ihrem Job, nach ihrer Schule, nach Ihrer Ausbildung und machen das erst mal in ihrer Freizeit.
00:40:28: Und es ist völlig in Ordnung wenn's da junge Menschen gibt, die sagen, das möchte ich gar nicht.
00:40:32: Ich möchte gar nicht an diese Themen ran aber es gibt so viele und das zeigt ja... Das zeigen diese Treffen, das zeigen auch Entwicklungen In anderen Bereichen.
00:40:44: werden wir diese Räume eröffnen.
00:40:45: Gibt es da unzählige jungen Menschen, die dankbar sind wenn sie mal gehört werden und ihre Themen platzieren können?
00:40:52: Deswegen genau finde ich das... Also aus Einzelfällen dürfen ja dann nicht auf die gesamten Kinder- und Jugendlichen schließen.
00:41:02: Ich würde gerne mit euch sozusagen ein Stück weit wegrücken von diesem Block der O-Töne, die wir eben gehört haben und würde gerne mit euch einmal jetzt darüber nachdenken.
00:41:13: So dieses Thema Selbstvertretung ist ja im reformierten SGB VIII im Paragraph IVA nochmal richtig festgelegt worden.
00:41:24: Das heißt es ist wirklich eine Neuerung, die sich eben auch auf die Kinder und Jugendlichen bezieht.
00:41:29: Und meine Frage an euch, vielleicht auch an uns ist so was verstehen wir eigentlich darunter?
00:41:35: Warum ist es so wichtig und welche Chance steckt eigentlich da drin für die Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe.
00:41:40: Vielleicht könnt ihr damals das jetzt ein bisschen mehr auf einer Metaebene aber vielleicht könnt ihr uns da mal so ein bisschen mitnehmen.
00:41:48: Ich finde dieser Blick auf Chancen für die Pflege Kinderhilfe also dass der auch nicht ja zu missachten ist.
00:41:55: Also wenn uns weiterentwickeln wollen, wenn wir die Pflegekinderhilfe weiterentwicklen wollen müssen wir doch mit den Menschen sprechen für die diese Hilfe gedacht ist.
00:42:07: Und dann kommen gar nicht darum drum herum die Stimme der jungen Menschen zu berücksichtigen.
00:42:12: weil wer kann es denn besser beurteilen wenn ich sie und da sollten wir ja ein Stück weit mutig sein vielleicht mal so out of the box denken, Dinge anders machen.
00:42:28: Wenn wir jetzt auch an das Hilfeplan-Gespräch denken... Wieso kann es nicht ganz anders sein?
00:42:33: Also muss es überhaupt so eine Art Gespräch sein oder können wir mal so ganz frei von bisherigen Vorstellungen denken und die Idee dahinter vielleicht ganz anders umsetzen.
00:42:45: ich habe da jetzt gar nicht direkt ne Antwort drauf.
00:42:49: Auch das wäre ja falsch, wenn wir diese Antwort geben ohne mit den jungen Menschen zu sprechen.
00:42:55: Was braucht ihr eigentlich?
00:42:56: Aber als Chance für die Pflegekinderhilfe und da können wir Fachkräfte auch immer wieder ermutigen... Fragt sie!
00:43:05: Also fragt die junge Menschen.
00:43:06: Wenn ihr da eine Idee habt, weil sie nicht eine Kinder-und Jugendfreizeit oder ihr wollt jetzt ne Kinder- und Jugendgruppe mit Pflegekindern aufbauen, fragt sie worauf Sie Lust haben und da wird es Antworten geben.
00:43:18: Und wenn ihr auch bereit seid, ausreichend Informationen zur Verfügung zu stellen, dann sind wir wieder bei der ersten Stufe.
00:43:26: also sorry unser Budget gibt nicht her dass wir jetzt ins Phantasialand fahren okay aber erst mal dürfen die Jugendlichen sagen Wir haben Bock in Freizeitpark zu fahren und das nächste Mal in die Trampolinhalle.
00:43:37: und das ist unsere Form von Austausch.
00:43:41: Du, da sind aber die Mittel total knapp.
00:43:43: Das können wir nicht machen.
00:43:44: Da bin ich mir so sicher, dass sie das verstehen werden und dann sagen ... Okay, was wäre denn möglich?
00:43:51: Aber dass Sie es erst mal versuchen ist doch völlig legitim und auch völlig verständlich und absolut in Ordnung!
00:43:56: Und wenn dann klar ist ein Pizzabacken, das können wir.
00:44:00: Wir haben hier Räumlichkeiten und folgendes Budget.
00:44:03: Lasst uns zusammen kochen oder worauf habt ihr Lust?
00:44:08: Ja... Das als Chance zu sehen und da Wissen abzugreifen, dass nicht in Lehrbüchern oder so steht.
00:44:17: Und dann daraus was zumachen.
00:44:21: Wir kommen ja durch die expliziten Hinweise von den jungen Menschen jetzt sehr viel näher ran an.
00:44:28: Was brauchen sie?
00:44:29: Was wünschen Sie?
00:44:30: Was fällt ihnen leichter denn zu gestalten wenn wir uns auf sie einlassen?
00:44:34: und dieser vier a im sgw acht der umfasst ja nicht nur die jungen Menschen, um die kümmern wir uns jetzt gerade im Kern auch in dieser Episode.
00:44:45: Sondern der bezieht ja auch mit ein beispielsweise die leiblichen Eltern als Gruppe, die Selbstvertretung bräuchte und auch die Gruppe der Pflegeeltern.
00:44:54: Und mein Gedanke dabei ist also wie ... weitreichend, wie konstruktiv kann sich Pflegekinderhilfe eigentlich weiterentwickeln.
00:45:04: Wenn wir nicht am grünen Tisch von Fachkräften und Fachexpertise ausgerichtet diese Weiterentwicklung versuchen sollen wirklich aus der Expertise der Lebenswelten nämlich den Menschen selbst immer wieder uns auch irritieren und anregen lassen und sagen okay vielleicht haben wir da bisher auch was übersehen Und da haben wir noch gar keine fertige Antwort darauf.
00:45:25: oder die.
00:45:25: entwickeln wir jetzt zusammen so diese Kreativität, die dadurch auch vielleicht nochmal angefacht wird.
00:45:33: Du hast eben gesagt Out of the Box denken so.
00:45:35: ich glaube das wäre auch für die Pflegekinderhilfe ein so großer Vorteil wenn wir an der Stelle ein paar Schritte weiterkommen würden weil sie natürlich – also es meine ich nicht als Vorwurf sondern erstmal aus ihrer organischen Entwicklung heraus total nachvollziehbar an einigen Stellen strukturelle Nachteile hat gegenüber zum Beispiel den Vier- und Dreißiger Hilfen, wo bestimmte demokratieorientierte Prozesse in Gruppen von vornherein angelegt sind oder schon einen Schritt weiter gedacht sind, als das vielleicht üblicherweise bei uns in unserer Gesellschaft in Familien bisher so vorher gesehen gewesen ist.
00:46:16: Das heißt nicht dass die Pflegekinderhilfe nicht an anderer Stelle vielleicht auch große Vorteile gegenüber dem Vier- und Dreißiger System hat aber es hat halt.
00:46:25: also man muss halt berücksichtigen, dass es diese strukturellen Nachteile an der ein oder anderen Stelle gibt, die ganz konkret Einfluss auf das Leben einzelner zum Beispiel hier jetzt junger Menschen haben.
00:46:37: Und das, finde ich, bringt uns so in die Verantwortung und macht auch so eine Notwendigkeit deutlich, warum es in Zukunft einfach ein größeres Thema werden wird als es bisher vielleicht gewesen ist?
00:46:50: Also ich finde einmal der Blick auf die Strukturen genau da muss sich einiges entwickeln.
00:46:57: Das dauert natürlich auch an der Stelle, da Veränderungen vorzunehmen.
00:47:01: Gerade irgendwie in der Breite und wir haben eben schon drüber gesprochen.
00:47:05: Da sind wir ja noch nicht dabei dieses Gesamtkonstrukt insgesamt anzugehen sondern eher so ein bisschen die Umsetzung in den Strukturen, die wir schon haben.
00:47:14: Und ich finde darüber hinaus neben diesen Strukturn brauchen wir auch oder ist es hilfreich nochmal auf unsere Haltung den jungen Menschen gegenüber?
00:47:24: zu schauen und da eben sie als handelnde Subjekte an der Stelle auch anzuerkennen, als Menschen die ihre Meinung haben.
00:47:34: Die einen Willen haben, die auch Fähigkeiten haben.
00:47:37: wo es auch manchmal so ein Zutrauen in diese Fähigkeit braucht oder wenn wir merken Da liegt Potenzial.
00:47:47: Die brauchen erst mal einen Raum, wo sie lernen können.
00:47:50: Wie geht denn eigentlich Beteiligung?
00:47:52: Wie geht eine Aushandlung von Entscheidungen bis hin zu Konflikten?
00:47:58: Also wie gehen wir dann miteinander um wenn unsere Vorstellungen so gegeneinandergehen und gar nicht übereinstimmen können?
00:48:06: Da dürfen, glaube ich auch wir Erwachsenen noch ganz viel lernen.
00:48:09: Aber eben die jungen Menschen wenn sie das gar nicht gewohnt sind dass sie die Möglichkeit haben da Entscheidungen wirklich mitzugestalten und da eben auch nochmal diesen Mut in den Austausch zu gehen auch manchmal vielleicht in Konflikte zu gehen Das ist natürlich Im ersten Moment wirkt das ein bisschen komplizierter als wenn wir sagen, wir sind die Erwachsenen und wir treffen die Entscheidung.
00:48:34: Wir machen das jetzt so!
00:48:36: Und ich überspitze das mal... Wenn du Glück hast erkläre ich dir das.
00:48:41: Warum wir uns so entscheiden mussten?
00:48:45: Genau.
00:48:47: Ich finde du hast ja einen interessanten Punkt da jetzt am Ende auch nochmal angedeutet.
00:48:53: Da würde ich gerne ein bisschen genauer drauf eingehen.
00:48:57: aus der Partizipation wissen wir ja ziemlich genau, also eine intensivere Beteiligung.
00:49:03: Die machen wir nicht weil es unser Leben leichter macht sondern weil wir wissen dass die Effekte davon enorm sind.
00:49:09: und ich würde gerne einmal mit euch jetzt darüber nachdenken was wird denn gegebenenfalls auch für uns Fachkräfte komplizierter wenn wir Selbstvertretung ernst nehmen?
00:49:19: Also wenn wir sagen das ist sozusagen auch ne vielleicht neue Handlungsmaxime an der messen lassen, an der wir uns orientieren und die wir nicht wenn wir einen guten Tag haben machen sondern die wir sozusagen als grundlegend verstehen und sagen so läuft es bei uns ab.
00:49:38: Habt ihr da Gedanken zu was das komplizierter machen könnte?
00:49:43: Ja wir können nicht mehr Schema F arbeiten.
00:49:50: auch wenn uns mit den jungen Menschen treffen, haben wir vielleicht den Tag durchgeplant und uns überlegt wie der stattfinden kann.
00:49:58: Und dann... setzen die jungen Menschen aber ganz andere Themen und du musst dein Programm umschmeißen, so ungefähr.
00:50:07: Also so die Arbeitsweise, die wir sonst gewohnt sind.
00:50:11: Wir bereiten weiß ich nicht einen Workshop vor oder eine Fortbildung oder ein Fachtag Und es gibt einen strukturierten Programmablauf.
00:50:18: den arbeiten wir ab.
00:50:19: vielleicht gibt's mal einzelne Punkte die man verändert.
00:50:22: Aber die Offenheit Die wir mitbringen müssen wenn wir mit jungen menschen Arbeiten dies glaube ich ja manchmal herausfordern vielleicht auch überfordernd aber Am ende zahlt sich das aus und meiner meine Erfahrung nach ist so dieses Zutrauen Ach die wissen schon was dann am Ende gut ist.
00:50:44: ach sie wissen schon, was gut für Sie ist.
00:50:46: ach die wissen selbst schon Welche Themen sie arbeiten wollen.
00:50:51: Die können sich als Gruppe sehr gut selbst organisieren, die achten aufeinander.
00:50:57: Unser Part ist eigentlich ja sehr bescheiden im Hintergrund so ein bisschen die Rahmenbedingungen zu stellen vielleicht mal Methoden vorzuschlagen oder lasst uns das jetzt mal festhalten aber so diesen ganzen Ablauf ja so ein bischen die Zügel aus der Hand geben.
00:51:15: Das kann total erleichtern sein wenn man sich darauf einlässt und sagt oh das wird schon das wird schön gut ist aber auch eine neue Arbeitsweise und vielleicht ein bisschen herausfordernd, Ja, so ergebnisoffen zu sein.
00:51:30: Also vielleicht gibt es auch zwischendurch mal Treffen die waren jetzt nicht super produktiv.
00:51:34: oder eigentlich hatten wir ein Ziel heute hier was konkretes festzuhalten weil damit möchte man ja vielleicht weiter arbeiten oder wie auch immer und da auch milde zu sein und zu sagen nee das war das war in Ordnung Die hatten eine gute Zeit zusammen.
00:51:47: Wir dürfen nicht vergessen dass machen sie wirklich in ihrer freizeit.
00:51:50: also die machen das an einem samstag neben der Schule, neben der Ausbildung, neben dem ganzen Hustle, den man auch einfach im Jugendalter hat.
00:52:00: Und trotzdem sagen die ich gehe da hin und ich arbeite auch ein Stück weit an Themen, die vielleicht unbequem sind, die bisschen anstrengend sind.
00:52:10: Das finde ich ist so ein Merkmal davon wie anders gearbeitet wird und ihn auch nochmal auf dich eben so ein bisschen beziehnd Wie begegnen wir den jungen Menschen, welche Haltung haben wir?
00:52:25: Also ich merke das selber.
00:52:27: Ich habe auch ein Bild von Jugendlichen im Kopf wie die so heutzutage sind.
00:52:31: also meine Kinder sind noch zu jung als dass sich sagen kann ich hab da das gute Beispiel Zuhause oder kann mich daran orientieren und sonst habe ich wenig Berührungspunkte mit Jugendlichen in meinem Alltag Weil unsere Gesellschaft sei ja auch irgendwie sehr, jeder ist so ein bisschen für sich.
00:52:49: Und wo begegnen wir intensiv älteren Menschen in älteringer Generation?
00:52:54: Wir hängen dann immer so in unserer Bubble rum aber begegne jugendlichen wenig.
00:53:00: und die Bilder, aus den Medien, aus Filmen wie auch immer.
00:53:05: Also die hängen alle nur an ihrem Handy Die sind jetzt nur noch daran interessiert auf TikTok irgendwie Videos hochzuladen und so weiter Und ich muss davon unserem ersten Treffen erzählen in Dortmund also als wir mit denen überlegt haben Wie wollen wir eigentlich hier miteinander umgehen?
00:53:25: Da kam auch das Thema Handy zur Sprache.
00:53:29: Aus ihn heraus kam selbstverständlich, die lassen wir in der Tasche.
00:53:34: Wie doof wäre das denn wenn wir jetzt zwischendurch alle am Handy sitzen?
00:53:38: Das war erst mal so ein Überraschungseffekt für mich und dann hatte ich auch einen Moment ... Die hatten sich überlegt was sie kreatives machen möchten und haben sich aber einen Rückzugsraum gesucht Und ich habe gemerkt Ich wurde unruhig Machen die da jetzt, also arbeiten jetzt gerade wirklich an ihren Themen oder sind sie vielleicht draußen und rauchen?
00:54:02: So.
00:54:03: Und dann haben wir sie gesucht und dann saßen die in ihrem stillen Eckchen und waren intensivst am diskutieren und am arbeiten sag ich mal und ich fühlte mich so ertappt, dass ich ihn unterstellt hab.
00:54:16: Nee, die nutzen grad diesen Freiraum und sind bestimmt draußen rausgegangen und hängen an ihrem Handy.
00:54:21: Da habe ich mir sehr für mich gesagt ... Ich möchte diese Vorurteile immer wieder hinterfragen, ich möchte sie ablegen und ich möchte ihnen offen begegnen.
00:54:31: Und ich glaube das müssen wir alle machen weil wir dieses vorgefältigte Bild was wir von Jugendlichen haben... Das stimmt nicht!
00:54:37: Also es ist nur ein Bild so also genau wie es Bilder von anderen Gruppen gibt in unserer Gesellschaft.
00:54:48: Danke, dass du uns mitnimmst und dein ertapptes Gefühl hier teilst.
00:54:53: Weil ich könnte mir vorstellen auch beim Zuhören und nochmal drüber nachdenken kann man sich jetzt auch ein paar Gedanken machen woher kenne ich das?
00:55:00: was sind vielleicht meine Vorurteile meine Bilder Wo sind die vielleicht auch wiederlegt worden?
00:55:04: Und wie sehr kann man es mit diesem widerlegt worden sein auch machen weil das ja irgendwie viel mehr Chancen bietet statt in diesen ... kastenartigen Bildern dann zu bleiben.
00:55:14: Also finde ich sehr anregend, merke ich auch bei mir.
00:55:17: Wir haben da schon mal drüber gesprochen... Wie sehr das auch bei meh irgendwie ausgelöst hat es nochmal in Frage zu stellen so.
00:55:26: Ich hab... Eben nochmal auf deine Frage, was es dann vielleicht auch schwierig macht oder kompliziert macht für Fachkräfte.
00:55:33: Wenn wir da jetzt noch die jungen Menschen stärker in den Fokus rücken und habe gedacht Wir merken ja schon an anderen Stellen wenn wir darüber sprechen dass verschiedene Personengruppen beteiligt werden sollen also wenn man jetzt hat wir haben irgendwie die Pflegeeltern, wir haben die Herkunftsfamilie Dann haben wir eben die Fachkräften die ihr auch gewisse Vorstellungen haben Erwartung haben Und Aufgaben die sie erfüllen müssen.
00:55:57: und wenn wir dann jetzt noch die jungen Menschen dazu nehmen, das wird ja unheimlich komplex.
00:56:01: Wenn vor allen Dingen so die Worst Case Vorstellung jeder möchte etwas anderes oder hat eben andere Vorstellungen zu einer Entscheidung beispielsweise und da wird es ja eben kompliziert weil wir sonst Wenn wir schon mal Perspektiven haben, wie zum Beispiel die der jungen Menschen.
00:56:18: Die ist dann eben nicht so auf Augenhöhe wie die anderen der Erwachsenen oder wir kennen das bei leiblichen Eltern Das sind auch schon mal gerne die als erstes hinten runterfallen.
00:56:28: und wenn wir aber alle gleichwertig gleichwürdig da an der Stelle betrachten.
00:56:35: Das ist ja das komplizierte, diese Aushandlung davon und wie schaffen wir das aus dieser Situation jetzt so rauszugehen dass es für alle zumindest okay ist, damit sie diese Entscheidung mittragen können?
00:56:48: Das ist natürlich super kompliziert!
00:56:50: Ja, das finde ich auch schon einen spannenden Punkt weil Man könnte jetzt darauf reagieren, ja genau.
00:56:55: Also Komplexitätserweiterung das ist ja das was uns gerade noch fehlt.
00:56:59: Ist ja so schon kompliziert genug und jetzt nehmen wir alle ernst es wird ja alles noch viel komplizierter und das Interessante ist aber ja etwas passiert wenn wir diese Komplexität Erweiterungen nicht durchführen nutzen ja ein unvollständiges Bild.
00:57:15: Wir arbeiten ja mit einem Unterkomplexen und nicht der Realität angemessenen, angemessenen Vorstellungen von dem was ist.
00:57:24: Und das führt – und muss ja!
00:57:25: Es ist ja keine Kunst der Gedanke.
00:57:28: Das muss ja dazu führen dass man am Ende irgendwen übergeht.
00:57:34: Das ist ja, also nicht nur für die Phase Kindheit und Jugend ein Problem.
00:57:39: Nicht nur für einzelne Mitglieder einer Gruppe ein Problem, sondern es ist gesamtbiographisch kann das ein Riesenproblem werden.
00:57:45: Und dann natürlich irgendwann auch ich würde sagen wenn wir's wieder groß denken können sie auch gesellschaftlichen Problemen nehmen problem werden Wenn wir nämlich zunehmend mehr Gruppen haben die marginalisiert sind und die man nicht mehr ernst nimmt oder die man vielleicht noch nie ernst genommen hat.
00:58:00: So deshalb finde Ich ist da steckt Natürlich eine Ja, auch ein Wahnsinnsanspruch dahinter zu sagen.
00:58:06: Ne wir müssen diese Komplexität ernst nehmen denn tun wir es nicht früher oder später fliegt uns eh irgendwann um die Ohren.
00:58:12: so also das heißt wir haben nicht damit weniger Aufwand sondern es verschiebt sich wahrscheinlich einfach nur zeitlich.
00:58:18: und meine Tese wäre auch dazu dass die die leise sind eher hinten runterfallen und eben die die laut sind dass man die eher im Blick hat und dafür auch nochmal Selbstvertretung verbindet.
00:58:29: euch junge Menschen seid ein Kollektiv Bildet eine Lobby, die laut ist für euch auch wenn ihr vielleicht in einzelnen Situationen gerade leise seid oder leise sein wollt.
00:58:41: Aber eben da vertreten zu sein und einzufordern.
00:58:46: Und mein Eindruck ist auch, es gibt innerhalb der Fachszene ein enorm großes Interesse von Fachkräften daran diese Stimmen zu hören.
00:58:55: Also das Interesse was damit zu machen ist sehr groß und deshalb ist glaube ich wichtig diese Stimme stärker zu bündeln mehr sichtbar zu machen und dann eben an den richtigen Stellen so zu Wort kommen zu lassen dass sie dann auch ihre Wirkung entfalten können
00:59:15: und auch da ernst zu nehmen, warum gibt es denn da vielleicht Widerstände?
00:59:19: Weil eben genau.
00:59:20: Es wird komplexer und das bedeutet mehr Arbeit.
00:59:25: aber zu sehen dass ja insgesamt die Arbeitspakete einfach schon so groß sind und dieses und das jetzt auch noch manchmal einfach schwierig umzusetzen ist nicht weil da kein Wille ist das anzugehen oder das Thema nicht wichtig zu finden, sondern genau weil es da einfach ... Das wissen wir ja alle.
00:59:45: Also wie schlecht oft die Rahmenbedingungen sind unter denen die Fachkräfte arbeiten müssen und da kommt Leitung ins Spiel, kommen Menschen in den Spiel, die an entscheidenden Stellen sitzen.
00:59:59: Die werde ich dafür freigestellt wenn ich mich jetzt samstags dann treffe mit den Jugendlichen oder dann mache ich zusätzlich diesen Pizzaabend mit ihnen genau hinzugucken und das auch ernst zu nehmen, diesen Widerstand der dann auch manchmal auftaucht.
01:00:17: Und sind ja jetzt auch schon viele Fachkräfte begegnet die ein enormes Engagement haben sei es in den Kinder- und Jugendgruppen die sie selber durchführen oder im Kontext von unserem Projekt, die da wirklich sehr viel Zeit, sehr viel Mühe rein investieren.
01:00:38: Sich viele Gedanken machen und da auch eben ganz viel möglich machen weil sie davon überzeugt sind dass die jungen Menschen mehr beteiligt werden müssen und dieses Schritt für Schritt in Richtung Selbstvertretung das etwas ist was es unbedingt zu fördern gilt.
01:00:52: also da finde ich haben wir wirklich schon viele Menschen getroffen die sich auf dem Weg gemacht haben Genau, da Zeit und Mühe und Gedanken rein investieren.
01:01:03: Ja, das stimmt!
01:01:06: Ich hätte eine These was des Ausmaß der Mehrarbeit angeht.
01:01:09: Das ist vielleicht ein bisschen gewagt so aber ich finde es kann man trotzdem mal ausprobieren.
01:01:16: Vielleicht können wir über den Gedanken noch kurz zusammen ein bisschen nachdenken.
01:01:19: also ich glaube dass das Ausmaßen der Mehr Arbeit durch den Aufbau von Selbstvertretung geringer wird als man zunächst denkt.
01:01:27: Ich würde auch sagen da gibt's ne Mehrarbeit?
01:01:30: Es gibt auch erforderliches höheres Engagement, was man braucht damit das überhaupt in Fahrt kommen kann.
01:01:36: Aber die Wirkung, die es entfaltet da würde ich sagen, dass spart an anderer Stelle auch wieder zum Beispiel Krisengespräche, Krisenintervention und wir wissen relativ gut belegt, mit Abstand die Personalintensivsten Phasen in unterschiedlichen, also Pflegeverhältnissen.
01:02:04: In anderen Formen von Hilfen zur Erziehung sind und das heißt wenn wir... Also ich glaube statt einfach nur die Idee zu haben dass wird alles mehr.
01:02:12: Ich glaube es kommt auch zu einer Verschiebung.
01:02:14: Es ist sicherlich ein bisschen mehr aber diese Verschieben hat sozusagen auch nochmal einen positiven Effekt.
01:02:20: Das ist nicht einfach nur Arbeitsstunden durch die Decke gehen, sondern dass man dann auch auf was anderes zurückgreifen kann.
01:02:27: Was man durch diesen Aufbau der Selbstvertretung entwickelt hat.
01:02:34: Könnt ihr etwas anfangen mit der Hypothese oder eher nicht?
01:02:40: Doch ich kann damit gut was anfangen und glaube auch das es sich auszahlt und auf das Konto einzahlt.
01:02:48: aber Wir haben ja einfach den Hang dazu, eben hier und jetzt immer zu agieren.
01:02:53: Und dieses Mittel- oder langfristige wenig mitzudenken weil das noch in der Zukunft ist und weil das nicht gerade im Hier und Jetzt alles passiert.
01:03:05: deswegen braucht es auch da so ein bisschen eine Vision die man im Kopf hat und einen Blick in die Zukunft und einen Vertrauen darin dass diese These wahr wird.
01:03:20: Und das ist manchmal, glaube ich im Hier und Jetzt unter den Bedingungen.
01:03:25: Unter den vielen Arbeiten, Kosten, Druck, Fachkräftemangel... Das müssen wir jetzt nicht alles hier aufmachen aber schwierig!
01:03:34: Okay, ja gut.
01:03:37: Ich würde gerne einen kleinen Themensprung machen.
01:03:40: Ina du hattest es eben schon kurz angedeutet und zwar würde ich gerne mit euch jetzt mal ein bisschen genauer reinsuben in diese Projektvorbereitung.
01:03:49: Also ihr plant ja, ein Projekt zu machen also seit mittendrin in der Vorbereitung zu einem Projekt zum Aufbau einer Selbstvertretung für jungen Menschen in Pflegefamilien und ich glaube... Nachdem wir jetzt auch so ein bisschen grundsätzlicher zu Beginn gesprochen haben, wäre es interessant da ein bisschen genauer reinzugehen und deshalb habe ich euch ein paar Fragen mitgebracht.
01:04:12: Ich würde gerne starten damit mit der Frage was habt ihr eigentlich bisher genau gemacht?
01:04:17: Und wie ist euch der Zugang zu den jungen Menschen eigentlich gelungen?
01:04:22: Als wir uns so mit dem Thema Auseinandergesetzt haben auf den Weg gemacht haben, ist mir eben eingefallen dass wir ziemlich genau vor einem Jahr eine kleine Umfrage in unserem Projekt der Qualitätsoffensive NRW geschaltet haben.
01:04:36: Weil wir gesagt haben wenn wir so ein Projekt machen wollen ist klar unsere Hauptzielgruppe sind junge Menschen.
01:04:42: So wir wollen die dabei haben und haben überlegt wie kommen wir denn an die Rennen?
01:04:46: Weil wir haben ja gar keinen Kontakt in unserer alltäglichen Arbeit zu ihnen.
01:04:51: eben diese Idee, diese Umfrage zu starten und ob das hilfreich ist oder das war so unsere Tese wenn wir Gruppen von jungen Menschen ansprechen.
01:05:02: Also die, die sich schon kennen, die das kennen, sich mit anderen auszutauschen, die auch in Pflege-Familien leben und da den ersten Zugang über die Fachkräfte natürlich zu bekommen und da unsere Idee kurz zu schildern dürfen wir mal in einen ersten Kontakt kommen.
01:05:23: Und jetzt sitzen wir hier ein Jahr später neben diesem Podcast auf und haben, finde ich schon so viel erlebt.
01:05:31: Das ist mein erster Gedanke dazu.
01:05:33: Vielleicht magst du weiter erzählen wie es so weitergegangen ist?
01:05:37: Ja genau!
01:05:38: Wir haben Kontakt zu den Kindern und Jugendgruppen aufgenommen und gesagt dürfen wir euch mal besuchen.
01:05:44: Wir haben da was vor und würden euch gerne mal davon erzählen, wir haben Videos aufgenommen wo wir unser Vorhaben auch nochmal erklären.
01:05:55: Wir hatten das Gefühl, es ist gut wenn wir uns sichtbar machen also unser Gesicht auch zeigen.
01:06:01: wer sind denn da diese Ina und Ina aus Bonn?
01:06:05: Und sind dann ja so ein bisschen quer durch NRW gefahren und haben einzelne Kinder- und Jugendgruppen besucht.
01:06:13: Wir haben an Treffen die E-Stadt fanden angeknüpft, durften da zu Besuch sein und haben uns vorgestellt.
01:06:23: Und unser Vorhaben und unser erstes Vorhabem war ja Dortmund.
01:06:28: Das war Ende September.
01:06:29: das war so unser Auftakt und unsere Idee.
01:06:32: auch wir brauchen eine Gruppe junger Menschen aus Pflegefamilien mit denen wir dieses Thema bewegen können.
01:06:43: Der Zugang erfolgte über diese Kinder- und Jugendgruppen, vor allem auch über Fachkräfte die dieses Thema hochgehalten haben und gepusht haben weil ohne die war es wirklich nicht möglich ein Flyer reinzugeben oder eine kurze Erklärung was haben wir eigentlich vor?
01:07:03: Auch mit Themen muss man ehrlicherweise sagen, die vielleicht auch noch neu sind.
01:07:07: Also wie die wollen jetzt genau wissen?
01:07:10: Wie ich das und das finde?
01:07:12: oder ach ich darf mich jetzt beschweren.
01:07:13: also das ist ein Terrain da hat sich schon ganz viel bewegt Das stimmt.
01:07:18: aber da gibt es auch noch ganz viele Lücken Und unsere Erfahrung ist Pflegekinder da noch recht wenig Erfahrung mit haben, sich beschweren zu dürfen.
01:07:31: Zu wissen wohin kann ich mich wenden?
01:07:33: Beteiligung im Familienalltag aber auch in Kontakt mit dem Jugendamt das sind manchmal so Situationen die sind ganz neu und ganz ungewohnt.
01:07:43: Und ach dass darf ich jetzt wirklich sagen ach das interessiert jetzt wirklich dass ich das und das jetzt gerade blöd fand Genau und Das irgendwie offen zu machen, ohne sie zu verprellen oder zu sagen hey was wollen die denn jetzt von mir?
01:07:59: Was persönlich ist?
01:08:00: das war schon eine Herausforderung und da sind wir unglaublich dankbar dass wir da einige Fachkräfte ja aktivieren konnten.
01:08:09: Die gesagt haben so guck mal.
01:08:11: also ich fahre euch auch Das machen wir möglich.
01:08:15: Ich spreche nochmal mit euren Pflege Eltern.
01:08:18: Ich mache das noch einmal deutlich und Ja so gelang der erste Zugang.
01:08:23: Wir haben, glaub ich mal gesagt, wenn fünf da sind.
01:08:26: Dann freuen wir uns und haben diesen Tag geplant ohne zu wissen was passiert da weil wir auch noch ein besonderes Event dann im Anschluss geplant haben.
01:08:35: Weil wir dachten es braucht so ein bisschen irgendwie etwas Besonderes an dem Tag ... Ja das klingt jetzt so ein bißchen gemein aber war sie so ein bisschen auch dahin lockt Und dann waren's dreizehn Anmeldungen an dem tag Ganz fantastisch.
01:08:55: Und ja genau, also dieses Event am Ende und zwar klar wir wollen schönen Rahmen schaffen es soll irgendwie leckeres Essen geben zumindest auf das was wir Einfluss haben eine nette Atmosphäre sein und genau diese Aktivität da am ende in Aussicht gestellt Um das natürlich attraktiv zu machen.
01:09:14: und gleichzeitig haben wir immer transparent gemacht, was ist unsere Idee?
01:09:19: Also dass es darum geht sich kennenzulernen, sich auszutauschen.
01:09:22: Und aber auch eben auf die Themen zu schauen, die sie bewegen eben anzusprechen als junge Menschen, die in Pflegefamilien leben und ich glaube dass das ein wichtiger Punkt ist.
01:09:33: Dass man schon schaut das ist attraktiv aber dass die jungen Menschen vorher eine Klarheit haben und Orientierung haben was passiert mir wenn ich da hingehe oder was passiert da?
01:09:43: Wenn ich zu diesen Treffen gehe sei es jetzt irgendwie Dortmund oder auch so ne Kinder- und Jugendgruppe die regional oder von dem eigenen Träger angeboten wird?
01:09:53: und ich finde der zweite wichtige Punkt den wir immer sehr deutlich gemacht haben im Gespräch mit den Fachkräften, aber auch gerade mit den jungen Menschen in diesen Gruppen das es freiwillig ist.
01:10:06: Sie sollen sich freiwillige entscheiden ob sie teilnehmen oder nicht.
01:10:10: und selbst wenn sie zu einem Zeitpunkt sagen oh das klingt super da will ich mitmachen nachher dann aber merken oh nee ich habe doch keine Lust mehr oder mir passt das nicht dass das alles total in Ordnung ist und uns wichtig ist dass die da sind weil sie das sein möchten.
01:10:25: Und wenn Sie nach dem ersten Treffen Lust haben, weiterzumachen, freuen wir uns total.
01:10:30: Das ist für uns die beste Möglichkeit und das ist auch immer der Wunsch gewesen den wir hatten.
01:10:36: aber wenn sie es nicht machen möchten dann ist es total in Ordnung.
01:10:40: Sie gehen da keine Verpflichtung ein sondern Sie haben jederzeit die Möglichkeit zu entscheiden wie es für Sie weitergeht.
01:10:49: Und mal kurz, also zumindest ein Mini-Versuch von der Zusammenfassung.
01:10:53: Ihr habt gesprochen über Erwartbarkeit jetzt gerade.
01:10:56: Also wie erwartbar sind diese Treffen?
01:10:58: Worauf muss ich und kann ich mich einlassen und wozu bin ich auch nicht bereit?
01:11:02: Das andere ist so was wie der Zugang über eine vertraute Person.
01:11:08: Man kann das nicht sozusagen anonym mit Kindern und Jugendlichen planen – das funktioniert nicht!
01:11:14: Und man braucht den Rahmen, der passt.
01:11:18: Habt ihr eben Beispiele für genannt?
01:11:20: Was dafür wichtig war, was vor Ort sein musste... ...was vielleicht auch ein Anreiz bieten sollte.
01:11:26: so und auf der anderen Seite auch darf man glaube ich auch nicht unterschätzen wie wird der Weg überwunden da hin.
01:11:32: also das ist ja wirklich Mobilität spielt in dieser Altersgruppe einfach eine ganz andere Rolle als für uns Erwachsene.
01:11:39: Das ist nicht selbstverständlich, wie man irgendwo hinkommt.
01:11:42: Ich finde es wichtig jetzt auch nochmal wenn sich jetzt so vorstellt, wir haben vielleicht Hörende dabei die sagen ja wir wollen das auch regional anfangen aufzubauen.
01:11:49: Das sind ja richtig schon so Qualitätsmerkmale und man sagt die müssen wir absichern.
01:11:53: Die müssen wir gestalten.
01:11:54: Es sind Erfahrungen, die habt ihr gesammelt und die könnt ihr jetzt so weitergeben und das finde ich ist wirklich sehr wertvoll.
01:12:03: Mir ging durch den Kopf eben insbesondere der Kontakt von euch zu den Fachkräften war ja zu beginnen wichtig.
01:12:10: mir stellt sich noch die Frage Habt ihr auch Erfahrungen gemacht im Hinblick auf die Rolle der Pflegeeltern beim Aufbau, der Selbstvertretung für junge Menschen?
01:12:19: Spielen sie auch irgendwie eine Rolle oder kann man die so ein bisschen außen vorlassen bei dem ganzen Ding.
01:12:28: Also Außenvorlassen auf keinen Fallen.
01:12:33: Wir hatten jetzt in der Anfangszeit keinen Kontakt zu den Pflegeältern wissen aber dass wir das unbedingt nachholen müssen und Suchen da jetzt auch Kontakt oder wollen zumindest Informationen zur Verfügung stellen, dass auch die Pflegeeltern ja ein Gefühl dafür bekommen.
01:12:52: Was passiert da eigentlich an so einem Samstag?
01:12:55: Mit welchen Themen beschäftigen sie sich?
01:12:57: und wir brauchen auch unterstützende Pflege.
01:13:00: Eltern im Hintergrund, die sagen das ist okay, dass du da jetzt hinfährst.
01:13:05: Du kommst jetzt nicht mit zu Geburtstag XY oder wie auch immer.
01:13:09: also Da haben wir bisher noch keine Fühler ausgestreckt, werden das aber tun.
01:13:14: Weil wir wissen wie wichtig das ist.
01:13:19: Ich glaube,
01:13:20: also die Fachkräfte mit denen wir in Kontakt waren, die waren natürlich dann auch im Kontakt mit den Pflegeeltern.
01:13:25: Aber auch die haben beschrieben das ist gut wenn jetzt nochmal von unserer Seite da auf jeden Fall auch Informationen kommen, wenn es jetzt auch ein bisschen konkreter wird und eben Themen besprochen werden, die ja die jungen Menschen vielleicht auch eben mit nach Hause nehmen weil da noch mal was angeregt wird von Erzählungen von anderen oder genau damit auch die Pflege Eltern wissen Was kommt da auf Sie zu und wie können sie dem da auch begegnen oder eben auch noch mal unterstützen, wenn es um die Umsetzung der Treffen geht?
01:13:52: Okay.
01:13:54: Ihr erzählt ja jetzt auch ... Oder die Antworten, die ihr jetzt gegeben habt, die gehen ja ganz stark dahin was hat geholfen, was er dazu beigetragen das auch funktioniert hat... Ich finde ja auch spannend sich Gedanken darüber zu machen gab's eigentlich auch Momente wo ihr selbst irgendwie ins Zweifel geraten seid oder wo ihr gedacht habt oh Mann!
01:14:13: Geht das eigentlich gut, was wir hier planen?
01:14:15: Oder ist es vielleicht auch ein bisschen kritisch, was da gerade passiert oder macht uns das unsicher.
01:14:22: Ich frage das auch deshalb weil ich mir vorstellen könnte wenn man versucht regional eine Selbstvertretungsgruppe aufzubauen dann kommt man vielleicht auch an solche Punkte und ich fände auch da eure Erfahrungen einfach wertvoll zu schildern.
01:14:35: Also ehrlich gesagt habe ich gezittert bis zu dem Moment, als sie reinkam.
01:14:40: Und ich dann gemerkt hab so okay die Energie ist hier so besonders das wird richtig gut.
01:14:46: aber erst mal diese Unsicherheit.
01:14:49: genau wie viel melden sich an?
01:14:50: Als wir dann hörten über die Fachkräfte ne wir kommen und wir kommen Wir dann am Ende.
01:14:55: ich glaube fünfzehn waren am ende waren an dem tag zwölf da mit der zahl hatten wir eigentlich nicht gerechnet.
01:15:03: Und auch diese, ja die Methoden, die wir uns überlegt haben werden sie funktionieren.
01:15:09: Finden sechzehnjährige das noch cool wenn da Aquarellfarben liegen oder Stifte?
01:15:16: Oder ja diese Unsicherheit und die wurde aufgelöst.
01:15:23: zum einen war es sehr besonders für die Jugendlichen diese ganzen Materialien dort vorzufinden und wir haben uns da auch wirklich Mühe gegeben, da auch besondere Sachen mitzubringen.
01:15:35: Auch Polaroid-Kameras oder eben diese kleine Podcaststation.
01:15:44: Aber es hätte auch genauso sein können dass sie sagen... Das spricht mich jetzt gar nicht an, mit Malen habe ich gar nichts zu tun.
01:15:51: Es waren einige dabei die sich gefreut haben dass das komplett neue Stifte waren.
01:15:55: also die haben es so abgefeiert dass diese Stiften neu waren und extra hier heute für uns.
01:16:02: Und wenn das aber nicht so gewesen wäre wäre auch okay dann wär das malen oder dieser kreative Zugang übers malen vielleicht in dem Moment nicht das passende gewesen.
01:16:10: Dann hätten wir flexibel reagieren müssen.
01:16:12: Aber ja das fand ich war so Zittermomente, also bei mir.
01:16:17: Ich weiß nicht wie es dir ging?
01:16:19: Ja, also gezittert habe ich genau so.
01:16:22: Ich weiss noch das ich ganz am Anfang dachte, hoffentlich müssen wir nicht Jugendlichen absagen weil sich so viele anmelden dass wir das ja gar nicht machen können.
01:16:30: und genau und das wurde dann ein bisschen gedämpft.
01:16:33: Dann kam diese Zitterpartie ob das klappt.
01:16:37: und ich finde das hat sich bei mir so ein bisschen aufgelöst nachdem ich auch oder nachdem ihr auch ganz gute Erfahrungen mit diesen Besuch der Kinder- und Jugendgruppen gemacht haben.
01:16:47: Also da war zum Beispiel irgendwie bei einer Gruppe, das ist mir so im Gedächtnis geblieben, da war so ein Spirit eine gute Stimmung und ich war mir sicher dass die kommen werden weil sie da so Feuer und Flamme waren und auch insgesamt als Gruppe ja einfach eine coole Gruppe waren.
01:17:04: Und also ich glaube was halt total förderlich war, Zeit hatten, uns damit auseinanderzusetzen.
01:17:14: Also dass wir uns ja letztlich Monatzeit genommen haben dieses Treffen vorzubereiten das ist denke ich mal sehr unrealistisch für Fachkräfte, dass sie da wirklich die Möglichkeit haben so viel reinzugeben und zu investieren.
01:17:28: Und trotzdem würde ich nicht sagen wenn man diese viele Zeiten hat sollte man das nicht machen.
01:17:33: aber das ist etwas was glaube ich für uns total förderlich war.
01:17:37: an der Stelle Ich glaube, der Vorteil bei Fachkräften ist wenn sie im guten Kontakt zu den jungen Menschen sind dass die gar nicht diese zeitintensive Vorbereitung brauchen weil sie eben schon in einem guten Kontakt sind und da die jungen menschen einladen können.
01:17:54: Und genau die glaube ich eher für Treffen gewinnen können ohne jetzt Druck auszuüben aber einfach den Zugang haben.
01:18:04: Ich auch noch weiß, warum wir diese Freiwilligkeit so hochgehalten haben.
01:18:09: Die ganze Zeit war ein bisschen bei uns die Sorge aus vergangenen Erfahrungen, dass manchmal junge Menschen nicht wissen, warum sie zu treffen kommen und die dann zum Beispiel sagen meine Fachkraft oder meine Pflegeeltern haben gesagt ich soll doch mal mitmachen das könnte doch was für mich sein.
01:18:27: und da hatten wir wirklich Sorge Der haben wir entgegengewirkt mit unseren Vorbereitungen, aber da weiß ich noch.
01:18:34: Da haben wir gehofft dass das eben nicht eintritt sondern alle die da sind eben wissen wo sie sind und da Lust drauf haben.
01:18:42: Sind wir wieder beim Thema Information und Transparenz?
01:18:46: Ich weiß auch dass wir den Raum nicht ideal fanden also es war eher ein Schnöder Tagungsraum.
01:18:53: Da hätte es mit Sicherheit noch eine bessere Location geben können.
01:18:57: Wir haben die ausgewählt, weil sie gefühlt in NRW gut gelegen war und für alle einigermaßen gut erreichbar.
01:19:06: auch das Essen in diesem Tagungsort... Auch darauf hatten wir keinen Einfluss.
01:19:11: aber das wurde mit einer Leichtigkeit aufgenommen, weil wir das aufgemacht haben, das Thema Und da gesagt haben sorry, wir hätten gerne, wir hatten sogar nachgefragt ob wir Einflüsse nehmen können konnten wir nicht.
01:19:25: Und dann, ja war das Essen eben ... Das was es dann war, das war in Ordnung aber auch kein Highland.
01:19:30: Aber es wurde irgendwie auch so ein Joke daraus gemacht und weil wir das Thema so offen kommuniziert haben und sie sich ernst genommen gefühlt haben und wir nicht einfach so Ja so ist es und so ist dieser Raum sondern wir uns Gedanken machen und sagen Ha!
01:19:45: Wir wissen so ne?
01:19:45: Es könnte besser.
01:19:46: leider konnten wir irgendwie da nichts anderes möglich machen und zack Thema durch und angenommen.
01:19:52: Ich habe gerade gedacht, wie du das beschreibst.
01:19:55: Wir haben einfach nichts von denen erwartet!
01:19:57: Wir haben jetzt auch kein Dank oder so erwartet.
01:19:59: Oder dieses... Jetzt haben wir einen tollen Tag hier und jetzt meckert ihr übers Essen?
01:20:05: Das liegt uns ja so fern, sondern es können wir total verstehen.
01:20:10: Wir hätten auch gerne etwas anderes gegessen.
01:20:12: Und vielleicht liegt auch darin
01:20:14: was?!
01:20:16: Ja, ihr habt, finde ich
01:20:17: grade nochmal schön deutlich gemacht wo der Unterschied liegt zwischen Ihr auch hier vom Perspektive-Institut jetzt als... ihr seid ja externe, ihr seid sozusagen nicht diejenigen, die im direkten Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen sind.
01:20:31: Was man da für Vorbereitung machen muss?
01:20:34: Und Ina ich würde dir zustimmen, ich glaube auch das müssen die Fachkräfte eigentlich gar nicht gerade die in einem guten Kontakt mit jungen Menschen sind.
01:20:43: Das bedeutet der Aufwand für Fachkräften ist ja wirklich deutlich geringer so regionale Gruppen aufzubauen im Vergleich zu dem, was wir jetzt hier so Projekt bezogen machen.
01:20:55: Ich würde gerne... An der Stelle nochmal ein bisschen nachhaken und mit euch noch mal darüber nachdenken, gibt es sowas wie Ratschlägeempfehlungen in Richtung der Fachkräfte.
01:21:08: Die vielleicht sich jetzt angesprochen fühlen und sagen ich hätte eigentlich Lust drauf.
01:21:12: Ich würde so was eigentlich gerne aufbauen die jetzt so ein bisschen jenseits von diesen konkreten Hinweisen, die ihr gerade schon gegeben habt liegen sondern eher Was kann ich vielleicht auch haltungsmäßig, wie kann ich mich haltungsmäßig so darauf vorbereiten?
01:21:25: Dass ich nicht so eine, sagen wir mal Selbstvertretungsgruppe verwalte.
01:21:31: Sondern die wirklich so aufbaut dass die Kinder und Jugendlichen aus sich selbst heraus Ideen mit einbringen können damit sie damit sie so eine Gruppe ihren Stempel auch aufdrücken können.
01:21:45: Das wäre das, was ich besonders wünschenswert fände und was glaube ich auch eine besondere Wirkung hätte.
01:21:53: Meine Frage an euch ist, gäbe sowas wie Ratschläge-Empfehlungen in Richtung der Fachkräfte?
01:21:58: Damit das gelingen kann!
01:22:03: die jungen Menschen als gegenüber auf Augenhöhe betrachten.
01:22:06: Und bei jedem, wo weiß ich nicht weiter zu sagen ach ich fragt die einfach also sei es was machen wir an dem tag wie soll der aussehen?
01:22:15: Wie lange soll der dauern?
01:22:16: Also alles was in diesem so wie ich mir jetzt gerade vorstelle Fachkräfte sitzen.
01:22:21: zusammen haben da eine kleine Planungsgruppe ins Leben gerufen und wollen jetzt einen Samstag gestalten und kommen ganz oft an so stellen Wir wissen jetzt auch nicht, wie machen wir das denn?
01:22:34: Und dann fragen die einfach.
01:22:38: Die werden uns das schon sagen und eigentlich müssten sie mit an diesem Tisch sitzen und diesen Samstag mitplanen so um diese Haltung zu haben.
01:22:44: Die Frage kann ich mir jetzt nicht beantworten.
01:22:46: Ach super!
01:22:47: Ich habe da doch ein Gegenüber was die Frage absolut aus der eigenen Perspektive beantwortet kann und die ja mitnehmen auch schon bei der Planung und bei jeder Unsicherheit sagen komme Fragen die einfach worauf habt ihr Lust?
01:23:01: Und wenn ich noch keine Gruppe hab, die ich fragen kann, frage ich dann einzelne?
01:23:04: Ja.
01:23:04: Würde dich machen!
01:23:05: Ich würde dann ... Wenn ich dann weiß ich nicht bei einem Hausbesuch oder so mit einer Jugendlichen spreche und sage du wir haben uns da überlegt und das passiert gerade bei uns eben im Dienst Wie sollte so ein Tag aussehen damit du Lust hättest zu sagen Boah Samstagmorgen um elf da fahr' ich mal hin Was müsste dafür passieren?
01:23:31: Und wenn man es überlegt, was braucht es dabei oder wie das gut funktionieren kann ist.
01:23:37: Dass man eben dann eben zuhört auch.
01:23:40: also wenn man dann eben fragt was braucht ihr da was interessiert euch dazuzuhören das ernst zu nehmen und auch zu schauen, können wir das möglich machen?
01:23:49: Ich finde es ist so ein bisschen das Beispiel was du eben sagtest ja Phantasialand.
01:23:52: Das können jetzt nicht möglich machen aber das nehmen wir erst mal ernst.
01:23:56: Es ist eine coole Idee.
01:23:58: Können wir jetzt nicht machen.
01:23:59: Aber lass uns doch mal überlegen was gibt's irgendwie für andere Möglichkeiten um das eins zu lösen was mit diesem Phantasia-Land verbunden ist und Ich finde, das sind schon fast Klassiker dieses Zuhören ernst nehmen anerkennen.
01:24:14: Aber wir wissen ja auch von Care-Lever innen... Das ist das was sie immer wieder sagen und beschreiben dass eben genau das fehlt.
01:24:24: Und das schon bei dieser Anfangen einzulösen.
01:24:28: wenn man überlegt Wir wollen hier ein Angebot für Kinder und Jugendliche oder Staat gewagt hat und dann war so der Eindruck oder war so die Erfahrung, wir können ihn nicht gewinnen.
01:24:40: Die kommen nicht hier hin.
01:24:41: oder nach zwei Treffen hatten die jungen Menschen keine Lust mehr auch da nochmal nachzuhören.
01:24:47: Warum ist es denn so?
01:24:49: Und vielleicht, oder ich kann mir vorstellen die werden das dann begründen und vielleicht sind das manchmal persönliche Gründe, vielleicht wird aber auch deutlich ach der Tag war total ungünstig.
01:25:00: oder wir haben gedacht es geht auf dass wir jetzt schon da die und die Themen bearbeiten so aber auch da die Menschen zu fragen um die es geht.
01:25:09: Mir ist gerade noch einen Punkt eingefallen zu diesen Ratschlägen, dass auch wenn diese Treffen dann stattfinden und die daran orientiert sind was die jungen Menschen möchten.
01:25:19: Und was sie mitbringen da aber auch geduldig zu sein und nicht zu denken jetzt haben wir uns schon fünf mal getroffen.
01:25:26: müssen wir jetzt nicht an die Pflegekind spezifischen Themen ran.
01:25:31: Müssen wir jetzt nichts mal vielleicht Forderung aufstellen damit wir so das den Begriff Selbstvertretung einlösen und sich davon wirklich frei zu machen, sondern darauf zu schauen.
01:25:42: Die jungen Menschen geben die Themen vor, die geben das Tempo vor und das soll seine Leichtigkeit behalten.
01:25:50: also dass wo wir ja auch als Erwachsene merken alles was Leichtigheit hat das machen wir total gerne.
01:25:56: da bleiben wir am Ball das auch eben für die jungen menschen zu ermöglichen.
01:26:01: ich würde gerne so zum Zum Abschluss schon so ein bisschen.
01:26:05: Mit euch noch mal einen kleinen Ausblick wagen, nämlich nochmal den Blick auf die Gruppe der jungen Menschen richten mit denen ihr jetzt aktuell zusammenarbeitet.
01:26:15: Nehmt uns doch nochmal mit!
01:26:16: Was habt ihr jetzt vor?
01:26:17: Wie geht es eigentlich weiter?
01:26:19: Habt ihr da konkrete Pläne?
01:26:24: Ja, also das große Ziel ist ja für uns mit den jungen Menschen zu erarbeiten.
01:26:30: Welche Rahmenbedingung welche Strukturen es für eine Selbstvertretung in der Pflege Kinderhilfe braucht.
01:26:36: und dieses Ziel dem wollen wir uns mit unterschiedlichen auf unterschiedlichen Wegen sage ich mal annähern.
01:26:43: Und jetzt bei den nächsten Treffen die geplant sind Es ist so dass wir erstmal an den Themen anknüpfen die die jungen menschen mitgebracht haben.
01:26:51: Da habe ich ja eben schon gesagt, da geht es auch darum.
01:26:55: Wie gehen wir mit Vorurteilen um?
01:26:56: und so das Thema Pflegekind Identität?
01:27:00: Ja, das sind wir.
01:27:01: Das ist Teil von uns aber eben nicht nur.
01:27:04: Und die jungen Menschen entscheiden mit wie es weitergeht und welche Themen sie auch weiterhin bearbeiten wollen.
01:27:11: Also das ist für uns klar dass wir natürlich in dem Projekt gewisse Vorgaben machen oder uns ein Konstrukt überlegen und wichtig ist, dass wir das zur Diskussion stellen.
01:27:23: Also sei es jetzt darum wie unsere Gruppe eigentlich aufgebaut wird.
01:27:30: junge Menschen dazukommen oder eben nicht.
01:27:31: Und wir haben dann eine Idee zu, wir diskutieren das und wichtig ist uns aber dass wir das quasi die Antwort da nicht einfach reingeben sondern da uns ja zu austauschen und gegebenenfalls wenn die jungen Menschen da ganz andere Vorstellung haben wirklich nochmal in die Diskussion gehen.
01:27:49: Und mit Blick auf die Fachkräfte, die ja diesen Podcast in erster Linie hören, würde ich gerne euch noch fragen oder euch die Gelegenheit auch geben.
01:27:59: Wenn ihr euch was wünschen dürftet von Fachkräften, die in der Pflegekinderhilfe aktiv sind... Was wäre das?
01:28:06: Was würdet ihr euch wünscht?
01:28:10: Dass weiterhin diese Offenheit diesem Thema gegenüber bestehen bleibt, das erlebe ich schon wenn wir so die Themen Beteiligung und Kinderrechte, auch Adultismus bewegen.
01:28:24: Dass da ein großes Interesse ist.
01:28:28: Ich glaube ich habe das seltenst erlebt so einen ... Ah nee damit beschäftige ich mich jetzt aber nicht noch sondern diese Offenheit die da ist.
01:28:39: Und dann auch die Offen- heit weitere Schritte zu gehen.
01:28:45: Da gibt es auch eine Spannbreite so, die ist aber auch völlig in Ordnung.
01:28:51: Und da würde ich mir wünschen... Ja dass sie... Dass Sie auch nachfragen wie kann's denn gehen?
01:29:00: Nicht das Gefühl haben wir müssen jetzt auf alles ne Antwort haben weil es ist in diesem Feld recht neu und es gibt da Suchbewegungen in unterschiedlichsten Regionen.
01:29:13: Ich wünsche mir eine Offenheit voneinander zu lernen dass die beibehalten bleibt, das auch dieser Austausch, den wir ja bei den jungen Menschen so wichtig finden.
01:29:23: Auch unter uns Fachkräften.
01:29:25: Beibehalten und hoch halten und ausbauen, dass wir bereit sind unser Wissen anderen zur Verfügung zu stellen und bei der Sache zu bleiben also nicht das Gefühl zu haben, wir stehen in Konkurrenz zueinander.
01:29:47: Sondern immer wieder zu überlegen und sich darauf zurückzubesinnen.
01:29:53: Es geht um die jungen Menschen und denen möchten wir das ermöglichen und vielleicht auch manchmal Befindlichkeiten zur Seite schieben, Egos vielleicht zurückzustellen ... Und immer wieder zu überlegen, um wen geht's denn hier?
01:30:11: Weil da bin ich einfach der festen Überzeugung.
01:30:15: Das zahlt sich am Ende aus.
01:30:18: Gibt es irgendwas von eurer Seite was ihr zum Abschluss noch sagen wollt wo ihr sagt das fehlte jetzt irgendwie noch in dem in der Aufnahme in der Episode?
01:30:29: Die Gelegenheit würde ich euch gerne noch zum Abschuss geben.
01:30:35: Ich glaube nicht unbedingt, dass das fehlt.
01:30:37: Aber ich würde das gerne nochmal deutlicher machen war so die zu sehen wie die jungen Menschen miteinander umgehen, wie sie in den Austausch gehen, wie die aufeinander achten also sei es das irgendwie beim Essen nicht ein junger Mensch bei uns Erwachsenen sitzt sondern auch noch an dem jugendlichen Tisch gequetscht wird oder dieses.
01:31:01: Also die Empathie, die sie haben und dieser warme Umgang miteinander.
01:31:07: Ich fand das so beeindruckend bemerkenswert.
01:31:10: Das hat mir so viel Freude bereitet zu sehen wie die jungen Menschen sich auch freuen über diesen Tag und dass sie eine gute Zeit haben und dass das einfach, finde ich ganz wertvoll ist diese Erfahrung zu machen.
01:31:27: Fachkräften, könnte ich mir vorstellen.
01:31:28: Vielleicht geht es denen ähnlich dass die dann aus diesen Treffen auch wieder viel Energie und Begeisterung ziehen ebenso wie die jungen Menschen?
01:31:35: Und so das Gefühl entsteht wir sitzen hier gemeinsam in einem Boot und Wir haben ein super Ziel vor Augen und wir können gemeinsam was bewegen.
01:31:47: Ja dem kann Ich mich anschließen weil mir wird direkt wieder warm ums Herz wenn nicht an den Umgang denke Den Sie miteinander Haben.
01:31:53: also da Können wir uns wirklich richtig abgucken, wie zwischendurch abgeklopft wird.
01:31:59: Ist es gerade okay, dass wir darüber reden?
01:32:02: Ist das für alle ok?
01:32:03: Sollen wir Themenwechsel machen?
01:32:05: Möchtest du das in der Gruppe teilen?
01:32:07: Mächtest Du das für Dich
01:32:08: behalten?".
01:32:08: Also ja so achtsam miteinander im Umgang und das erlebe ich ganz oft mit Jugendlichen die in der Kinder- und Jugendhilfe aufwachsen, diese Toleranz füreinander und dieses Verständnis enorm und da können wir ganz viel von lernen.
01:32:30: Ja, wie schön!
01:32:31: Ich habe auch das Gefühl es hat soviel mit Zutrauen zu tun und im wirklich im wahrsten Sinne diese Empowerment Selbstbefähigungsideen die da irgendwie zum Tragen kommen.
01:32:43: Und ja ich wünsche euch und ich wünschte uns und ich wünsche aber auch den Fachkräften und vor allem den jungen Menschen dass ihr an diesem Thema noch eine ganze weile weiterarbeiten könnt eure Ersten Gedanken, ersten Impulse.
01:32:58: Ersten Bewegungen in dem Feld die das ja jetzt gerade sind wirklich eher auf lange Strecke bringen können weil ich da sehr hoffnungsvoll bin dass sich da was raus entwickeln kann was auch wieder einzahlt auf das Thema Kinderrechte und Kinderschutz in Pflegefamilien auf einem relativ hohen Level ansetzt und Strukturen versucht zu verankern.
01:33:19: Ich habe viel gelernt heute, ich hoffe das geht denen die zugehört haben genauso.
01:33:22: Und danke euch ganz herzlich für den Austausch und wünsche euch alles Gute!
01:33:27: Macht's gut!
01:33:28: Vielen Dank!
01:33:28: Ja Danke Tschüss!
01:33:29: Ciao.
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